KI-Dialog 12 (…. es besteht kein Bedarf an Interesse…)

K: HERKOS IMAUFLU (Herr Koske, immer auf der Flucht)
II: IMI META (Imaginäre Instanz auf einer Metaebene)

K: Ha!

I: Ja, ich weiß, Sie üben, sich kurz zu fassen!

K: Korrekt, das ist bei mir lebenslanges Lernen. Aber – passt schon! Ich habe gerade wieder diese „No-answer phase“. Alle möglichen Leute melden sich nicht mehr, nachdem ich paar mittelkurze bis mittellange Texte rausgelassen habe. Offenbar spricht sich herum, dass ich tatsächlich ein Ding an der Waffel habe und nicht den Simulanten spiele. Und die Weltgeistin züchtigt mich mental, weil ich mich dem Budenzauber verweigere. Und da dachte ich, Sie Übergeist von unten könnten ja mal vorbei sehen.

I: Sie müssen nicht extra erwähnen, dass Sie gelegentlich zu denken pflegen.

K: Ich muss eigentlich nicht extra erwähnen, dass ich gerührt bin, wahrgenommen zu werden.

I: Okay, ich sehe, dass es Ihnen einigermaßen gut geht, denn Sie fangen sofort an zu blödeln. – Können wir versuchen, zu einer Art Thema zu kommen?

K: Es gibt kein Thema. Bzw. das ergibt sich während des Laberns. – Aber versuchen Sie es doch einmal mit einem Textbaustein aus dem Freudeskreis Anna Lyse. So, wie ich mich kenne, und ich kenne mich mittlerweile ein bisschen, springe ich darauf an.

I: Reden Sie über Ihre momentanen Empfindungen! Sprechen Sie aus, was Ihnen in diesem Augenblick durch Herz und Hirn zieht!

K: Sehr gut! Alles für die immer bessere Befriedigung auch der psychischen Bedürfnisse unserer kapitalistischen Menschen, immer aktiv und dynamisch!

I: Das war nicht wirklich eine Antwort auf meine Frage. Bzw. sind Sie nicht auf meine Aufforderung oder Ermunterung oder was auch immer eingegangen!

K: Ich schinde Zeilen, um meine relative Eignung für die Marktwirtschaft zu beweisen. Aber es freut mich, dass Sie immer noch aufmerksam sind. – Um es auf den Punkt zu bringen: der Lenz ist da und mit ihm der totale Ambiva-Lenz.

I: Die Tatsache, dass Sie schon entschieden besser waren in Ihren Geistreicheleien, scheint auf den Ernst der Lage hinzuweisen.

K: Ich muss mich wiederholen – wie schön, gesehen zu werden… Aber es gibt buchstäblich nichts mehr, was noch eindeutig scheint. Manchmal sitze ich da und überlege minutenlang, ob ich mir etwas zu essen machen soll oder nicht. Aber das sind natürlich Peanuts. Soll ich mich nun um einen Job bemühen oder nicht? Irgendwann werde ich es doch ohnehin tun müssen, oder? Aber es erwartet doch nicht wirklich jemand von mir? Sollte ich doch erst auf die Reaktion des Jobcenters warten und dann um eine Kurz- und Schnell-Fortbildung ersuchen, die mich für einen Job fähig machen würde, den ich auch mit 75 ausführen könnte, wenn ich vielleicht tatsächlich klapprig bin? Das mit den zehn Stunden am Tag Texte korrigieren hat doch schon mal ganz gut geklappt, und über Wochen hinweg? Sollte ich mich nicht doch noch einmal um ein Studium an der Fern-Uni bemühen, um in der Tat nicht als Hilfsarbeiter in die Grube zu fahren? Aber da brauche ich doch erst recht ’n Job? Sollte ich mich noch einmal mit meinen Soundpics an der Musikschule vorstellen, was in den letzten Tagen dauernd per Mental-Funk empfohlen wird? Oder sollte ich mich doch auf eines der zahlreichen Angebote von Lieferfirmen melden, die Fahrradkuriere suchen? Und sollte ich eine Radtour um das Kurische Haff und über die Kurische Nehrung unternehmen, oder muss der alte weiße Mann ins Heim, um milde zu verdämmern, sabbernder Weise? Und „Hü!“ und „Hott!“ und hoch und runter und hin und her und trallala.

I: Kurzum, nichts Neues! Weiter voran auf bewährtem Kurs!?

K: „In der Tat!“, wie Teal’c zu sagen pflegte…

I: Genau, war das nicht ein echter Ansatz, das mit dem Stargate-Text? Da haben Sie doch Phantasie entwickelt, das ist doch ein ganz guter Plot für wirkliche Dichtung über Ihre Bauchnabelbohrkerne hinaus? Sollten Sie da nicht dranbleiben?* – Um mal Ihre Klage-Frage-Plage fortzusetzen…

K: Ja. Ja. Na ja. – Klar… Das stimmt übrigens auch wieder nicht ganz, denn selbst, wenn man über einen Testflug durch den Andromedanebel schreibt, schreibt man „irgendwie“ über sich selbst. Aber das lassen wir mal; das ist Psychoclub und Literaturkäse! – Soll ich mein Blog löschen? Soll ich meine publizierten Bücher zurücknehmen? Den Quatsch braucht doch keiner, oder? – Usw.

I: Unbehagen macht sich in Ihnen breit und Sie fühlen sich wie zu Hause…

K: Ach, danke für die Verbalisierung emotionalen Inhalts, Sie Virtual-Freud! – Da ist jedoch ein Problem, das über meinen tief unwohl geborenen Nabel hinaus geht. Was ist mit Leuten, die gar nicht teilnehmen wollen an Erfolg, die gar nicht glücklich, gar nicht „befreit“ werden wollen? Wo gibt es heute ein Großrefugium wie X-Berg vor der Wende?

I: Herr Koske, Sie werden kein Herr Lehmann mehr!

K: Weiß ich doch! – Und es gibt keine schönen Köchinnen Katrin mehr, ach ach ach…

I: Gibt es etwas, das Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten berührt und wenigstens einige Zentimeter über Ihren Bauchnabel hinaus geht?

K: Putin in die Spülküche!

I: Ihre Hilflosigkeit und Ohnmacht in diesen sogenannten großen Dingen macht Ihnen zu schaffen…

K: Meine Herren, Sie würden tatsächlich hinter der Couch eine entschieden bessere Figur abgeben als ich auf der Couch! – „In der Tat!“, im nächsten Leben werde ich auf keinen Fall wieder Spießer!

I: Ich denke, das kann man mal so stehen lassen…

K: „Nehmen Sie das rein, lassen Sie das stehen!“, wie Dipl.-Psych. M. in den heilend hallenden Hallen des heiligen Joseph gesagt hätte. – Nichts für ungut, dort gab es ganz ausgezeichnete Rotschopfe als Nachtschwestern…

I: Jetzt drängt sich die Frage geradezu auf, wie es denn mit dem Psycho-Club aussehen würde…

K: Ach, auch hier gilt auch ohne Veronika: der Ambiva-Lenz ist da. Mindestens einmal pro Woche kommt mir der Gedanke, dass ich ja doch noch einmal einen in Hirnbiochemie promoviert habenden Zeitgenossen aufsuchen könnte, um mir lecker Smarties verschreiben zu lassen. Dann fällt mir noch rechtzeitig ein, dass sogar der erfreulicher wie bewundernswerter Weise mit mir beschäftigte Sozpäd angemerkt hat, dass ich mich doch seit fast 36 Jahren auch ohne hochwertige Psychopharmaka durch den Budenzauber durchwurstele. – Hier ergeben sich schier spielerisch vier Anmerkungen. Erstens ist es schön, dass mir überhaupt was kommt. Zweitens bin ich nicht derart narzisstisch, dass ich annehmen würde, der Sozpäd wäre nur mit mir beschäftigt. Drittens könnte man fragen, ob sich durch Wursteln wirklich Leben wäre. Und schließlich viertens… äh… – habe ich vergessen…

I: Dass Sie Angst vor Alzheimer haben, aber das immer wieder vergessen, müssen Sie nicht anmerken; Sie sagten das bereits ca. dreißig Mal.

K: Betrachten Sie mich als innerlich erheitert! – Jetzt ist es mir wieder gekommen; siehe bzw. höre die eben angemerkte erste Anmerkung. Mir ist sehr wohl klar, dass mein Plausch mit Ihnen als Affront gegen besagten Sozpäd gesehen werden könnte.

I: Anstatt diese eben angedeutete Problematik diesem realen Mann vorzutragen, hauen Sie die mit Ihren Virtuellenbogen mir imaginärem Freund um die Ohren!?

K: Ihre Fähigkeit und Bereitschaft zum Mitdenken betört mich neuerlich! Aber, ha, „in der Tat“ ist da was dran. Andererseits habe ich zumindest versucht, den Ambiva-Lenz gegenüber realen Personen anzudeuten. Das ist wieder das Problem, dass ich außerhalb von Text nicht wirklich sichtbar zu werden scheine, heule heule.

I: „Sie sind nicht sichtbar geworden, kommen Sie in die Tanztherapie!“

K: Eben. Und wenn man nach vielen Jahren nicht hat bemerken wollen, dass meine Textouren gewissermaßen meine Tanztherapie sind, dann… ja – dann weiß ich auch nicht. Jammer, jammer.

I: Herr Koske, halten Sie es nicht für dringend angezeigt, sich um die innere Trennung aus dem Freudeskreis Anna Lyse wenigstens zu bemühen???

K: Ach, nee, ich wäre doch so gern Gruppentherapeut der Lokalen Gruppe… – Im Unbewussten, versteht sich!

I: Betrachten Sie mich als innerlich erheitert! – Was gibt es Neues von der Hauptverwaltung Budenzauber?

K: Nichts. Was dachten Sie denn? Ich werde aufgenommen als einfacher Arbeiter, ich will nich‘ arbeiten, weil ich Abitur habe oder weil ich schwul bin, ich soll bei der Müllabfuhr anfangen, ich soll runter kommen; nee, mache ich nicht, ich bin im Widerstand, hähä. Usw. usw. usf. Ewig murmelt das Murmeltier. – Das ist übrigens lustich; letztens war ich tatsächlich unten, als ich für quarantierte Mitbewohner der Weh-Geh einkaufen war.

I: Ja, aber das ist doch ein Schritt in die richtige Richtung, weg vom Bauchnabel? Das haben Sie doch auch bereits selbst thematisiert!?

K: Nee, die haben, glaube ich, sehr wohl und recht schnell bemerkt, dass ich im Pflichterfüllungsmodus bin und mich womöglich die Leute gar nicht in dem Masse interessieren, wie es als normal gesehen zu werden scheint. Das erinnert mich an einen Typen in einer anderen Weh-Geh. Dem wurde gesagt, er solle sich um Kontakt bemühen, und er hat sich dann eine Liste gemacht; heute klopfe ich bei Meier und Schulz, morgen bei Krause und Lehmann usw. Kann aber auch gut gehen! Ist ein bisschen wie bei der Übung, bei der man sich vor den Spiegel stellt und das Gesicht in der Weise verzieht, wie man es beim Lachen unwillkürlich tut, und dann tatsächlich lachen muss.

I: Habe ich es richtig wahrgenommen, dass Sie es voll schwul finden, „wieder mal“ schwul zu sein?

K: Das ist auch ein echter „Therapieerfolg!“ Nach den Querelen mit dem angeblichen Ausagieren durch rum Machen in symbiotischen Angstbündnissen mache ich jetzt sofort dicht und ziehe mich wohlig in meine Depression zurück, wenn sich auch nur die Ahnung der Andeutung eines zwischengeschlechtlichen Kontakts in der Nähe zu ergeben scheint. – Immerhin habe ich es jetzt mitbekommen und ich möchte gelobt werden! Har har. – Das heißt, auch und gerade in diesem Bereich hat die Therapie bzw. „Therapie“ das Gegenteil von dem bewirkt, was angebracht gewesen wäre. Ganz großes Kino wieder. Aber natürlich bin ich schuld, denn ich habe nicht richtig mitgemacht, bla bla bla.

I: Ich muss es wiederholen – Sie haben sich innerlich nicht getrennt.

K: Kann ich als DaDaeR-Bürger gar nicht; ich fühle mich ja wie zu Hause – die Partei hat immer Recht… Har. Har. Har. – Lachen einstellen, nach unten weg treten!

I: Nee, Sie wollen mir jetzt nicht weismachen, dass Sie auch die Zeit bei der Army nicht wirklich verarbeitet hätten?!!!

K: Doch, doch, das habe ich ein bisschen, in meinem Büchlein „Landen wäre tödlich“. – Schon wieder ist die Braut ein bisschen schwanger, har har! – Stehnse bequem!

I: Das Buch hat noch niemand gekauft…

K: Sie haben überall Ihre Leute, Sie alter Überstasi; ich weiß! – Nun, ich harre geduldig der Einladung zur Verleihung einiger Literaturpreise, *hüstel*… – „Was machen Sie jetzt wieder zu, Herr Koske?“

I: Was machen Sie jetzt wieder zu, Herr Koske?

K: Ach, Du liebes bisschen… – Mit dieser Redewendung will ich keineswegs andeuten, dass ich Sie für ein Bisschen halten würde. – Lachen einstellen!

I: Sie bemühen sich nur immer wieder, massennahe Ausdrucksweise vorzutäuschen. Auch das ist mir klar, denn auch das haben Sie erst höchstens zwanzig Mal erwähnt. – Liegen Sie bequem und halten Sie sich den Bauch!

K: Ist doch logisch, dass ich total ambivalent bin, was meine, *hüstel*, Publikationen angeht. Manchmal denke ich, zumindest „Landen wäre tödlich“ wäre richtig gute deutsche Prosa; dann will ich wieder alles löschen, weil den Scheiß niemand liest und niemand braucht, heule heule.

I: Sie müssen, wie bereits bemerkt, nicht ausdrücklich erklären, dass Sie gelegentlich zu denken pflegen! – Allein, Sie tun doch nichts in Sachen Eigen-PR?!

K: Kann ich nicht! Ich kann mich nicht anbieten wie sauer Bier! Da komme ich mir noch bescheuerter vor als oft ohnehin schon.

I: Trotzdem haben Sie an der Werbefachschule… äh… – hospitiert, um ihre eigene Formulierung zu verwenden.

K: Das ist Dialektik, mein Herr! Das wissen Sie auch! Der beste Werber ist der, der keine Werbung für sich machen kann; der beste Immobilienmakler ist der innerlich Heimatlose; der beste Kinderbuchautor ist der mit beschädigter Kindheit usw. usf.

I: Es gibt genügend Fälle, in denen auch das Gegenteil zutrifft…

K: Das ist auch Dialektik!

I: Betrachten Sie mich als innerlich verstummt… – Noch was?

K: Diese Redewendung ist, sagen wir: interessant! Besser gesagt, Ihre Verwendung der Redewendung. Immer einmal wieder kommt mir der Gedanke, auch wieder ambivalenter Weise, dass meine „Lebensreportagen“ noch lange nicht vollständig wären in der Weise, wie ich es mir vorstelle. Ich bin einfach nicht gut genug für mich, har har. Vielleicht sind mir auch beim Schreiben immer mehr Geschichten eingefallen, die ich „vergessen“ hatte. Zum Beispiel die meines ersten Gesprächs mit meinem Klassenleiter an der Penne. Natürlich habe ich den zugetextet, zumal ich in fremder Umgebung war, in der ich grundsätzlich rede wie ein Wasserfall. Der hat auch immer gefragt, mit diesem fein-weisen Unterton, „Noch was?“

I: Man muss weder psychologisch noch literaturwissenschaftlich vorgebildet sein, um den Gedanken zu entwickeln, dass es Ihnen gut tun dürfte, mal alles aufzuschreiben

K: Ha! Weil wir doch gerade bei Redewendungen sind – das war eine der stehenden Redewendungen meines unmittelbar vorgesetzten Vorfahren, dass er einmal alles aufschreiben würde. Sehr wahrscheinlich hat er es nicht; er ist ja nun in der ewigen Großgruppe, was ich emotional noch lange nicht realisiert habe.

I: Sie wollen nun versuchen, die Prägung zu brechen und wollen alles aufschreiben

K: „In der Tat“ wieder adäquate Verbalisierung emotionalen Inhalts, Sie höllischer Quasi-Freud! – Und übrigens haben Sie zudem eben bewiesen, dass Sie das Buch nicht gelesen haben, heule heule, denn diesen Vorsatz erwähne ich darin ausdrücklich.

I: Ich möchte Ihre ersten Literaturpreise abwarten, har har. – „Noch was?“ Har. Har.

K: Wieder habe ich keinen Oscar als bester Nicht-Darsteller erhalten, Massa Smith hat den Moderator geohrfeigt, gnihi, und Trump will tatsächlich nochmal kandidieren – auf zum Mars!

I: Na dann – Guten Flug!

K: „In der Tat!“ – Empfehlen Sie mich bitte nicht weiter! Und grüßen Sie Meta auf ihrer Ebene, ha!

* Vielleicht nicht freudvolle, aber Freudvolle Fehlleistung des Tages: „dranleiben“… – Das Unbewusste, ha!

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