(… wie gesagt – Wende verpennt…)

K. hatte Gelegenheit, und er hat diese auch genutzt, Einsichten zu entwickeln, die er der erstaunten Öffentlichkeit seiner völlig zu Recht unübersehbaren Nichtleserschaft keineswegs vorenthalten möchte.

Erstens ist sein Joggen, jedenfalls in gewissem Maße, Weglaufen, und zwar vorm Schreiben, ha! Ha!!! Dass K. darauf noch gekommen ist! Er hat auch im Alter noch Ressourcen, wie es scheint.

Zweitens aber hat sein tunnelblickartiges nicht los lassen Können des Freudeskreises Anna Lyse womöglich weniger bis gar nichts mit dessen dynamischem Sektor zu tun, dem auch heute noch immer wieder eine Sekte zu sein vorgeworfen wird, womit man schier spielerisch von einem Sekten-Sektor sprechen könnte. Vielmehr resultiert dieser Trennungswiderstand wahrscheinlich aus K.’s bei seinem ersten Therapieversuch im vorwendischem Ostberliner Haus der Gesundheit erlebten Fixierung auf Psychogedöns.

K. hat zunehmend nur noch für die gewissermaßen Stunde der Wahrheit gelebt, für diese wöchentlich neunzig Minuten ambulanter Gruppentherapie, während die sogenannte Realität zunehmend zu Kulissen verblasste, die vernachlässigt werden konnten. Oder so ähnlich; dazu wird K. später mit Sicherheit, nicht jedoch mit Staatssicherheit, noch etwas in der ihm eigenem kurz angebundenen Art sagen.

Der „Joke“ mit der Stasi ist jedoch nicht nur ein Joke, vielmehr K. bereits kurz nach der Wende klar wurde, dass sein Verhalten an das eines Anscheißers erinnerte, der Bericht erstattet über die Realität da draußen, nur nicht einem Führungsoffizier, sondern der Gruppe und vor allem der starken Persönlichkeit seines Gruppentherapeuten. Abgesehen von der Frage, ob dieses Problem vielleicht über K. hinaus von Bedeutung gewesen sein könnte, hat es auch hier nicht im sachlichem Inhalt gelegen, sondern auf der Ebene des Züchogedöns.

(Ist stolz auf seine Selbsterkenntnisse. Zieht sich in unwohl bekannter Manier wieder in seine Depression zurück. Abhang Vorhang.)

PS: Man findet K. nach wie vor bereit zur geflissentlichen Entgegennahme der „Goldenen Couch“ mit „Rückfallschleife 1. Klasse“.

© Die Ursprungsdatei des Hintergrundbildes ist gemeinfrei.

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