(… i s t diese gewisse Ausschließlichkeit, oder so, „sucht-affin“…)

(Bildquelle der kulturellen Umrahmung)

K. wollte schon lang einmal dieses Wort „sucht-affin“ verwenden und hiermit hat er es nun verwendet und leise Freude möchte sich in ihm breitmachen; allein, er weiß ihr wirksam zu wehren, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt! Pflichterfüllung! Haltung! Zack zack und stehen! Ha! Saupreiß, gottvareckta!

*Hüstel*… Worum geht es? Bei der notorischen Akkumulation seiner Viertelbildung hat K. irgendwo aufgeschnappt, dass Suchtkranke schlecht oder schwer oder gar nicht umschalten könnten in dem Sinne, dass es ihnen schwerfallen würde oder gar unmöglich wäre, Erfahrungen insbesondere mit sozusagen emotionalem Gewicht von einem Lebensbereich in einen anderen zu übertragen.

Ist K.’s wütend-weher Wandel hienieden sucht-affin? K. versucht das eben zu explorieren, indem er den beim Öffnen von Bierdosen entstehenden Klängen nachsinnt, um diese dann gleichfalls versonnen zu leeren, ach. Äh… – die Dosen, nicht die Klänge!

Der Gedanke bedrängt K. immer öfter, dass seine Suchtsymptome, wenn sie denn doch mehr als nur Phantasien sündenbockbedürftiger Mitmenschinnen und Mitmenschen sein sollten, tatsächlich auf sein über Jahre hinweg geradezu gefüttert Werden mit Lepinaletten in seiner Vorschulzeit zurückzuführen sein könnten.

Der Wirkstoff Phenobarbital macht bei Dauergabe abhängig, und diese ewigen Dämmerzustände wären auch damit zu erklären, bla. „Was wollen Sie an dieser Schule, was suchen Sie in meinem Unterricht?“ (O-Ton seriös-exakt-naturwissenschaftliches Lehrkörperteil)

(… Papas kleines Mädchen war mitnichten epileptisch, aber einfach nicht artig… har har, lustich [???]…)

(… auch wieder leicht durchschaubar, nicht wahr… K. sucht neuerlich einen Schuldigen für die Irrungen und Wirrungen seines Wandelns hienieden, hähä… im Auge behalten, den Mann…)

Dieses nicht umschalten Können erlebt K. jedoch als sozusagen Coverversion. Er hat nicht nur Probleme mit diesem Umschalten, er vermag auch immer nur eine Sache zu tun und alles Andere versinkt gewissermaßen.

Derzeit joggt Herr K. recht intensiv, und er läuft eben nur, und alles Andere ist „weg“; der Tag ist damit gefüllt und mehr ist nicht drin. K. wundert sich, und ist sogar ein bisschen stolz darauf, was er aber für sich behält, dass er zumindest ein wenig locker-launiges Getippsel in seinem Bloghäuschen zu posten vermag.

Geht K. dagegen Zeitungen waschen oder Teller zustellen oder Kohlen schippen oder hilfshausmeistern oder Flaschen sortieren oder Waggons ausladen oder Klingeldrähte löten oder Schlüssel ausgeben usw. usw. usf., dann tut er nur das und alles Andere existiert nicht mehr; es gibt keine Literatur und keine Musik und keine Fernseh-Serien und keine mit Note 1 bewerteten Aufgaben im Fernkurs „Kreatives Schreiben“ usw. usw. usf.

Bla.

K. kann immer nur eins. Dieses Muster, nach dem viele Leutinnen und Leuten, als Beispiel, Kellnern gehen, um, als Beispiel, ihr Studium zu finanzieren, ist für K. nicht realisierbar. Das ist aber ein bisschen was Anderes als faul oder arbeitsscheu usw., ist es nicht?*

Das ist zur Zeit wieder krass, folks. Von früh bis abends kommen per Mental-Funk Rückmeldungen wie: ‚Will nich‘ abeitn, willa Abitur hat!‘, ‚Bemüht sich doch gar nich‘ um Arbeit!‘, ‚Geh‘ wieder arbeiten!‘ (das kam sogar beim Joggen), ‚Will nich‘ arbeiten, weilla verpennt!‘, ‚Er dichtet doch nich‘, er dichtet doch nich‘!‘, ‚Was willa denn nun noch?‘ usw. usw. usf. Ewig murmelt das Murmeltier oder so ähnlich.

So weit die heutige Präsentation des Nabelbohrkerns des außerordentlich edlen, erhabenen, wunderschön athletischen, volkswirtschaftlich überaus relevanten und klassisch-rhetorisch schönsprecherisch gewandten K.!

An Guadn!

* Kleine Übung im englischem Fragesatz immer einmal wieder, nicht wahr?

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