(… traumhaft politisch korrekt…)

Quelle der kulturellen Umrahmung. Nein, dies
ist kein Hinweis auf Drogengenuss des K.! Thx!

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Eine, und da haben wir es doch wieder, gertenschlank-elfenartige Frau beugt sich, um sich das Haupthaar zu waschen, völlig nackt über einen dieser Holztröge, wie es sie früher auf Bauernhöfen usw. gab und möglicherweise immer noch gibt, denn Herr K. ist diesbezüglich nicht up to date, und ihr wohlgeformter Körper leuchtet geradezu in reinem feinem Weiß, ach*, und K. wagt es auch im Traum nicht, sie auch nur anzufassen. Is‘ wohl doch eher schwul, der Typ!

Ansonsten etliche wirre Prüfungssituationen, alle nicht bestanden, was sonst. – So vergehen die Tage bzw. Nächte, die auf Erden ihm gegeben sind, ach…*

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Das war nur eine der Stellen, an denen K. abwegig-untypische Empfindungen hatte. Er hat etwa als Vierkäsebreit Ulbricht voll cool gefunden, Mann, weil der ihn an das Sandmännchen erinnert hat. Gnihi. – So was gehört in die Einrichtung, echt!

K. konnte Erichs Geburtstag gar nicht vergessen, weil er einen Tag vor seinem eigenem stattgefunden wurde. Unabhängig von allem, was E. H. getan haben mag und getan haben soll, war der Umgang mit ihm nach dem Mauerfall oft unter allem weiblichem Hausschwein und hat vor allem ein bezeichnendes Licht auf unsere neuen Menschen geworfen.

Herr K. wäre aber nicht Herr K., wenn er nicht auch oder gerade hier einige gedankliche Kringel hoffentlich nicht ganz ohne Anmut vollführen würde. Er muss an einen militärischen Zwischenfall vor über hundert Jahren denken, den, wenn sich K. recht entsinnt, Heinz Knobloch beschrieben hat.

Ein deutscher Hauptmann hat sich schriftlich bei einem gegnerischem Offizier dafür entschuldigt, dass ein Untergebener dieses Hauptmanns versehentlich einen Parlamentär angeschossen hatte; der Hauptmann versicherte, dass entsprechende juristische Maßnahmen umgehend eingeleitet werden würden.

Dies ist das überholte Bürgerliche, das die Nossinnunnossn gesetzmäßig überwunden haben usw. (???) – Sehr wahrscheinlich würde diese Welt jedoch besser aussehen, wenn dieses Bürgerliche noch öfter zu erleben wäre, denkt es in K. ‚Das Bürgerliche gibt es nicht mehr!‘, kam vor einigen Monden per Mentalfunk.

In jedem Fall entbehrte der Umgang mit Honni nach dem Mauerfall zeitweise jeder Fairness, jeder Würde, jeder, igitt, Ritterlichkeit; er war manchmal einfach erbärmlich.

Vor allem war dies nicht die einzige Stelle, an der die Nossinnunnossn sich mit der sozusagen Liquidierung des vermeintlichen oder tatsächlich Bürgerlichen ins Knie geschossen haben dürften.

Es hat, als Beispiel, auf dem Gebiet der sowjetisch besetzten Zone zahlreiche Bürgerliche gegeben, die liebend gern an einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung mitgewirkt hätten, aber geradezu raus geekelt wurden von den aktiv-dynamisch gestaltenden Polterprolls. K. kann das einschätzen, denn er ist selbst ein Polterproll, in dem dennoch die Sehnsucht nach einer geistigen Ebene nicht abzutöten scheint, ach…*

So spricht K., der Jugendfreund von der traurigen Gestalt, der, O-Ton vox populi, die Wende verpennt hat, weswegen man vermutlich umgehend den Verfassungsschutz informieren sollte.

Dabei hat K. den Zusammenbruch seiner Weltanschauung bereits drei Jahre vor der Wende erlebt und hatte demnach eher Planvorsprung. „Weltanschauung“ hier nicht im übel belastet ideologischem Sinne, sondern als sozusagen provisorische Bezeichnung für die Gesamtheit der individuellen Muster der Weltwahrnehmung, die ohnehin kaum von politischen Überzeugungen bestimmt werden dürften, sondern von frühen Prägungen und Konditionierungen, kurzum hier wieder Psycho-Gedöns wirksam wird.

Allein, wie ein Militärmitschüler K.’s immer einmal wieder anzumerken pflegte – „Kann alles befohlen werden!“

PS: Hinter dem „So“, siehe Bild eben oben, fehlt ein Komma. K. erwähnt dies, um zu zeigen, dass auch ihm das aufgefallen ist, womit er verdeutlichen möchte, dass seine Fähigkeit und Bereitschaft zur Realitätsprüfung trotz seines hohen Alters zumindest zuweilen adäquat scheint.

* Zitat Prof. von Bülow aka Loriot.

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