(… K. entwickelt neuerlich einen Literatouris-Tic…)

Das wird wohl nichts mit dem Komprimieren der
Soundpics – die Anfänge werden abgeschnitten…

Auch ein Bild, wenn man das so nennen will, das K. immer wieder vor der geistigen Brille steht, und „wenn man das so nennen will“, weil K. sich hier noch weniger selbst über den Weg traut als überhaupt und meistens, denn eigentlich hält er es ja immer wieder für angebracht zu erklären, dass er unter Mangel an Phantasie leiden würde. Sehr wahrscheinlich hat er nicht mehr und nicht weniger Phantasie als andere Menschinnen und Menschen und muss sie nur verächtlich und lächerlich und runter machen, weil er auf dergleichen mentalmasochistische Abwertungen konditioniert wurde.

Eine Schülergruppe im Fach „Kreatives Schreiben“, und dass es derartigen Unterricht im Land der Dichter und Denker immer noch nur vereinzelt gibt, während er etwa in den USA fast an jedem College angeboten wird, scheint K. immer wieder eine Nachwirkung der schauerlichen symbiotischen Installation von 1933 bis 1945 zu sein.

Das Thema lautet „Darstellung des Wachstums- und Lebensverbots im familiärem Rahmen kleinbürgerlichen Milieus“.

Die Schriftstellerazubis entwickeln sehr interessante Plots zum Thema. Einer aber fällt heraus, im positivem Sinne; ein gewisser Günter G.

G. beabsichtigt die geforderte Darstellung zu realisieren, indem sein Held, bzw. „Held“, sich weigert, im wörtlichem Sinne weiter zu wachsen, womit G. das Problem buchstäblich augenfällig macht.

Der Tutor ist begeistert und weist darauf hin, dass G.’s Held damit das von den sogenannten Erwachsenen auferlegte, in -zig tausenden Familien auch heute noch zu erlebende Wachstumsverbot gewissermaßen dialektisch ausgehebelt hat und dabei vor allem die Entscheidungshoheit über sein Leben gewonnen oder zurück gewonnen.

G. erhält ein Lob ins Klassenbuch und ihm wächst ’ne Feder…

(… so was Arrogantes… kleena Langzeitarbeitslosa… hättättättätä…)

Was aber hat G. zur Entwicklung dieses Plots befähigt? Die meisterliche Beherrschung der deutschen Sprache? Die überdurchschnittliche Fähigkeit zur Figurenentwicklung, zum Dialoge Schreiben, zur Landschaftsbeschreibung, zum dynamischem Wechsel der Erzählperspektive, zum Spannungsaufbau usw. usf.?

Oder ein erstaunlicherweise erhalten gebliebenes gewisses Quantum kindlich-spielerischer Sicht auf die Welt und ihre Insassen?

Mit anderen Worten könnte es bei solchen Kursen weniger um die aufgezählten und weitere technisch-handwerkliche Fähigkeiten gehen, sondern um die Einübung einer sozialen Rolle („Wir haben hier jetzt einen Künstler im Haus, höhöhö!“) und die damit verbundene Reaktivierung der eben oben erwähnten kreativ-kindlichen Weltsicht.

Mitgliederinnen und Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse aber würden hier sehr wahrscheinlich zu interpretieren anheben, dass K. sich des Abwehrmechanismus‘ „Rationalisierung“ bedienen würde, um den traurigen Tatbestand zu überspielen, dass er mit seinem Kurs nicht von der Stelle kommt, obwohl (oder weil?) seine letzte Lösung einer Aufgabe in Gestalt eines Dutzende Seiten umfassenden Handlungsplanes mit „Sehr gut“ bewertet und mit der dieser Aufgabenstellung eigentlich konträr laufenden Empfehlung versehen wurde, unbedingt einen Roman draus zu machen, tandaradei!

K. aber wäre sehr beeindruckt, wieder einmal gesehen worden zu sein und müsste verstummen; aber nicht zu früh freuen, nur vorübergehend.

(… ‚Er dichtitt doch nich‘, er dichtitt doch nich‘!‚Tagebuch führt…‘… das ist so idiotisch… wissen die Budenzauberer nicht, was Bloggen ist… die wissen doch sonst alles; besonders, wenn K. seine Absichten noch gar nicht wirklich verbalisiert hat, werden sie bereits kommentiert… allein, K. hat den Spuk jetzt schon 35 Jahre lang durchgehalten, er macht noch ’ne Weile… böse Hobbitse, böse Hobbitse, hähä…)

(Quelle der kulturellen Umrahmung)

(… der billige Trost der Genies… ph…)

Etwas aber ist K., was ihn selbst überrascht, und das ohne Ironie und dgl. gesagt, klar geworden. Sein Schreibblock, so man nicht überhaupt lieber von Schreibwohnkomplex sprechen sollte, kleiner Scherz zur Auflockerung, scheint weniger mit dem sachlichem Inhalt zu tun zu haben als mit, sorry, Psycho-Club. Wenn K., um die Dutzende Male von seinem unmittelbar vorgesetztem Vorfahren verwendete Redewendung zu benutzen, mal alles aufschreiben würde, sei es nun als eine Art autobiografischer Report, sei es als autobiografischer Roman, dann müsste und würde er sich trennen vom geschilderten Geschehen.

Hähä. Cool, oder? – Hat Opa ganz allein raus gekriegt, Digga!

Das will K. aber nicht, sich hier trennen. Er wünscht innig-schmerzlich, weiterhin in der ewigen Symbiose vor sich hin zu dämmern; immer noch zumindest halb bewusst erwartend, dass er eines Tages wieder Schüler der sechsten oder siebten Klasse wäre und dort fortsetzen könnte, d. h., wirklich weiter leben würde, wo er sich halb matzerathlos zu verweigern begonnen hat und halb einer Störung des schizoformen Spektrums zu erliegen begonnen haben dürfte. Usw.

Saukomisch, in der Tat, nich‘! – „Der Klient muss es lernen, in der Gruppe den Schmerz zuzulassen und auf diese Weise neu integriert zu werden ins Hier und Jetzt!“, würden die eben oben erwähnten Mitgliederinnen und Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse hier womöglich anzumerken wissen.

Allein, Herr K. wird denen was husten, wozu ihn seine Durch-Impfung auch berechtigt!!!

„Bindungsloser Psychopath“, O-Ton vox populi; nicht therapierbar, ja ja…

In diesem Sinne – bla.

Ebenfalls 2016 gesamplet, das Stück, als K. mit dem MAGIX MUSIC MAKER nicht ganz ohne Anmut strukturierte Geräusche zu erstellen begonnen hat. Auch hier hat es beim Komprimieren den Anfang weg gehackt, *jaul*…

2016 ist jedoch, wie K. wohlgemerkt erst 2020 erfahren hat, sein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre verstorben, der deutliche Ambitionen zum DJ oder dergleichen hatte, und wohl auch Talent, allerdings auch oder gerade hier alles geheim geblieben ist. – Ein optimaler Genosse Mitbürger eines stasierten Staates fürwahr!

K. hat nun, im Unbewusstem, die Erlaubnis… – Ja ja, Psycho-Club; hau wech, den Scheiß, Alter!

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