(… er reißt sich an Riem…)

Als K. ganz vorhin das Haus betreten hat, in dem sich sein klischeehaft klassisches Dichte-, Denke- und Darbe-Dachstübchen (KLIKLADIDEDADA) befindet, wofür zugegebenermaßen das Haus nichts kann, hat er im Briefkasten ein gar artiges Sendschreiben gefunden, mit dem er hochoffiziell gesundheitsreferätlich ermuntert wurde, sich, yeah, boostern zu lassen; allein, er kam gerade von der dritten Impfung, die damit fast auf den Tag genau sechs Monde nach der zweiten Zufuhr von Bremsflüssigkeit für coviderliche Viren am 22. 05. a. c. stattgefunden wurde.

Endlich mal nicht zu spääät, boah! Auch war Herr K. ebenso lange der fälschlichen Meinung, man hätte ihm einst im Mai astralen Seneca oder so ähnlich in sein bekanntlich blaues Blut gespritzt; es war jedoch Bai On Tek, wahrscheinlich etwas Chinesisches, und die diesen Irrtum konstatierende medizinische Fachkräftin war heute ehrlich erheitert.

Herr K. musste wieder an Helga Königsdorf denken, die sinngemäß sehr zutreffend anmerkte, es wäre eine große Kunst, die man nicht geringschätzen sollte, Andere zum Lachen zu bringen. Übrigens wurde K. heute Moderna verabfolgt, obwohl er bekanntlich postmodern ist, aber irgendwas is‘ immer.

Nein, K. will nicht angeben damit, dass er bei der Drittimpfung war, wie vor etwa einer Viertelstunde per Mental-Funk gesendet wurde; vielmehr will er wieder petzen und die Budenzauberer anscheißen.

Beim Warten auf den Shuttle-Bus nämlich, der die frisch geimpften Leutinnen und Leute von den Messehallen Riem, in denen man intensiv sozialhygienisch-prophylaktisch spritzig zugange war, zum U-Bahnhof Messestadt-West gefahren hat, wurde K. von einer kleinen, dünnen und blassen Frau angesprochen, die wissen wollte, ob da, wo Herr K. herumlungerte als wie der ewige Pubertäter, der er ja eigentlich auch ist, der Bus abfahren würde.

Dann kam gar ein Gespräch zustande und K. hat nicht dicht gemacht, was ihn selbst erstaunen musste und denn in der Tat auch erstaunt hat. Allerdings hat er die Frau praktisch stehen lassen, als der Bus kam; er ändert sich nicht mehr, er kommt nicht mehr raus aus der Spur; Psychopath, wird einsam sterben, bla.

Etwa eine Dreiviertelstunde vorher aber, und deshalb eigentlich notiert K. diese Notizen, kam per Mental-Funk, sozusagen wie aus der Luft, der innere Zuruf: ‚So ’ne kleine Frau‘.

Herr K. wusste ausnahmsweise sofort, worauf sich dieser Funkspruch bezog, nämlich auf einen Titel von „Silly“. Man muss den Song hören, siehe bzw. höre oben, nicht nur den Text lesen. Psychopath K. hat beim Hören des Öfteren heftig auf die Tränendrüse gedrückt, wie sein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre gesagt hätte.

Nun, eine solche kleine Frau stand nun vor ihm, etwa eine Dreiviertelstunde nach dem Funkspruch der dauerhaft kommentierenden virtuellen Diensteinheit (DAUKOVIDI). Wie erklärt Ihr dergleichen, liebste diplomierte und promovierte Mitgliederinnen und Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse? Nicht so drängeln! K. muss vielleicht noch hinzufügen, dass er so was viele Dutzende Male erlebt hat seit Beginn des Engagements der Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ) 1986.

Eben aber kam: ‚Kuckuck!‘ – Nun lasst doch dem alten, die Wende verpennt habenden Stasi die kleine Freude; er muss seine Berichte schreiben, er kann nicht anders…

In diesem Sinne verbleibt K. mit ausgezeichneter Zerknirschung und zieht sich wieder in seine Depression zurück, *kuschel*…

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1 Antwort zu (… er reißt sich an Riem…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Bei Silly fällt mir unweigerlich der Song „An Fenster“ ein, der, mit virtuoser Geige, ein jedes Mal im Klüfpfel, welches leider nicht mehr existiert, am Ende gespielt wurde, bevor es, nach stundenlangem Tanzen, nach Hause ging. Und nein, es war nicht die Gruppe Silly, sondern City, die irgendwie ähnlich klingt, wie soeben gegoogelt. Sorry…

    Habe er eine gute Woche…

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