(… Bruchstückwerkchen, ach…)

(Quelle der kulturellen Umarmung Umrahmung)

K. ist, so scheint zumindest ihm, ein, yeah, voll amerikanischer Geschichten-Anfang gelungen…

Den größten Teil des Tages verbrachte er damit, sein Selbstmitleid zu genießen, und er bereute es, dafür keinen Lohn zu bekommen, denn der hätte gewaltig sein müssen.

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K. lümmelt auf seiner unterklassenbewusst lumpenproletarischen Lotterliege und liest, ausgerechnet „American Gods“, und hört durch das Ohropax in seinen Ohren hindurch ein Lachen von unten sowie die Worte: ‚Hatta wieda Ohropax in den Ohren!‘

K. weiß, dass er nicht spinnt, und er weiß ebenso gut, dass ihm darin niemand folgen zu können und zu wollen scheint, aber er gibt nicht auf, sich wehren zu wollen auf eine Art, die er selbst erbärmlich findet, indem er alles aufschreibt oder das zumindest versucht, denn inzwischen hat er aus Resignation zahlreiche dieser eigentlich unmöglichen Erlebnisse nicht mehr aufgeschrieben.

‚Womöglich‘, so denkt es in K., ‚erreichen die rezenten Hominiden auf dem drittem Planeten des Systems tatsächlich ein neues Level geistiger Fertigkeiten!‘

Herr K. will nicht daran teilhaben, und das ist wieder, wie ihm klar wird, „die fanatische Bosheit des Spießers“ nach Dr. K. Marx. K. denkt an Jefremows Kultbuch „Das Mädchen aus dem All“, in dem es eine Insel des Vergessens für dergestalt unklug Unwillige gibt, und fragt sich, wo diese Insel wohl sein mag in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Wirklichkeit wäre.

***

Bei seinen Versuchen, unter dem Vorwand des Erfüllens eines Auftrages in die Stadt zu gehen, nimmt K. eine obdachlose Frau wahr, die völlig unbekümmert wie ein Säugling in einer vormittäglich schier rauschend belebten Straße am Hauptbahnhof in einer Nische schläft, und dies sehr wahrscheinlich ohne Zufuhr mental illuminierender Substanzen.

Herr K. versucht sich vorzustellen, wie es sich anfühlen mag, sich derart in dieser Welt zu Hause zu fühlen; wieder einmal scheint ihm, dass Wahrnehmungsmuster weitaus wichtiger für den sozusagen Lebensvollzug sein dürften als die materiellen Rahmenbedingungen.

K. kann zudem vor allem feststellen, und er konstatiert das denn auch durchaus, dass seine autodidaktische Fortbildung zum Vollzeitspießer derart peinlich prächtige Sumpfblüten zu treiben scheint, dass er nunmehr auch noch auf Obdachlose neidisch und eifersüchtig ist.

Immerhin jedoch vermag er außerdem noch wahrzunehmen, dass ihm selbst hier trotz allem in ein seltsames Humoorbad abzutauchen gelingt, indem er von „autodiktatorisch“ spricht, was ihn allen Ernstes erheitert.

‚Im nächstem Leben aber‘, so denkt es in K., ‚werde ich ganz gewiss staatlich unerkannter Diplom-Autor!‘, worauf er, was ihm als weiterer ekstatischer Eklat spießigen sich Durchwurschtelns erscheint, sich ein bisschen hinlegt

PS: Bla.

‚Er war Tatsache mal Dauerpatient, er war Tatsache mal Dauerpatient!‘, empfängt K. per Mental-Funk von der dauerhaft kommentierenden virtuellen Diensteinheit (DAUKOVIDI) der Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ), und er krönt hierauf seinen Tag mit einer kläglichen Parodie Bukowskis, indem er sich noch eine Dose Bier aufmacht, sich aber nicht an den warmen Arsch einer Betty legt, ach…

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