(… ‚Weilla langweilig is‘!’…)

Das kam gleich nach dem Aufwachen; fast laut gesprochen, als wenn wer im Raum stehen würde. Wie mehrfach gesagt, denn man wiederholt sich im Alter, wie mehrfach gesagt, hat K., ohne alle Ironie und dgl. gesagt, sich heftig erschrocken, als er den Film „Das weiße Rauschen“ gesehen hat und feststellen musste, dass, was für eine Formulierung, normale Halluzinationen offenbar mindestens so laut wie von im Raum Anwesenden gesprochene Sprache zu sein scheinen. Bei K. ist das, und er wiederholt sich auch hier, fast immer „nur“ eine Art Raunen im Hintergrund, das zudem fast immer gewissermaßen auf real Gesprochenes „aufgespielt“ wird.

Eben kam wieder: ‚Einfach runterkommen!‘… K. denkt gar nicht dran, er macht den Budenzauber nicht mit. Ist das die Wende, eine Art Vernetzung auf mentaler Ebene, eine Art Internet ohne Technik usw.? Aber wieso scheint es unmöglich, diesen höheren Spuk wem zu vermitteln als nicht psychotisch usw., wie es K. in den letzten Jahrzehnten unzählige Male versucht hat? Wieder sind welche drin und welche draußen, was das Grundprinzip der „Aufteilung in Klassen und Schichten“ usw. in der Gesellschaft zu sein scheint, bitte Anführungsstriche beachten; das mit dem Besitz und Nichtbesitz von Produktionsmitteln, Marx hat gesagt, ist nur sozusagen eine Spielart dieses Prinzips.

K. sieht sich hier, im Unbewusstem, neuerlich als Führer der Arbeiterklasse, was immer das sein mag, im Auge behalten; zudem wird er mitnichten müde, über den Budenzauber schriftlich zu labern…

Dies schon aus der fanatischen Bosheit des Spießers heraus, Marx hat gesagt, und trotzdem er immer wieder, milde formuliert, den Eindruck hat, dass er aus dem Budenzauber nicht heraus kommt, weil die eh‘ immer weiter machen, wer immer die sein mögen. Möglicherweise handelt es sich um eine sich selbst organisierende und regulierende Struktur oder dergleichen, bla. Nichts Genaues weiß man nicht, doch wir bleiben dran.

Damit ist K., *hüstel*, in gewissem Maße beim Thema, weil bei der Überschrift Headline, denn er ist sich durchaus bewusst, und das schon von Anfang an, also in wenigen Tagen seit genau 35 Jahren, dass sein Verlangen auszusteigen mindestens reichlich spießig ist.

***

Wieder, zum -zigstem Male, dieses Atmosphärische in den Träumen, das sich schwer in Worte fassen lässt und das derart „leuchtkräftig“ bunt ist wie nichts von K. in dem Bereich Erlebtes, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre; womöglich ist das das Schöpferische… Nichts Genaues weiß man nicht, doch wir bleiben dran. K. nimmt durchaus wahr, dass er die eben angebrachte Floskel dauernd anbringt; allein, da is‘ ’n Rhythmus drin, Alter!

Etwas mit einem freundlichem altem Ehepaar, also noch älter als K., har har; etwas mit einem Kinderkrankenhaus, und diese Szenerie kam schon mehrfach in Träumen vor; etwas mit einem ehemaligem Freund und schließlich, man glaubt es kaum, etwas mit dem sicherheitsdienstlich voll integriertem Frollein Jugendfreundin mit den prachtvollen roten Haaren bis unter das fortschrittlich arbeiterklassische Gesäß. Die hier, ach! Das war auch eine Premiere; die Bürgerin Hirschgartengespielin ist noch nie in diesen von wem und wo auch immer gesendeten Träumen vorgekommen, bla.

Die Frage, ob die Prüfungen bestanden wurden, erübrigt sich; K. fällt aus dem Kontakt, verläuft sich usw. usw. usf. – Ewig murmelt das Murmeltier, oder so ähnlich.

So weit wieder das völlig überflüssige und dennoch und erst recht entspannende, ja, sozusagen entladende Getippsel des K., dem es, wie mehrfach gesagt, denn man wiederholt sich im Alter, wie mehrfach gesagt, noch schlechter gehen würde ohne diese verdrossen-verbissen getätigten Übungen im Schrift Stellen.

Es sind 24°, wobei sich K. hier der nach dem ehrenwertem Herrn Celsius benannten Skale bedient. Gestern hat K. es leider verabsäumt, seinen nicht zuletzt altersbedingt erschlaffenden Körper um die Sonderfreifläche Theresienwiese zu scheuchen. Bevor es auch heute wieder 30° Grad werden, lässt K. nun neuerlich etwa eine knappe Dreiviertelstunde lang in der Öffentlichkeit seinen Oberkörper nach vorn fallen und bewegt dabei die Beine, was unweigerlich zur Ortsveränderung im bescheidenem persönlichem Rahmen führt; man spricht hier häufig von „Joggen“. Auch dies ist Entladung, die gut tut oder gar im psychohygienischem Sinne notwendig erscheint, tandaradei!

PS: Übrigens kam letztens per Mental-Funk: ‚Du bist so gut wie tot!‘Endlich mal was Neues! – Und womöglich ist „tot“ im übertragenem Sinne gemeint; irgendwann muss der Spuk vorbei sein, da der K. offenbar auch nach 35 Jahren nicht zu integrieren ist in die Gemeinschaft der zerebral Vernetzten, ach herrje…

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