(… immerhin nicht Trittbrettfahrer…)

Wieder einmal ein Bahnsteig; das muss nicht gedeutet werden, das ist eindeutig. Allerdings werde ich heute Nachmittag tatsächlich reisen; in den Norden von M., um den Sprechtext-Stau zu entladen, Klappe, die zweite. Ist es ein gutes Zeichen, dass die Traumprüfungen immer öfter nah an der sogenannten Realität sind? – Egal!

Ein noch älterer Mann als ich läuft vorbei; als ich ihn dann ansehe, wirkt er etwas jünger. Ein rüstiger Siebziger, wie es scheint. Plötzlich packt er mich zu meinem Entsetzen und deutet lachend ein paar Tanzschritte an. Okay, als Debütantin wie in „König der Fischer“ sehe ich mich dann doch nicht, aber – egal! Der Mann verweist dann jedoch auf ein anderes Paar, das sich auf dem Bahnsteig ernsthaft tanzend bewegt, wobei das, was sie zelebrieren, eine Mischung aus Volkstanz und Shuffle ist.

Offenbar nicht bestanden, denn als ich mich umdrehe, ist der Mann weg. Außerdem habe ich auch bereits wieder den üblichen Effekt erlebt, dass jemand etwas sagt und meine Erwiderung nicht wahrzunehmen scheint, obwohl ich laut und deutlich spreche usw.

Dann hantiere ich an einem Schaltkasten, der sehr wahrscheinlich ein Kabelverzweiger der Telekom ist; wobei es unwahrscheinlich sein dürfte, dass ein solcher KV auf einem S- und Fernbahnsteig steht, aber es ist halt ein Traum.

Ich soll ein Telefon schalten für die Vertreterin der dynamischen Sektion des Freudeskreises Anna Lyse, die sich ab etwa 2000 mit dem Bündeln meiner Symptome beauftragt fand, was mich im Traum nicht erheitert, vielmehr ich der Frau zu erklären versuche, was ich gerade in dem Kasten tun würde. Wahrscheinlich wieder ein Test zur Erzeugung einer Bindung an eine Werktätigkeit. Wie ich schon des Öfteren erwähnt habe und sehr wahrscheinlich auch noch des Öfteren erwähnen werde, ist das Herstellen oder Wiederherstellen von Fähigkeit und Bereitschaft zum Lieben und zum Arbeiten bereits bei Freud Grundanliegen von Therapie. Komische Träume, aber – egal…

Schließlich zerfällt die Szene gewissermaßen. Ich spüre schon im Traum wie schon tausende Male (eben kam: ‚Kuckuck!‘, komische Hallus) dass mir sozusagen die Dinge, Personen, Situationen entgleiten. Hier ziehe ich eine plötzlich dort erschienene Schublade aus dem KV, die im Wortsinne auseinander fällt. – Fall erledigt…

So vergehen die Tage, die auf Erden mir gegeben sind – es gibt Schlimmeres… Ich wiederhole auch das: wer immer diesen Scheiß zelebriert – Hut ab! Ganz große In-Vivo-Therapie! Sie wirkt zwar nicht, aber ich bin halt in der Tiefe unerreicht, „bindungsloser Psychopath“, O-Ton vox populi, usw. usf., bla.

PS: „Ihnen sollte vielleicht auch mal jemand auf den Kopf hauen!“ („König der Fischer“)

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