Das Rindvieh in die Krippe sank/gleich war die ganze Sippe krank

Da geht es lang, in der Tat; das kommt ja auch dauernd per Mental-Funk: ‚Kabarett!‘

Nichts ist, wie es scheint! K. etwa, um wieder einmal über ihn zu sprechen, denn er spricht so selten über sich, schreibt jetzt seit dem zweiten September des unlängst schmerzlich verflossenen Jahres Morgenseiten nach Julia Cameron; er wollte nicht eher auch nur schriftlich darüber sprechen, weil er nach wie vor dem Tonio-Kröger-Syndrom erliegt; was ausgesprochen ist, ist erledigt; magisches Denken, man kennt das von dieser schwierigen Klientel des schizoformen Spektrums.

Übrigens sollten nach etwa einem Vierteljahr dieser Morgenseiten als Grundübung kreativer Reaktivierung des Ichs neue neuronale Verknüpfungen entstehen, wozu K. gezwungen ist anzumerken: „Pustekuchen! Kannste abschmatzen, Digga! Mitnichten nannten sie ihn ‚Neuronald‘!“

Wem will K. eigentlich beweisen, um den damit zu „bestrafen“, dass er, Herr K., ein hoffnungsloser Fall wäre? Ist es doch der unmittelbar vorgesetzte Vorfahre?

Dr. R., der Teilzeit-Chassid, hat schon 1985 angemerkt, dass manche Menschen ihr Leben lang damit beschäftigt wären, die Eltern bestrafen zu wollen, und K. hat, natürlich, Bahnhof verstanden, fragt sich aber ebenso natürlich insgeheim, warum seine mentale Festplatte ausgerechnet das quasi hinter seinem Rücken gespeichert hat. – Nichts Genaues weiß man nicht, doch Herr K. bleibt dran.

Tja, nun ist der Vorfahre in der ewigen Großgruppe; das hat sich auch erledigt, Scheiße. Selber schuld, korrekt! Es ist K. jedoch unheimlich, dass er ausgerechnet 2016 angefangen hat, seine Sound-Pics zu erstellen; einige Jahre danach hat er erfahren, dass sein Vater 2016 gestorben ist.

Der Mann hat etwa 1975 angefangen, mit seinem Equipment zu spielen und das ging eindeutig in Richtung DJ, Samplen usw., obwohl es so was damals noch nicht wirklich gab. Vor allem hat K. deutlich bemerkt, dass sein Vater auch an dieser Stelle Begabungen hatte, die, wie fast immer, ungenutzt blieben. K. erinnert sich deutlich an einige Bemerkungen, die auf sicheres Gefühl des Vorfahren für Sound, Rhythmus und Effekte verwiesen.

Worum geht es? Gibt es ein Thema? Kann Herr K. sich verständlich machen, ach?

Nun, K. hatte von Anfang an den Gedanken, dass diese, sich übrigens bei tausenden Menschinnen und Menschen bewährt habende Technik nach Cameron bei ihm nach hinten los gehen würde, und zwar dergestalt, dass er zwar gewissermaßen (re-)aktiviert werden würde, aber in einer ganz anderen Richtung als geplant oder zumindest gedacht; statt Aufnahme in Literatenkreise nebst monatlich fünfstelligen Honorarzahlungen soll und wird stattfinden die verbindliche heilsam-produktive Reintegration in die in die Hände spuckend mit Steigerung des Bruttosozialprodukts beschäftigte Masse usw.

Beim Schreiben geht es zudem nicht ums Schreiben. Seit Jahren jammert K., die frustrierte Hausfrau mit Schwanz, dass er sich nicht „unterdrückt“ fühlen würde, weil er vierfach verhartzt wäre, im begleiteten Einzelwohnen leben usw., sondern, weil er es ums Verrecken nicht schafft, seine Tagesstrukturierung eigenständig zu stemmen, indem er, als Beispiel, von neun bis zwölf schreibt, von dreizehn bis fünfzehn Uhr Litauisch und Suaheli lernt usw. usf.

Nun, seit dem 24. 12. des, wie erwähnt, ganz letztens schmerzlich dahin geflossenen Jahres, und jetzt macht K. alles kaputt, indem er es, siehe eben oben, erledigt, indem er es ausspricht, sitzt K. bis zu 12 Stunden täglich am Gerät und korrigiert und formatiert und redigiert und feilt am Ausdruck usw.

Ist es das? Seit vielen Jahren hat K. zum ersten Mal wieder zumindest in deutlichen Ansätzen das Gefühl, dass es sich lohnen könnte, aufzustehen und den Tag zu beginnen; hier wirkt die Zweitdiagnose Depression, und wer das nicht erlebt hat, sollte doch lieber den Mond halten, um Dr. Waalkes zu zitieren.

Na ja, womöglich eh‘ wieder zu früh gefreut, fürchtet K. Er wird nun noch ein Bändchen mit seinen Aphobongrammen veröffentlichen; schon aus Bosheit, hähä, weil letztens per Mental-Funk kam: ‚Verschon uns mit Deinen Weisheiten!‘

Eventuell kommt dann noch ein gar artiges Skript mit seinen Kommicks; an den eigentlichen Geschichten aber bastelt Herr K. gerade heftig; die sollen unbedingt gedruckt werden, auch wenn das Zeug kein Schwein liest, was sehr wahrscheinlich der Fall sein wird.

Coole Eigenwerbung, oder? Ja, auch deswegen, unter anderem, war K. an der Werbefachschule. Das quasi übliche dialektische Paradoxon; die besten Kinderbücher schreiben oft Leute mit schwer beschädigter Kindheit, der beste Immobilienmakler ist oft der innerlich Heimatlose, und wer sich nicht sichtbar machen kann, will in die Werbung usw. usf.

(… meine Güte, ist Herr K. schlau; ist er nicht… neuerlich eine kleine Übung im englischen Fragesatz, nicht wahr, *hüstel*…)

(… „Küchenbulle will in die Werbung, hähähä!“, O-Ton vox populi ca. 1991… K. ist nicht nachtragend, aber er vergisst nichts… muaha…)

Wird sich dadurch irgendetwas ändern im Leben des K.? – Nichts Genaues weiß man nicht, doch Herr K. bleibt dran…

***

Quelle.

Das mindestens Interessante ist, dass selbst er so was kennen muss, sonst hätte er diesen Satz nicht sagen können. – „Jeder ist/wie jeder ist!“; „Silly“, bzw. Dipl.-Philosoph Karma.

PS: Ein Fünftel, ha, des eigentlichen Buchprojektes hat K. jetzt veröffentlichungsfähig durch geackert, wobei er nie bemerkt hat, wie viele Fehler sich da eingeschlichen haben; allein, es geht voran, *hüstel*…

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