(… gibt es ein Leben ohne Übertragungen…)

Quelle. – Das Bild hat nicht direkt mit dem Thema zu tun, *hüstel*…

Es vergeht nicht eine Woche, in der K. nicht mindestens zwei bis drei Mal als mobiler Container für Übertragungen und Projektionen dient; immer wieder freut er sich insgeheim schier diebisch, wenn das scheinbar aufhört, aber er freut sich immer zu früh, denn es hört nicht auf, vielmehr die Weltgeistin, diese Oberschelmin, dem K. eine Verschnaufpause lässt, damit er nicht voll ’ne Rastung kriegt.

Was war das jetzt vorhin? – „Jetzt vorhin“??? – Egal, K. wird nie Diplomautor, heule heule heule.

Ein, jetzt nur nichts Falsches sagen, farbiger Mitbürger mit Migrationshintergrund ist K. entgegen gekommen, im Wortsinn, *hüstel*, als K. den letzten Abschnitt um die Sonderfreifläche Theresienwiese entlang gehechelt ist; er dreht am Ende immer auf, der Herr K., was wahrscheinlich auch nicht professionell ist, aber er ist und bleibt halt ein Dilettant bzw. Dilettonkel.

Quelle. – Das Bild hat nicht direkt mit dem Thema zu tun, *hüstel*…

K. hat den Mann noch nie gesehen, aber als der Mann K. gesehen hat, schickte er sich umgehend an, oder wie man da sagt, in eine Art Bewegungssturm etwa in der gedachten Mitte zwischen Veitstanz und epileptischem Anfall zu verfallen, und er schleuderte Wortgruppen von sich, die K. nicht verstanden hat, die aber eindeutig an ihn gerichtet sein mussten, denn es war weit und breit niemand außer dem FAMIMIMI* und K. auf dem Trottoir oder wie das heißt. – Nein, der Mann hatte kein Tourette-Syndrom; Herrn K.’s peinlich prekäre Viertelbildung greift auch hier, man staune bitte oder wundere sich zumindest.

Was geht da ab? Nein, das ist kein Selbstmitleid usw., vielmehr K. immer wieder aufs Neue überrascht ist von solchen Erlebnissen, obwohl er sich nach den vielen schmerzhaften Jahrzehnten auf dem dritten Planeten des Systems nun langsam daran gewöhnt haben müsste, aber er lernt das auch nicht mehr, was nichts mit dem Alter zu tun hat, denn er war schon immer so.

Was geht, Digga, mach locker? – Nun, bald geht Herr K. wieder mucheln, knuffen, malochen usw.; er hat jetzt, in abgeschwächter Form, das Karl-Schmidt-Syndrom erlebt; wir erinnern uns bitte recht sehr, wie Karl Schmidt, der beste Freund von Herrn Lehmann, völlig abstürzt kurz vor der öffentlichen Präsentation seiner Installationen, und Meister Waltz als grandioser, aua, urbaner Aufnahmearzt Herrn Lehmann erklärt, sinngemäß, dass dergleichen nicht ungewöhnlich wäre, vielmehr künstlerisch bemühte Mitbürger oft, wenn es zur Sache ginge, gewissermaßen aufwachen würden und feststellen müssten, dass sie doch nicht das Talent hätten, von dem sie überzeugt gewesen wären, dass sie es hätten usw.

Wie gesagt – sinngemäß. „Meister“ ist auch hier nicht ironisch, sarkastisch usw. gemeint; im Gegenteil, aber das am Rande. Herr K. hat nun nicht die Absicht durchzuknallen, dafür ist er mittlerweile viel zu faul, aber vorsichtshalber weiter im Auge behalten, den Mann.

Was tun, wie schon Dr. Uljanow fragte, sich seinerseits auf Tschernyschewski beziehend, wie K. mehrfach erwähnt hat, weil man sich im Alter wiederholt, wie K. gleichfalls erst höchstens 20 Mal wiederholt hat?

Nun, es kommt ohnehin, Überraschung, gerade wieder dauernd per Mental-Funk: ‚Einfacher Arbeiter!‘ – Gute Arbeit, von wem auch immer!

Ja, es ist nun wieder so weit, es ist neuerlich nichts geworden mit dem Durchbruch ins Dynamisch-Fließend-Schöpferische; jedoch schon aus Trotz, hähä, denn der Junge hat auch seinen Stolz, wie Tante Paula gesagt hätte, wenn es sie gegeben hätte, wird K. noch sein Büchlein mit den „Lebensreportagen“ fertig machen, eventuell auch noch eines mit den „Kommicks“, und das war es dann, dann wird wieder in die Hände gespuckt und wir steigern das Bruttosozialprodukt, tandaradei!

Bla. Na und, ’n Sack Reis ist umgefallen, links hinter Peking. K. hat in den letzten Wochen in der Gesichtsbücherei und in der DuRöhre Dutzende von Videos gesehen und war schwer beeindruckt; dies, und das muss K. ja immer hinzufügen und hätte er hiermit nun hinzugefügt, ganz im Ernst gemeint; was es nicht alles gibt, auch im Ernst, okay, halbwegs! K. hat sich zu seiner Verblüffung dabei ertappt, dass er stundenlang gebannt zugesehen hat, ohne Zappeln und Zucken, wie Leute gekocht, gegrillt und gebacken haben, aus Baumstümpfen Kunstwerkchen gedrechselt, bis zum Halborganischem verrottete und verrostete Kfz. auf Vordermann und Hochglanz gebracht und was dergleichen Handmeisterei mehr war.

Wozu nun aber ist K. auf dieser Welt; was soll das, nicht nach Grönemeyer? Die schönen starken Sprüche großer Männer helfen K. auch nicht weiter, etwa: „Der Sinn meines Lebens scheint mir darin zu bestehen, hinter den Sinn meines Lebens zu kommen.“, Erwin Strittmatter senior, allerdings erst nach Übersetzungen in mehr als dreißig Sprachen sowie diversen Literaturpreisen, der billige Trost des erfolgreichen Hochbegabten, oder Jürgen Kuczynskis Aussage, sinngemäß, er könne eigentlich weiter nichts als ein bisschen gut schreiben, wobei bei letzterem Autoren besonders deutlich wird, wie sehr dat Milljöh eine Rolle spielt bei der Umsetzung derartiger Monotalente.**

Dabei scheint einer der sozusagen Kernanliegen des Budenzaubers, wie gleichfalls bereits angemerkt, darin zu bestehen, einen Gedanken umzusetzen, den Dr. Karl Marx in seinem Abituraufsatz äußerte, dass nämlich, wieder sinngemäß, jedermann den Platz finden möge, an dem er am meisten Ersprießliches für die Menschheit zu leisten vermag.

Die pathetische Ausdrucksweise, die man bei damaligen Autoren häufig findet, führt K. übrigens neuerdings darauf zurück, dass damals Wein in der Weise getrunken wurde wie heute Tee oder Kaffee oder Coke usw. getrunken werden, so dass die Dichter und Denker spätestens nach der Hauptmahlzeit gut drauf waren, wenn nicht bereits leicht breit, aber das am Rande.

Hier übrigens noch einmal eine Übersicht über den wirren Wandel des K. hienieden, jobtechnisch, und ist es denn ein Gräuel fürwahr…

Die ewigen Wanderjahre des Jugendfreundes von der traurigen Gestalt

  1. Hilfsschmelzer
  2. Corporal
  3. Schaltwart Hauptverteiler
  4. Schaltwart Außendienst (waren damals zwei verschiedene Jobs, diese Schaltwarte)
  5. Sachbearbeiter
  6. Hausmeistergehilfe
  7. Heizer
  8. Materialverwalter
  9. Hauptkassenunterassistenten-Gehilfe (kürzester Job, 2 Tage, muaha)
10. Halbwachmann, 1 x fernsprechamtlich, 1 x theatralisch
11. Kiosk-Verkäufer
12. Postsortierer im Amt
13. Briefträger im dynamischen Draußen
14. Hilfsarbeiter Eisfabrik
15. Hilfsarbeiter Gekombetränkinat
16. Zeitungs- und Werbezusteller, mehrmals (längster Job, 6 Jahre, „am Stück“ 4 ½)
17. Waggon-Entlader
18. Tellerwäscher, 1 x Gaststätte, 1 x „Dampfer“
19. Geräudebeiniger, 3 x (Big B, PAF, Hütte)
20. Marktverkäufer (türkisch), Strausberg und so
21. Pflegel, 2 x
22. Wertstoffhöfling
23. Straßenreiniger
24. Scheiße-Röhrchen-Präparations-Heimschwarzarbeiter
25. Müllplatzreinigungsunterassistent, quiddestraßenkämpferisch
26. Um Schu Lung; abgebrochen
27. Stipent, 4 x, 2 x mal Unität; abgebrochen
28. Fahrradkurier
29. Buchladenrotzlümmel („Blöde Fotze!“; scheiß Pubertät!)

Da wird jeder Personalchef von Entzücken geschüttelt, zerrt K. in sein Büro und kredenzt ihm höchstachtungsvoll ein Kistchen Whiskey, ha!

** Ja, Herr K. ist ein Rassist; verständigen Sie den Verfassungsschutz.
** „Monotalent“ wird nicht als Fehler angezeigt; auch das Alter hält kleine Überraschungen bereit fürwahr, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt!

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