(… was geht um im K. an einem normalen Unterschichtmontag…)

Auch das hat K. erst mit 50+ zu realisieren begonnen, dass diese Gespräche übers Wetter usw. im Treppenhaus usw. eben nicht oder jedenfalls nicht nur „spießiges Geplänkel“ sind, sondern immer auch Versuche, sich seiner Kontakte zu vergewissern, das gewahr sein Können der Anwesenheit potentieller Ansprechpartner aufzufrischen oder so ähnlich. K. kann sich nicht richtig wirklich gut ausdrücken, oder so ähnlich; er kommt aus dem Osten und die hatten dort, wie erst höchstens dreißig Mal erwähnt, zu wenig Buchstaben.

Und so weiter… – ‚Dein Weblog ist Geltungsdrang!‘, kam schon Dutzende Male per Mental-Funk. Nun denn, Herr K. bemüht sich, im Mainstream zu schwimmen, ha, *platsch*, und lässt seinen Narzissmus im Blog raushängen, hä hä…

Das war ’ne Attitüde! K. war frisch in Berlin, 1983, und auf dem, harhar, introvertiert-intellektuellem Rebellentrip. Die Leute, und auch oder gerade die Leute sind immer die Anderen, reden ja gar nicht miteinander in der Bahn usw.; das müssten sie doch aber, denn es sind doch neue Menschen in einer neuen Gesellschaft, in der das Leben nun endlich mehr ein Fest werden wird als stumpfsinniges herunter Reißen bedrückender Routinen usw. Oder nich‘, Keule? Harharhar, lustich! So was gehört doch in die Einrichtung.

Was K. jedoch nicht geschnallt hat, ist, dass er selbst nicht die geringsten Kontaktversuche unternommen hat, sondern wie ein Geist über den Wassern unsichtbar einher geschwebt ist; ach, wie poetisch. Kurzum wirkte wieder einmal das Problem des sozusagen unvollständigen oder jedenfalls verzerrten Selbstbildes.

Quelle. – Ein Beispiel für das eben oben angedeutete Problem der Selbstbildhauerei. Warum hat man das nicht in der Schule üben können, das wäre doch Lernen fürs Leben? – Rein rhetorische Frage, sorry! Häff fann, oder wie die Großbritannier sagen!

Ja, Herr K. (über)identifiziert sich neuerlich persönlichkeits- sowohl als auch störungsspezifisch mit dem Weibe; wir bitten um angemessenes Unverständnis. Ja, hier zeigt sich die latente Misogynie des misanthropischen Miesepeters (MIMIMI) K., ist ja schon ungut! – Trotzdem hat es K. gerissen bei der Lektüre des Spruches. Katapulte nach Gondor ziehen; etwas in K. stellt sich das jetzt bildlich vor.

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12 Antworten zu (… was geht um im K. an einem normalen Unterschichtmontag…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Cooler Spruch!

    Man hat diese Mädels stets vor Augen. Nur keinen falschen Spruch loslassen…

    • Herr Koske sagt:

      … ich hatte in der letzten Zeit nicht immer, aber immer öfter den Gedanken (es denkt in mir, ich mache ja nichts!), dass man bald nie nirgends nichts mehr sagen kann, oder so ähnlich… immer fühlt sich wer auf den Schlips getreten und ein Scheiße-Orkan bricht los oder wie das heißt… unter anderem deshalb bin ich froh, eine kleine Marginalperson zu sein, die hier marginal vor sich hin dümpelt, quasi ständig unterm Radar wegtauchend… hähä… Umdeutung, hähä! Das Positive sehen, hihi!

      (… ja, ich bin ein Zynist…)

  2. Herr Ösi sagt:

    Zum Glück haben wir – unter welchem Etikett auch immer – Narrenfreiheit…

    Wer nimmt uns schon ernst… chchch

    • Herr Koske sagt:

      … ick weeß ja nich‘, Keule (ick bin ooch nich‘ von hier, wa)… was in diesem Zusammenhang in mir umgeht, ist der nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisende Gedanke, dass ich doch eigentlich, aus der Situation heraus, die Du als „Narrenfreiheit“ bezeichnest, völlig (vogel-)frei sein müsste; stattdessen bin ich von allerlei Ängsten, Zwängen und weiterem Schnullifax gebeutelt, was wieder einmal zu zeigen scheint, dass das Züchogedöns eben doch weitaus mehr das sozusagen allgemeine Lebensgefühl bestimmt als der „materielle Rahmen“…

      Bla.

      Der heutige Klugschiss wurde Ihnen präsentiert von

      Herrn Koske aus der Unterschicht

  3. Herr Ösi sagt:

    Zeige mir bitte einen, der heutzutage nicht von Ängsten und dem ganzen Scheiß geplagt wird.

    Den wirst du nicht finden. Und wenn du ihn findest… ist er ein Lügner…

    • Herr Koske sagt:

      … da bin ich mir nicht ganz sicher… ohne Quatsch… außerdem gibt es jede Menge „natürliche, angemessene“ usw. Ängste usw., zum Beispiel in coronierten Zeiten; aber da sind ja dann auch immer noch diese zahlreichen irrationalen, „neurotischen“ oder was auch immer Mätzchen, Faxen und Schnullerchen… die sollten ja nicht sein müssen… oder so ähnlich…

  4. Herr Ösi sagt:

    Ja! Irrtum meinerseits! Sorry!

    Die ohne Ängste, die gibt es… klarerweise.

    Die Politiker! Die können aber nicht denken, leben in einer Blase, denken, es wird schon irgendwie gut gehen für mich…

    (Hoffe, da werden sich einige aber gewaltig irren!!!)

    • Herr Koske sagt:

      … das halte ich immer wieder für fürchterliche Klischees, „Politiker können nicht denken“ usw…. erst mal gibt es nicht die Politiker, sondern das sind sehr viele, ganz unterschiedliche Menschen, die ihren Job machen, so gut sie es eben können… ich bin mir aber nicht sicher (oder nicht so sicher, wie ich es mir wünschen würde, weil ich es für „normal“ halte), ob ich hier meiner Wahrnehmung trauen kann… vielleicht bin ich ja doch mehr Untertan, als ich es wahrhaben kann und will… keine Ahnung… alles offen, nichts mehr sicher, kaum noch was schnell und ohne größere Anstrengungen zu erklären in dieser unserer dynamischen Postmoderne – verständlich, dass manche Leute „einfache“ Lösungen suchen und zu finden glauben…

      Wir leben alle in einer Blase, geprägt durch die Wahrnehmungsmuster, auf die wir konditioniert wurden schon in der Kindheit, und desto besser man diese Muster wahrnimmt, desto besser kommt man klar… bilde ich mir ein…

      Ich habe allerdings so was mit der Blase auch schon gedacht – und damit schwenke ich sozusagen wieder in die Gegenseite, siehe eben oben, Untertan und so (die Genossinnen und Genossen würden sagen, aus ihren Wahrnehmungsmustern heraus urteilend, logisch, deren Relativität sie jedoch nicht sehen wollen und/oder können, ich wäre ein Gesinnungslump oder so was; allein, ich freue mich ja immer, wenn ich weiß, warum ich Schuldgefühle habe).

      Frau Dr. Merkel (aber nichts gegen Mutti, *hüstel*!) hat 2013 (!!!) vom „Neuland Internet“ gesprochen. Das ist jetzt ein Beispiel. Eindeutig eine Wahrnehmung aus einer Blase, in der Tat! Wenn sie das 1995 gesagt hätte, hätte man das eventuell stehen lassen können… Und da habe ich gedacht (ich pflege zuweilen zu denken und ist es denn ein Gräuel fürwahr!), das würde dann projiziert; die ganz schlimmen Clans in Kreuzkölln, die ganz schlimmen braungrünen „Heiden“ in Mecklenburg usw.; bei denen sieht man dann, was man bei sich selbst nicht wahrnehmen will und/oder kann, eben das sich in einer Blase Einrichten und diese für die Welt an sich halten…

      Und damit habe ich nun in einem Kommentar zwei konträre, wenn nicht gar sich gegenseitig ausschließende Positionen… – sagen wir: erörtert. Und auch das hat man nirgends gelernt („man“ ist hier angebracht, denn das Problem betrifft mit einiger Sicherheit nicht nur mich) – Ambivalenz aushalten, bla.

      (… so was kommt dabei heraus, wenn ich nicht nur blödele… propagandistisch-didaktische Gardinenpredigten… furchtbar, der Mann…)

      Trotzdem – guten Tag!

  5. Herr Ösi sagt:

    Ich bin ja vom Denken her geprägt vom

    1. Ösiland, wo ich jung war und nicht so viel denken musste
    2. Frankreich, wo die Leute schon immer gegen die Politiker gewettert haben
    3. Deutschland, wo ich zu alt und zu faul bin, noch noch umzudenken

    Da bin ich freilich eingefahren, geb ich zu und lege nicht jedes Wort in die Waagschale… oder müsste es auf die Waagschale heißen…?

    Was Hänschen nicht lernt, denk ich oft…

    • Herr Koske sagt:

      … ja… na ja… da bestätigt sich wieder, jedenfalls für mich, der ich doch erstaunlicherweise Nabel sowohl als auch Arsch der Welt bin, hoho, dass sich immer die Richtigen finden, wie Tante Paula gesagt hätte, wenn es sie gegeben hätte… ich versuche (man beachte verstohlen den Fettdruck – die nicht vorhandene Redaktion), aus diesen Gleisen zu springen, die auch ich, wie Du immerhin bereit bist zuzugeben (wofür ich Dich jedoch mitnichten loben werde) oft aus Trägheit zu verlassen vermeide, heule heule heule… oder so ähnlich… ich denke immer noch, es kommt noch was… süüüß… bla…

      Zur „Waagschale“ – das Einzige, was ich ein bisschen zu können scheine, ist, gar artig Worte zu setzen, und ich versuche, das so gut wie möglich hinzukriegen; wenn Sie vielleicht verstehen möchten, was ich eventuell gemeint haben könnte, werter Herr…

  6. Herr Ösi sagt:

    Nein, nein, in die Waagschale legen oder auf die Waagschale. Sie, die Waagschale, muss entscheiden können, ob das Gewicht in der einen oder das in der anderen das Leichtere beziehungsweise das Schwerere ist, um sich entsprechend neigen zu können.
    Zur Waagschale würde bedeuten, du legst die Worte neben hin, also gar nicht in die Schale hinein oder hinauf, heißt, das Waagschälchen ist von Haus aus austariert und hat nix zu tun. Wenn dem so wäre, wäre sie unnötig.

    Ich werde darüber nachdenken müssen…

    Das lenkt mich zumindest von der Frage ab, welches Land mich am meisten geprägt hat…

    • Herr Koske sagt:

      Das ist der Hammer! Das ist jetzt die Diskussion von, muaha, Herrn Lehmann bei der ersten Begegnung mit der schönen Köchin Katrin; es geht um eine Flasche mit Lebensinhalt usw.; zudem gilt: „Die Kruste wird allgemein überschätzt!“, den Schweinebraten betreffend, nicht wahr…

      Worin nun das Problem besteht? – Leider bist Du keine schöne Köchin; da musste jetzt durch, Alter…

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