„Immer wieder Montag/kommt die Erinnerung/dübbedübbedübbdübb!“

Es ist wirklich erstaunlich, so denkt es etwa in K., denn er macht ja nichts, außer das, was er gegessen hat, wie sein unmittelbar vorgesetzter Vorfahre immer zu sagen pflegte, ihm geschieht nur alles; es ist mindestens erstaunlich, was Menschen, denen eine Begabung zum, *würg*, *rülps*, Schrift Stellen attestiert wurde, alles unternehmen, um nicht schreiben zu müssen.

K. findet, dass dieser Gedanke es wert sei, notiert zu werden, und nimmt sich vor, ihn schier schnurstracks in seinem Blog zu posten, erwägt jedoch zugleich, ihn zunächst mit seiner inneren Gruppe durchzuarbeiten.

Zahlreiche Szenen fallen K. zu diesem Thema ein, welche seinen schönen tiefen Weltschmerz noch weiter vertiefen, ach. Zum Beispiel erinnert er sich an auf DVD gespeicherte Mitschnitte von Aufnahmen mit dem völlig zu Recht sehr anerkannten Vokal-Kommunikator Elvis Presley aus Tupelo da drüben in Amerika, yeah.

(… sehnse, Herr K., selbst der ist von unten nach ganz oben gekommen…)

(… nach diesem Posting wird garantiert wieder etwas kommen wie: ‚Siehta sich als Rockstar, hähä!‘… als wenn es bei der hier getippten Niederschrift bzw. Niedertippe darum gehen würde… auch drängt sich hier wieder die Frage von Meister Strittmatter auf: „Wo ist oben?“… bla…)

Der Mann war zu dieser Zeit bereits das, was man heute einen Mega-Star nennt, eben der King, und er war in diesen Bonus-Aufnahmen zu sehen, wie er über dreißig Mal eine nur wenige Sekunden lange Szene wiederholte und wiederholte und wiederholte, ohne Mucken und Zucken und Zicken.

Künstler scheinen aber, so denkt es in K., dergleichen Aufnahmen zu lieben. „Seht her, wir machen zwar Kunst, aber das ist wirklich Arbeit…“

K. hat in diesem Zusammenhang, woran er sich immerhin erinnert, schon mehrfach auf die „Ode an die Arbeit“ verwiesen, in der diese Thematik dergestalt gestaltet wird, dass man auch verstehen kann, was uns die Künstler sagen wollten, was man von K.’s Ausdrucksbewegungen nicht immer sagen zu können scheint. Oder so ähnlich…

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Warum schreibt K. das nun auf? Er kann nicht anders – vergib ihm, herbe Dame Welt!

K. wünscht sich innig, endlich ein normaler Mensch zu sein, was immer das sein mag, jedenfalls ohne Grübeln und Knobeln und Reflektieren und Explorieren von allem und jedem und vor allem ohne diesen Zwang, Schrift zu stellen, der ihn, wenn er ihm nicht wenigstens dilettierend zu folgen versucht, noch depressiver macht, als er ohnehin schon ist.

Auch fragt sich K. immer öfter, und nicht ungerechtfertigt, wie es scheint, womit er nach fast 30 diesbezüglichen Versuchen nun noch versuchen soll, hienieden sein tägliches Brot und hinreichenden Aufstrich dazu zu verdienen, Luftmensch und Schlemihl, der er ist, ach.

Ab Mittwoch unterzieht sich K. jedoch einem, yeah, Coaching, und er muss da hingehen, sonst werden Leistungen gestrichen, und es denkt in ihm, er könne ja mal gucken, dann würde er ja sehen…

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Was aber kam heute bereits von der Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ)? – K. hat jetzt wieder einmal während seines wirren Getippsels vorsichtshalber Ohropax in den, Überraschung, Ohren. – Nun, zum Beispiel: ‚Bleib‘ hier, der Dicke will Dich in die Trinkerheilanstalt bringen!‘

Dabei weiß K. sofort, wer mit dem Dicken gemeint ist; der zweite promovierte Heilkundler in diesem entsetzlichen neurotischem Arrangement, das auf einem Bauernhof im Outback Münchens vor über einem Dutzend Jahren als angebliche WG zu Recht gescheitert ist.

Der Mann hat fast jeden Tag erzählt, dass er auch ein ausgezeichneter Analytiker wäre und beinahe die Praxis des berühmten Kollegen XYZ übernommen hätte. Der gute Analytiker hat aber nicht realisiert, dass K. dermaßen in eine Abwesende verknallt war, dass ihm des Dicken Freundin, die ebenfalls in dieser „WG“ wohnte, vollkommen schnurz war. Hihi. Der Dicke ist selbst heftiger Alkoholiker und hat das, natürlich, geleugnet.

Wenn K. dauernd für einen Anscheißer gehalten wird, so denkt es in ihm – warum scheißt er dann nicht an?

Dann fliegen richtig die Fetzen, wenn er wirklich loslegt, hähähä. – Böse Hobbitse, böse Hobbitse

Was nämlich den Alkohol angeht, hat sich K. bereits im Vollzug seiner persönlichkeitsspezifischen Art sich selbst erfüllender Prophezeiung stets bemüht, alles für die immer bessere Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung zu tun, wie die realsozialistischen Parteipoeten (RESOPAPO) getextet hätten; K. hat die Wende verpennt, wir berichteten mehrfach.

Seit seinem aggressivem Durchbruch nach Sturztrunk Anfang 2008 hat K. bis 2020 eine Flasche Wein und 5 Flaschen Bier geleert; erstere, einen köstlichen, aber auch nicht mehr ganz billigen Ingwer-Wein enthaltend, an Silvester 2014, letztere, teilweise fürchterliche Gebräue in Plastik, während seines leibhaftigen Erscheinens im Wohnheim ARO 66. Das glaubt sowieso keiner, aber das ist K. mittlerweile voll Wurscht!

Allein, wenn er dauernd für ’n Schlucki gehalten wird – dann schluckt er halt, höhö. Seit seiner Qualifizierung zum Lingguisten in diesem auf angenehme Weise klischeehaftem Dachstübchen für Möchtegern-Dichter-und-Denker hat er daher begonnen, immer einmal wieder ’ne Molle zu zischen, Alta.

Furchtbar! Nach der zweiten Büchse schmeckt es nicht mehr wirklich, der Klient muss dauernd Angstwasser abschlagen und wirklich breit wird er auch nicht; zudem kriegt Mann Tatsache ’ne Wampe. K. erwägt verdrossen, auf Wein umzusteigen. Aber er bemüht sich, die Erwartungen unserer kapitalistischen Menschen, immer aktiv und dynamisch, zu erfüllen.

Dann kam heute gleich nach dem Aufstehen per Mental-Funk: ‚Er will nich‘ in die Klinik!‘

Was soll das denn? Abgesehen davon, dass die ihn sowieso nicht mehr reinlassen, den gefallenen Engel Lucifer Ronaldini Koskatow?!

(… K. hat mit dieser Scheiben-Schmeiß-Attacke nicht nur sein eigenes traumatisierendes Erleben reproduziert; die Praxis seiner Therapeutin hat nach seinem Ausbruch ebenso ausgesehen wie seine Wohnung nach dem Auftreten eines Fensterspringers… K. hat zudem ein „Grunderlebnis“ seines aus Ostpreußen geflüchteten unmittelbar vorgesetzten Vorfahren wiederholt – der Zugang zur Kindheitslandschaft wurde versperrt… ja ja, alles an den Haaren herbei gezogenes Psychogedöns…)

In den letzten Monden wurde diesbezüglich des Öfteren per Mental-Funk gesendet, K. solle in der Klinik Rauchverbot durchsetzen. – Komische Hallus, wie K. nicht müde wird, immer wieder zu verdeutlichen…

(… dabei wäre ein solches Rauchverbot, milde formuliert, durchaus angebracht… übrigens eine der Stellen, an denen K. wunderbar gesehen wurde… kein Schwein hat mitbekommen, dass K. ohne jede diesbezügliche therapeutische Unterstützung von hundert auf null Lullen pro Tag runter gegangen ist und das nun 16 Jahre durchgehalten hat… und – was hat er davon… es geht ihm auch nicht besser ohne aromatisch dünstenden Schnuller… und – da ist was dran, Alter…)

(… dem Klienten scheint es nach wie vor nicht gelungen, sich in angemessener Weise aus dem therapeutischem Feld zu lösen… in der Tat, Frau Dr. Anna Lyse…)

So weit für heute das unbedingt notwendige Texterbrechen des K. – Er läuft jetzt wieder durch die Stadt, damit die Leute denken, er würde arbeiten gehen, he he he…

(… auch die Unterstellung, K. wäre so was von überheblich, scheint die übliche Verdrehung ins Gegenteil; K. scheint Mitmenschen permanent zu überschätzen… die sind so doof, die glauben dergleichen wirklich; siehe eben oben, als Beispiel… allein, K. nimmt dies schmerzliche Martyrium hoheitsvoll-ungerührt auf sich, ach…)

Wieder hat K. nicht gedichtet, sondern nur berichtet, und wieder kommt etwas wie: ‚Geh‘ wieder arbeiten!‘

Macht Herr K., macht er! Am Mittwoch – siehe oben! Vielleicht fällt dem, yeah, Coach etwas ein, worauf K. gar nicht kommen konnte.

(… so hätte womöglich Tante Paula ausgesehen, wenn es sie gegeben hätte…)

(… und wenn irgendwelche Kreativitätsforscher diesen Budenzauber inszenieren… wenn es ums Schreiben geht… das wäre wirklich der Gipfel der Don-Quichotterie… K., der ewige Jugendfreund von der traurigen Gestalt, aharhar…)

(… ihr könnt mich doch alle, denkt es in K…. dabei weiß er doch genau, dass kleiner Arsch schnell geleckt ist…)

PS: In diesem Sinne – bla!

© Die Ursprungsdatei des Bildes von Elvis‘ Geburtshaus ist gemeinfrei.

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