(… Wende verpennt – Planvorsprung…)

Ein von K. etwa 2018 hoffentlich nicht ganz ohne Anmut gesampelter Beitrag mit dem Titel „Besichtigen Sie die Fertigstellung unseres hochwertigen Gebirges“. – „Ach.“*

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K. wird nicht müde, den Budenzauber beschreiben zu wollen, was ihn selbst überrascht, was ausdrücklich nicht ironisch, sarkastisch usw. gemeint ist.

Er kommt in sein klischeemäßig klassisches Dichte-, Denk- und Darbe-Dachstübchen (KLIKLADIDEDADA), schließt die Tür hinter sich, und sofort kommt das Gebrabbel im Hintergrund, etwa: ‚Tuta wieda so, als wenna abeitn war!‘ Usw. Und ewig murmelt das Murmeltier… – „Wer hat sich das ausgedacht?“ (N. Hagen, Vokalkommunikatorin)

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Das mit den OP- statt der FFP2-Masken gilt erst ab morgen, siehe Überschrift Headline. K. hat jedoch heute schon mit einer OP-Maske am öffentlichem Personen-Nahverkehr teilgenommen, an dem ohne Besitz und Benutzung eines Smartphones teilnehmen zu dürfen er immer wieder glücklich ist. Herr K. sieht sich in der Tat, wie Teal’c gesagt hätte, im Unbewussten als Chefchirurg von Oberbayern. Heute konnte K. gar einige Augenblicke am weltstädtischem Trubel auf dem Marienplatz teilhaben, obwohl er prekär-marginal abgehängt ist, worüber er immer wieder sehr weinen muss.

In einer der traulichen Nebenstraßen dieses Platzes praktiziert der Arzt, der regelmäßig das erklärtermaßen gutartige Wachstum männlicher Drüsen begutachtet. K. will aber diesbezüglich nicht weiter, aua, eindringen, zumal er heute eh‘ nur ’n Rezept abgeholt hat; für ein exotisches, wiewohl deutlich wirksames Natur-Präparat mit nur 40 Euronen Zuzahlung, boah. Der Monat ist wieder gelaufen, Alter! Sie nannten ihn „Euronald“, yeah…

K.’s Maske war konservativ himmelblau; bei Mädchen ist sie wahrscheinlich rosa. Einige Leutinnen und Leute haben komisch jekiekt mitte Oogen im Kopp, und schließlich wurde K. seines Lapsus‘ gewahr, und er rechnet nun neuerlich mit Ausweisung aus Bayern.

Dann kam vorhin etwas wie: ‚Gibt noch an, dissa senil is‘!‘ Das bezog sich offensichtlich auf den „Fridolin Senilowitsch Koskessowski“ in der Überschrift Headline des letzten Postings. Auch dieses mindestens seltsame Phänomen hat K. bereits angesprochen; einerseits wissen die Budenzauberer scheinbar alles, auch nur von K. Gedachtes, andererseits knallen sie voll daneben. Der mittlere Name ist ein vorzüglich im Russischem üblicher Vatersname; wenn der Vater „Wassili“ hieß, ist der Vatersname des Sohnes „Wassiljewitsch“ usw.

Unabhängig davon, ob das nun „halluziniert“ oder „echt“ war, ist es alles Kommunikation. K. empfiehlt, die unbearbeitete Autoritätsproblematik, in Klammern Papa, günstigstenfalls in einer Therapie zu bearbeiten und nicht K. über zu bügeln, weil der sozialromantisch silberhaarig ist. Ohnehin ist K. emotional 16 oder 17 und klemmt an der Schwelle vom Elternhaus nach draußen fest; oh, schöner Schmerz! Irgendein kluger Mensch hat in diesem Kontext sinngemäß angemerkt, dass diese Ablösung umso schwerer fallen würde, desto weniger eine wirkliche Bindung erlebt werden konnte bzw. desto unsicherer und ambivalenter die Bindungen waren. Da ist wohl was dran, zefix

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Gestern hat K. Fitzeks „AchtNacht“ zu lesen begonnen, und neuerlich konnte er eine gewisse, *hüstel*, Altersmilde an sich feststellen. Während er in seiner körperlichen Jugend in gewissem Maße jugendlich unbedingt war wenigstens in der Weise, dass er sich bemüht hat, nur Bücher zu lesen, die nach wessen und welchen Maßstäben auch immer zur Weltliteratur gezählt wurden, ist K. nun gern bereit zu erklären, dass auch oder gerade Autoren wie Fitzek Meister sind.

Ohnehin ist dergleichen sehr subjektiv, wenn nicht fragwürdig. Paul Heyse etwa wurde einmal von Publikum und Kritik als eine Art neuer Goethe oder dergleichen gehandelt und hat als erster Deutscher den Literaturnobelpreis erhalten. Wer aber, wenn er nicht mit Neigung zu marginalen Themen Germanistik studiert, liest heute Heyse? Man kennt den Namen, gewiss, weil der Tunnel am Hauptbahnhof in M ihn trägt.

(… das war wieder sehr durchsichtig, Herr K…. ganz gewiss werden ca. 2080 sogenannte weite Kreise Ihre fatalen Fragmente schier verschlingen, vorzüglich auf Dienstreisen zum Mond und zum Mars…)

Fitzek oder Eschbach oder Dashner oder Yancey usw. können starke Geschichten stark erzählen, in der archaischen Manier, wie es schon in der Steinzeit Erzählmeister am Lagerfeuer identitätsstiftend und den Stammeszusammenhalt fördernd praktiziert haben.

(… „Außerirdische sind doof.“… gnihi… einer der Favoriten auf K.’s Liste der stärksten ersten Sätze, „Die 5. Welle“innere Liste, versteht sich – es ist alles geheim…)

Bla.

So weit wieder die banalen Erlebnisse und Gedanken und Empfindungen einer Marginalperson fortgeschrittenen Alters.

Im nächsten Leben geht’s anders lang, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt!

* Prof. von Bülow aka Loriot. Und das mit „hochwertig“ ist natürlich ’ne Anspielung auf Alex in „Alles ist erleuchtet“„Besichtigen Sie die hochwertige Landschaft!“, muaha.

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