… an etwas glauben solle, ja, m ü s s e  er…

Quelle. – Ach, eine Woche dort als, aua, Raumpfleger arbeiten…

… sagt der sterbende Shepherd Book in „Firefly – Der Aufbruch der Serenity“ zu, muaha, Captain Mal Reynolds; sinngemäß, fast wörtlich. Wieder einmal findet man geradezu philosophische Weisheiten in der sogenannten „U-“ wie „Unterhaltungs-Kunst“, wie K. wiederholt feststellt; man wiederholt sich im Alter, wie Herr K. wiederholt bemerkt hat.

Ja, das geht aber nicht mit „Hau Ruck!“, dass man, beispielsweise, an Ihn glaubt; sein Name sei vorsichtshalber gepriesen. – K. ist wieder darauf gekommen, als er gestern weiter Kant gelesen hat; Hermann, nicht Immanuel.

Das fehlt nach der Implosion des Realsoz, und man ist „oben ohne“; der Glaube an etwas über den eigenen tiefunwohlgeborenen Bauchnabel hinaus gehendes Großes und Ganzes usw.

(… interessant, „tiefunwohlgeboren“ wird nicht als Fehler angezeigt… Postmoderne schööön… sorry… häff fann…)

K. muss immer wieder feststellen, dass er als „nützlicher Idiot“ derart selbstverständlich daran geglaubt hat, in der besten aller Welten zu leben, in der Mängel und Defekte quasi gesetzmäßig vernünftig überwunden werden würden, dass er diesen Glauben, obwohl er mit Worten gut kann, nicht einmal reflektiert, geschweige denn verbalisiert hat.

(… süüüüüß… so was gehört doch in die Einrichtung, echt jetzt…)

Dr. Uljanow hat „nützlicher Idiot“ in etwas anderem Sinne gemeint, aber da wir im Zeitalter der Coverversionen leben, least Herr K. im Vollzug seines störungsspezifischen Größenwahns diese sinnige Wendung vom Großen Vorsitzenden Umbaumeister. K. erlaubt sich des Weiteren, darauf hinzuweisen, dass er einen derartigen Glauben an vernünftige Entwicklung usw., milde formuliert, an völlig unerwarteter Stelle (wieder-)gefunden hat, nämlich in Stefan Zweigs „Welt von gestern“.

Wie das? – War wohl nix mit Ostalgie und Wende verpennt, höhö…

***

Da K., wie er wiederholt angemerkt hat, keine Phantasie hat, *schnief*, oder diese völlig blockiert ist, *jaul*, sucht er sie immer wieder vorzutäuschen; beispielsweise ist der Gedanke durch seine Gehirngänge geschlurft, dass die Behauptung, die Erde wäre eine Art Scheibe, vielleicht auf die im kollektiven Gedächtnis der rezenten Hominiden auf dem dritten Planeten des Systems gespeicherte Erinnerung an eine O’Neill-Kolonie zurückgehen könnte, siehe Bild.

Quelle.

Öhm, ja… – Note 4 minus! Üben, üben, nochmals üben, Herr K., wie interessanterweise sowohl Dr. Sloterdijk als auch bereits Dr. Uljanow sinngemäß sagten, *hüstel*. Nein, Herr K. macht nicht auf von Däniken, aber er zieht den Hut vor ihm, weil der, unabhängig von deren Inhalt, an seinen Jugendträumen- und Idealen festgehalten hat, was ihn mit über 80 jünger macht als manche 16jährigen Schlappschlurfis; ejh, Digga, hassu mal ’n Problem.

(… als staatlich unerkanntem Umstürzler
ist K. hier die Quelle Wurscht, he he he…)

K. hat jetzt einen neuen Begleiter, wir erinnern uns: „Therapie“ heißt „Begleitung“, der mehr in Gang zu setzen scheint, als bei K. in der eigentlichen Therapie in Gang gesetzt wurde, was natürlich darauf zurückzuführen ist, dass es sich bei Herrn K. um einen, O-Ton vox populi, „bindungslosen Psychopathen“ handelt, *hüstel*. „Eigentliche“, weil K.’s neuer Begleiter „nur“ der Sozpäd ist, dem Herr K. mindestens einmal in der Woche im Rahmen des einzelbetreuten Wohnens ein Ohr abkaut.

Übrigens war ja K.’s erste Bezugspersonin in diesem Rahmen eine gar artige Magistra der Erziehungswissenschaft fürwahr, die eine Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichen-Therapeutin absolviert, und der jetzige Sozpäd hat jahrelang mit schwierigen Jugendlichen gearbeitet.

Muaha, passt schon! Das ist aber nicht die einzige nachholende Ich-Entwicklung (dynamische Psychiatrie) oder das einzige Reparenting (u. a. Schematherapie) und damit Wiedergutmachung, die K. zu seiner, ohne Ironie gesagt, Verblüffung erleben darf.

Der Mann sieht aus wie der Stiefzwilling des „Serenity“-Piloten Hoban „Wash“ Washburne. Herrn K.’s unmittelbar vorgesetzter Vorfahre jedoch hat es immer wieder genossen, für irgendeinen Schauspieler gehalten zu werden, was nicht nur auf seine, von Frauen bestätigte, nicht nur etwa von K. neidlos (?) wahrgenommene, Attraktivität zurückzuführen war, sondern auch auf dieses unbestimmte Verhalten der Ausstrahlung des noch etwas in petto Habens, des sich dereinst noch entpuppen Werdens usw.

Tja, das sind so… – ja, was eigentlich? Jungsche Synchronizitätlichkeiten? Dergleichen hat K., und das muss jetzt kommen, seit 1986 nicht zwei oder drei Mal erlebt, sondern viele Dutzend Male.

(… der Sozpäd lässt K. aber nicht in der Stadt oder im Wald stehen wie sein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre… aharhar, lustich, aharhar… so was gehört doch… äh… – siehe oben…)

(… ja ja, die Befreiung von Unterdrückung ist ein zäher, langwieriger Prozess und hat auffällig oft nichts mit den ökonomischen Rahmenbedingungen zu tun… das aber scheint, wiederum milde formuliert, schwer zu vermitteln…)

Bla.

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15 Antworten zu … an etwas glauben solle, ja, m ü s s e  er…

  1. Gisela sagt:

    (Wie hast Du Dich gefühlt, als Dein Vater Dich als Kind in der Stadt oder im Wald hat allein stehen lassen? – Wo sind diese Gefühle?)

    Du bist jetzt kein kleines Kind mehr. Niemand kann Dich einfach im Wald oder in der Stadt alleine stehen lassen. Selbst wenn – , Du bist jetzt alt genug, um Deinen eigenen Weg zu gehen. Du wirst immer einen Weg finden. Du brauchst Deinen Vater nicht mehr. Vielleicht vermisst Du Deinen Vater? Aber – du brauchst ihn nicht mehr.

    • Herr Koske sagt:

      … was soll ich dazu sagen… ich nehme das schon wieder als erhobenen Zeigefinger wahr… „Du du!“ macht die Tante…

      … wie ich mich gefühlt habe, steht hier; jedenfalls in Ansätzen… falls das jemanden interessiert, was ich zu bezweifeln realistisch genug bin…

      Der Satz ist mir schon bei einem bekannten Psychotherapeuten aufgestoßen; ab einem bestimmten Alter wäre jeder für sich selbst verantwortlich. Da stimmt was nicht, besitze ich die Arroganz zu behaupten. Das stimmt nur bedingt bei Leuten, denen schon sozusagen existentielle seelische Grundlagen fehlen, zum Beispiel das früh und lange genug vermittelte Empfinden, „okay“ zu sein, anwesend sein zu dürfen, eine Berechtigung für die Anwesenheit auf dem drittem Planeten des Systems zu haben usw. usf. – Das ist „komisch“; kein Mensch baut ein Haus, wenn die Kellerwände schief sind und die Bodenplatte ’n Riss hat; im menschlichen Leben scheint dergleichen als „normal“ angesehen zu werden…

      Das ist kein Selbstmitleid oder dgl., im Gegenteil! Wenn man in dieser inneren Situation nämlich zu projizieren beginnt, wird man schlimmstenfalls Leute angehen, von denen Einem vermittelt wurde, die wären „lebensunwert“…

      (… ich finde Leben sehr anstrengend, aber da ich nun mal da bin, mache ich halt mit…)

      • Gisela Schall sagt:

        ein erhobener Zeigefinger sollte das ganz und gar nicht von meiner Seite sein. Ok, alles ist auch ein Teil der persönlichen Wahrnehmung.
        Du verdienst es, ein schönes und ausgefülltes Leben zu leben.
        Ich habe mich gefragt, ob Du dieses „Alte“ loslassen kannst, weil es jetzt in der Gegenwart – oder vielmehr Dein Vater/Deine Eltern – keinen wirklichen Einfluss mehr auf Dich hat/haben (oder haben sollte/n?). Hm… dieses im Stich gelassene, hilflose Kind, das bist jetzt nicht mehr Du. (?) Du hast Dich weiterentwickelt, Du KANNST schreiben, Du KANNST für Dich selbst hervorragend sorgen…. Ok, bevor das hier wieder sowas wie ein Roman wird…

        Als „jemand“ würde ich mich selbst nicht bezeichnen. Als „ich“ habe ich mir Deinen zitierten Blogpost noch einmal durchgelesen:

        „Mein Empfinden in diesen Momenten jedoch ist eine der stärksten in meinem Leben erlebten Emotionen. Es bedarf keinerlei psychoanalytischen Wissens, um den intensivsten Traum meiner Kindheit zu deuten, in dem mein Vater sich unter gewaltigen Klängen symphonischer Musik rhythmisch ruckartig verkleinert und sich schließlich auflöst.“

        Mir persönlich gefällt der Satz von Marisa Peer sehr gut:
        „Egal, was Dein Kampf oder begrenzter Glaube ist, „Ich bin genug“ ist das Gegenmittel. Es ist eine einfache Tatsachenfeststellung, die nicht angefochten werden kann. Es ist Dein Geburtsrecht.“

        I AM ENOUGH.

  2. Gisela sagt:

    PS: Hab gerade festgestellt, dass mein Kommentar auf „Moderation“ wartet. Und dass er noch nicht freigegeben wurde. Darüber bin ich sehr froh.
    (… – die Thematik gehört meiner Meinung nach in den Privatsphäre-Bereich. )

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