(… „Nachts in meinen Träumen/Weht ein anderer Wind“…)*

K. muss wieder einmal irgendwo hin, oder dorthin zurück; er hat einen Termin, der nicht dem entspricht, den er heute in dem Bereich hat, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre, und es ist bei jedem sozusagen Anlauf im Traum ein anderer Termin, und natürlich verpasst K. die alle und hat, was jederfrau- und mann überraschen muss, nicht bestanden…

Dann steht Herr K. vor einem Schaufenster, das mit zahlreichen kunsthandwerklichen Produkten vollgestellt ist, und immer noch vom Laden aus vollgestellt wird von drei Frauen mittleren Alters. Vor dem sehr großem Schaufenster auf der Straße aber steht ein etwa 20jähriges Mädchen, das derart bunt und originell gekleidet ist, jedoch geschmackvoll, nicht schrill, als wäre es eine Puppe im Laden.

Das Mädchen dreht sich um und K. bekommt ein bisschen einen Schreck; dieser Wiederfindungseffekt, von dem Freud gesprochen hat, obwohl das Mädchen äußerlich gar nicht an K.’s Mutter erinnert, sondern vielmehr an das sicherheitsdienstlich sehr gut integrierte Frollein aus Berlin-Friedrichshagen, in das sich K. 1984 heftig verknallt hat. Unter den weißen Leggins des Mädchens vor dem Schaufenster sieht Mann so schön das Höschen, hach! – „Ooopa?!!! Trink Dein‘ Blasentee, prostata!

(… die pubertierische Suche nach dem weiblichem Penis, Freud… „Der Junge war schon immer etwas retardiert!“, hätte Tante Paula gesagt, wenn es sie gegeben hätte…)

Schließlich fragt eine der Frauen im Laden wörtlich, ob der Irre auch kommen würde. – „Der Irre“ ist, natürlich, K. Es geht wohl um eine in diesem Laden geplante Vernissage oder dergleichen.

K. hat schon mehrfach tageweise stundenlang bei den Vorbereitungen zu Vernissagen mitgearbeitet und konnte den Gedanken keineswegs unterdrücken, dass so was doch was für ihn wäre, jedenfalls besser als etwa Teller zustellen und Zeitungen waschen, aber leider hatte dieser Gedanke keinerlei Einfluss auf das Wandeln und Handeln des K. hienieden.

Die Szene löst sich auf; etwas, was nicht nur ganz selbstverständlich erwartet wird, sondern auch jeder ganz selbstverständlich getan hätte, packt K. einfach nicht. Eine gewissermaßen Grundkonstellation, die K. seit dem Beginn des Budenzaubers über hundert Mal in seinen Träumen erlebt haben dürfte.

(… mit dem Kunsthandwerk-Laden könnte der nördlich an das Friedrich-Wolf-Theater in Iron Hut City anschließende Laden gemeint sein, in dem heute das Büro des Tourismusvereins ist, in dem sich aber bis zur Wende neben den damaligen Räumen der Stadtbibliothek in der Tat ein Kunsthandwerk-Laden befunden hat… K. unterlässt alle Deutungsversuche, zumal er nicht derart größenwahnsinnig ist zu glauben, er könne Tom Hanks das Wasser reichen, dem PR-Chef von Hütte… *hüstel*… ja ja – Nestbescheißer… furchtbar, der K….)

Kurzum – nichts Neues in Koskanien…

***

Es geht wieder voll zur Sache, budenzauberhaft. K. würde gern ermitteln, aber es gelingt ihm nicht, nach welchen Prinzipien diese Schwankungen in der „Beschallung“ mit Rückmeldungen per Mental-Funk erfolgen.

Gestern Abend etwa hatte K., an seinem Desktop-PC sitzend, wieder einmal Kopfhörer auf, und da wurde gesendet: ‚Bildet sich ein, dissa ’n Vatersohn is‘, hähähä!“ Das bezog sich offensichtlich auf K.’s gestriges Posting.

Das ist etwas, was K. an dem Budenzauber überhaupt nicht versteht, dass einerseits mit wahrlich unheimlicher Sicherheit ins Schwarze getroffen wird von der dauerhaft kommentierenden virtuellen Diensteinheit (DAUKOVIDI), andererseits heftiger Unsinn abgesondert wird, mit welcher Formulierung K. den Umstand als milde umschrieben empfindet.

K. hat jedoch, um beim Beispiel zu bleiben, höchstens ein halbes Dutzend Mal erörtert, dass er, weil er keine andere Möglichkeit der Reaktion gesehen hat, gewissermaßen symbiotisch verschmolzen ist mit immer dem Elternteil, das gerade zumindest körperlich anwesend war. Der Vater aber hatte sozusagen Überhang, weil er K. auch im konstruktivem Sinne geprägt hat, etwa mit der Vermittlung der Liebe zum Lesen, zu Wortspielen, zum Spazierengehen und Wandern, zu Katzen usw.

Warum schnallen die Budenzauberer dergleichen nicht, obwohl sie oft schon zu wissen scheinen, was K. noch gar nicht zu Ende gedacht hat, geschweige denn ausgesprochen oder zumindest notiert, Tasten dreschender Weise?

(… K. fällt wieder Dr. R. ein, der Teilzeit-Chassid, der 1985 sinngemäß anmerkte, manchmal würde schon ein Gedanke reichen, um ein Symptom auszulösen…)

Bla.

K. hat wieder eine neue These, die Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ) betreffend. Ihm ist eine Episode in der Berliner U-Bahn eingefallen, die er etwa 1998 erlebt hat und die selbst ihm derart unwahrscheinlich erschienen ist, dass er sie noch nie mündlich oder schriftlich erwähnt hat.

Ein Detail vor allem ist K. wieder sehr deutlich geworden; das neben ihn sitzende Mädchen hat geradezu demonstrativ eine Mode-Zeitschrift gelesen. Dergleichen war völlig außerhalb des psychischen Gesichtsfeldes des K., ausgeschlossene Wirklichkeit usw. Erst ein Dutzend Jahre später hat K. in seinem leicht zu durchschauendem Drang, seine Minderwertigkeitsgefühle durch genialische Höhenflüge kompensieren zu wollen, einige Gedanken unter anderem über Mode notiert.

Es werden möglicherweise Bilder und Gedanken „verbandelt“, vernetzt, verkoppelt oder wie auch immer man das nennen mag, bevor sie überhaupt zu Ende gedacht, ausgeformt sind… (?)

(… ja ja, eine Verschwörungstheorie, höhöhö… umgehend sollte man K. des Internets verweisen, ha… das ist gar nicht nötig, weil er früher oder später sein Bloghaus eh‘ einreißen rückbauen wird…)

K. muss über den Budenzauber schwadronieren; wo soll er denn sonst damit hin, zumal diplomierte Fachkräftinnen und Fachkräfte, wie K. immer öfter scheint, ihm möglicherweise gar nicht wirklich zugehört haben? Zudem, oder vor allem, hat dieses Aufschreiben durch Tastendreschen etwas gar körperlich Entspannendes und Entlastendes; K. muss heute seine Laufrunde verschieben, weil er gleich zu einem Termin fährt, siehe oben.

Nun gut! Es gibt offenbar Dinge zwischen Penis und Vagina Himmel und Erde, von denen sich unsere Spermien unsere Schulweisheit nichts träumen lassen lässt; frei nach „Hamlet“, nicht wahr…

Bla.

* „City“. – War nich‘ alles schlecht, ja ja

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