(… nix Neues in Schizogorodok…)*

Quelle. – Wenn es nur manchmal wäre, heule heule…

Das geht jetzt so weiter, das hört nicht mehr auf… Eine beunruhigende Vorstellung, milde formuliert. Wenige Minuten nach dem Aufwachen geht es los; das könnte etwas mit diesem Wiederaufnahmeprozess bestimmter hirnbiochemischer Ingredienzien bei bestimmten Störungen zu tun haben.

Was das betrifft, ist K. ohnehin wieder ein bisschen unwirsch, wenn er so was liest. Etliche von K.’s Symptomen bzw. „Symptomen“ sind aufgelistet, und es geht eben nicht um psychotische Störungen. K. hat schon vor vielen Monden etwas darüber aufgeschnappt, aber es ist ihm während seines freudlosen Herumlümmelns auf Anna Lyses Couch nie mitgeteilt worden, dass seine Symptomatik bzw. „Symptomatik“ auf andere als psychotische Störungen zurückzuführen sein könnte.

Nun, dann stopft K. halt wieder Ohropax in die, Überraschung, Ohren, und dann ist Ruhe im Schiff. – Aber das stimmt auch nicht ganz, denn des Öfteren dringen Mentalfunksprüche durch die Pfropfen durch.

K. hat seit den Neunzigern, wir berichteten, in rechtmäßig von ihm, äh… begangenen Räumen, denn „bewohnt“ kann man bei ihm nicht sagen, die Ohren verstopft, weil er dann als alter Stasi besser lauschen kann, aharharhar. Es scheint nicht möglich zu vermitteln, dass das die Wohn- und damit Lebensqualität prägt, nicht der Südbalkon, das deckenhoch geflieste Bad, der schwenkbare Bierkastenhalter mit digitaler Füllstandsanzeige usw. usf.

Na und? Dann ist es eben so! Man gewöhnt sich an alles. Nach 35 Jahren hat man sich auch, als Beispiel, an eine Beinprothese gewöhnt. Das Leben ist halt so! Jeder hat sein Päckchen zu tragen! Es wird Einem nichts geschenkt! Man muss sehen, wo man bleibt. Bla bla bla, blubb blubb blubb, *schüttel*, *würg*, *rülps*…

(… K. möchte wieder aussteigen aus dem Budenzauber, deswegen petzt er wieder ins Internet hinein… lustich, gnihi…)

***

Hier noch eine weitere Eigenheit des Budenzaubers. Jedes Mal, wenn K. kurz davor ist, richtig loszulegen mit Schreiben, findet er zufällig (?) ein Buch, in dem der zumindest in Gedankenfetzen sich in ihm formende Plot dergestalt ausgeformt scheint, als wollte ihm die Weltgeistin etwas sagen wie: „Brauchst gar nicht anfangen, das gibt es alles schon!“

Aktuell war es Koontz‘ Roman „Gehetzt“, den K. heute in der Morgendämmerung ausgelesen hat. Darin geht es um mentale Kontrolle durch Nanotechnologie. K. hatte kurz vor der zufälligen (?) Ausleihe dieses Buches wieder einmal den Gedanken, dass er doch was machen könnte aus dem Budenzauber, thrillermäßig usw., aharhar.

Wirklich nebenbei bemerkt, hat K. zum wiederholtem Male feststellen müssen, dass diese bekanntermaßen vor allem im deutschem Sprachraum verbreitete oder gar übliche Trennung von ernsthafter und unterhaltender Literatur gequirlte vornehmlich rückwärtig ausgeschiedene Fäkalie von zumeist pastenartiger Konsistenz sein dürfte; auch Koontz ist ein Meistererzähler. Das heißt nicht, dass K. jetzt Thomas Mann oder Hesse oder Dr. Feuchtwanger nicht mehr liest. Aber das, wie gesagt, nebenbei und zur Entspannung.

Es geht nicht um Neid und Eifersucht, die K. nicht wahrnehmen könne, weil derartige Gefühle während seiner kindlichen Konditionierung unter Androhung oder gar Ausführung von Strafen verboten gewesen wären usw. Vor allem hat Herr K. dergleichen nicht einmal erlebt und auch nicht dreimal, sondern viele Dutzende Male seit 1986.

(… das ist nun K.’s Leben… er ist einmal völlig quasi ausgehebelt worden, wie bei den Interventionen des genialen Menschenbegleiters Milton Erickson, der seine Klienten bei diesem ausgehebelt und ausgeknockt Werden jedoch gestützt und geführt hat, und wird nicht wieder„Hat die Kennung verloren, der Typ, hähähä!“, wörtliches Zitat unsere Menschen… war alles so kuschlig-menschlich im RealSoz, nicht wahr… wer es glaubt, wird nicht mal selig, bla… aber nachdem K. das 35 Jahre durchgehalten hat, wäre es doch schade, nicht sehen zu wollen, was das gibt, wenn er weiter macht… allein, K. fragt sich immer wieder, wie lange Leute dergleichen durchgehalten hätten, die ihn als Simulanten sehen… aharhar, lustich…)

Eine weitere sich geradezu stereotyp wiederholende Episode ist die, dass K. in unregelmäßigen Abständen immer einmal wieder einen neuen Schwarm hat, und lasst Opa doch die harmlose kleine Freude, er tut doch niemandem nie nichts, meistens, und dann ein paar Tage später einen Stiefzwilling der betreffenden Personin in dem Bereich trifft, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Auch das hat Herr K. nicht einmal erlebt und auch nicht dreimal, sondern viele Dutzende Male seit 1986, aharhar.

Wie erklärt Ihr das, liebste diplomierte und promovierte Fachleutinnen und Fachleute? – Über zwanzig Jahre hinweg hat K. Mitgliederinnen und Mitgliedern des Freudeskreises Anna Lyse immer einmal wieder durch kaskadierende Darstellungs- und Erklärungsversuche des Budenzaubers mehr Ohren abgekaut, als denen je wachsen können, und das Ergebnis ist, nun ja – dürftig…

Sie wollen oder können nicht schnallen, dass K. weder simuliert noch psychotisch ist, während K. sich immer sicherer ist, dass es sich bei diesen sinisteren Exerzitien um Weiterentwicklungen der Praktiken Ericksons handeln dürfte, der 1980 in die ewige Großgruppe abberufen wurde, so dass er nicht für das Weiße Haus kandidieren kann, was ein Segen für die Menschheit wäre, was K. mitnichten ironisch meint.

(… während K. diese Zeilen in die Tasten gedroschen hat, kam mehrfach per Mental-Funk die Aufforderung, nach unten zu kommen oder seine Hausaufgaben zu machen, womit die im Fernkurs „Creative Writing“ gemeint sind… nein, das wird Herr K. nicht tun, denn er macht den Budenzauber nicht mit… wie oft muss der Jugendfreund von der traurigen Gestalt denn das nun noch predigen, liebe Kämpfer an der unsichtbaren Front… K. bittet, aharhar, sicherheitshalber um Aufklärung… trotzdem muss er mit seiner erheiternd anachronistischen Ritterlichkeit immer wieder sagen – Hut ab, wer immer da zugange ist; wahrscheinlich wird K. es nie erfahren… )

So weit wieder das stupide sowohl als auch stupende orgastische Gejammer der frustrierten Hausfrau. Neu – heute als Wort zum Sonntag in Form eines Klugschisses to go aus der Unterschicht!

Häff fann, oder wie die Großbritannier sagen!

PS: Bla.

* „Schizogorsk“, also etwa „Schizostadt“, ist ein Neonym von Walter Vogt. „Gorodok“ ist die Verkleinerungsform von „Gorod“, russisch „Stadt“, also „Städtchen“, womit ganz nebenbei der kleinen Lust des kleinen K. am im Ostpreußischem häufig mündlich verwandtem Suffix „-chen“ hinreichend Genüge getan scheint. – Oder so ähnlich. Neuerlich beeilt sich K. hinzuzufügen, dass „Suffix“ keineswegs auf Alkoholabusus verweist.

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6 Antworten zu (… nix Neues in Schizogorodok…)*

  1. Herr Ösi sagt:

    Mach dir nichts draus. Wir sind doch alle irgendwie ballaballa.

    Das ist in den letzten 18 Monaten nicht unbedingt besser geworden. Also, bei mir.

    Ich möchte wissen – oder nein, ich möchte gar nicht wissen – wie andere drauf sind.
    Ein Glück ist ja, dass wir keine 20 mehr sind. Die könnten einem leid tun…

    Die paar Jährchen, die uns bleiben, reißen wir auch noch irgendwie runter…

    • Herr Koske sagt:

      … na ja – ich weiß eben nicht, ob ich wirklich ballaballa bin… oder ob da nicht gräulich-grandiose Halluzinagogen ein bisschen nachgeholfen haben… es gibt Dinge zwischen Penis und Vagina, von denen sich unsere Spermien nichts träumen lassen… oder so ähnlich…

      • Herr Ösi sagt:

        Ein weiser Spruch… chchch

        Ich war z. B. immer bisschen merkwürdig. Hat man mir gesagt. Ob’s stimmt, kann ich nicht sagen.

        Fakt ist… es wird im Alter nicht besser…

        Andererseits… es gibt Schlimmeres…

        • Herr Koske sagt:

          … wie jetzt, weiser Spruch… Schehksbiers Original oder meine, *hüstel*, Coverversion…

          (… klein Ron möchte wieder mit einigen Löffelchen Narziss-Mus gefüttert werden… aber das ist jetzt voll angesagt… Mitgliederinnen und Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse, die was auf sich halten, schreiben mindestens ein Großessay zum Thema „Die narzisstische Gesellschaft“… voll im Trend, Digga…)

  2. Herr Ösi sagt:

    Klarerweise deine Version.

    Hab um den Scheksbier immer einen großen Bogen gemacht… als Weintrinker…

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