(… neulich wieder im Leben…)

Quelle der kulturellen Umrahmung.*

Auf einem U-Bahnsteig des Hauptbahnhofs von M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren, hat K. einen Mann gesehen, der ein T-Shirt mit der Aufschrift „stark“ trug, womit ganz offensichtlich, worauf auch die Kleinschreibung hingedeutet haben dürfte, nicht die Familie aus Westeros gemeint war.

Äh… – *hüstel*. K. sah sich veranlasst, den Gedanken zuzulassen, dass es angebracht sein könnte, sich ein T-Shirt zu gestalten mit Aufdrucken wie etwa „Halbwegs intelligent“ oder „Sozial verdächtig“.

Äh… – *hüstel*. Quasi entschädigt fand sich K. dann dadurch, dass er am Josephsplatz einen Mann traf, der einen Regenschirm mit der Aufschrift „Regenschirm“ trug. No joke, folks!

Was aber hat K. am Josephsplatz gesucht?

Das Fahrrad; ein echtes Schnäppchen, wie er sich sicher ist, feststellen zu müssen. Natürlich ging in dem Augenblick, in dem K. losfahren wollte, weil er losfahren musste, ein Sommergewitter los, von dem noch kaum etwas zu bemerken war, als er in die U-Bahn gestiegen ist. Übrigens ist er schwarz gefahren, was er jetzt ja sagen kann, weil er jetzt kaum noch U-Bahn fahren wird, weil er mit’m Radl da sein wird, he he.

Zwei Prüfungen oder Wegmarken auf einmal. Erstens musste sich K. nun mit seinem ihm unbekannten ökologisch einwandfreiem Gefährt durch den Regen kämpfen. Das scheint er ganz gut gepackt zu haben; nur einmal hat er sich für etwa fünf Minuten in einen Hausdurchgang gestellt, als der Niederschlag stürmischen Charakter angenommen hat. Selbst in dieser Durchgangszeit waren noch Mädchenwesen mit sehr langen Beinen in sehr kurzen Röcken unterwegs. Ja ja, ist ja gut bzw. ungut; das ist schlüpfrig sexistisch usw.! Lasst Opa doch die kleine Freude, zefix! Die Höschen von VEB Malimo sind sowieso unerreicht, hähä!

Die erste Prüfung war, natürlich, die auf die Eignung zum Fahrradkurier; keine Feuertaufe, aber eine Wassertaufe fürwahr.

Hat K. bestanden? Sag‘ doch mal was, Frau Weltgeistin! – So läuft das nicht; das wissen Sie doch, Herr K.!

Triefend, aber doch beschwingt in seinem Dichte-, Denk- und Darbestübchen angekommen, konnte er feststellen, dass der Verkäufer des Fahrrades ein promovierter Spezialist für Robotics and Embedded Systems ist, und offenbar nicht irgendeiner…

Danke, liebe Weltgeistin; sehr beeindruckend, Dein schräger Humor! Hätte K. einen geraden Lebenslauf, wäre er in diesem Bereich tätig, denn sein am längsten gehegter Berufswunsch in jener schmerzlich schönen Zeit, als er noch keine hoffnungsvolle Zukunft hinter sich hatte, war Dipl.-Ing. für technische Kybernetik und Automatisierungstechnik.

(… der Typ hält sich Tatsache für den Nabel der Welt… so was gehört doch in ’ne Einrichtung…)

So weit wieder die kleinen Abenteuer aus dem banalem Leben einer Universal-Marginalperson, die immer näher dran ist!

(… es ist eben nichts mehr banal… es ist alles mit Bedeutung aufgeladen, jede kleine Situation… es gibt keine quasi „Leerzeiten“ mehr… bla…)

(… gibta an, dissa ’n Fahrrad hat, höhöhö… wie originell…)

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