(… von der multiplikatiefen Wirkung sehr ferner Studien… und so…)

Eigentlich könnte man, so dachte es fast eben in K., bereits die Tatsache, dass ein Buch eines Nobelpreisträgers 0.93 Euro kostet, mit Versandkosten 3.93 Euro, für einen mindestens interessanten Einblick in die Literatur der Gegenwart halten oder gar für eine Art Zustandskurzbericht* über dieselbe, zumal das Buch als in sehr gutem Zustand befindlich beschrieben wird, was K. dem Anbieter glaubt, da er mit ihm bereits mehrfach gute Erfahrungen gemacht hat. (Rutscht auf der Schleimspur aus.)

Was aber ist geschehen, zu Recht zahlreiche Nichtleser?

Nun, K. nimmt „Ringvorlesung Literaturgeschichte“ insofern wörtlich, und bereits dieses konkretistische Denken könnte als störungsspezifisch gewertet werden, als er mittendrin anfängt und dann herum kreist, indem er zum Beispiel jetzt die letzten Video-Einheiten dieser Ringvorlesung zu rezipieren begann, und gar mit steigendem Behagen, in denen aus kundigem Munde zur Gegenwartsliteratur gesprochen wird. Das kann ja heiter werden mit dem entferntem Studenten K.!

Diese Rezeption nun aber führte dazu, dass K. unter Überlassung einer hinreichenden Menge an gängigen Zahlungsmitteln, nämlich eben oben erwähnten 3.93 Euro, schier schnurstracks den „Don Juan“ von Peter Handke geordert hat und sich durchaus entschlossen findet, das Werk zu lesen. Dabei hatte er sich einmal halb ernst, halb als Joke vorgenommen, nie Handke zu lesen, warum, weiß er nicht mehr; das Alter, wir berichteten mehrfach.

(… wenn der Ossi radikal zu werden wünscht, soll er doch gefälligst beim Tiefbau anfangen, höhöhö…)

(… womit K. – was für ein Wortspiel, was ist er wieder kreatief! – auf die Wort-Wurzel von „radikal“ anzuspielen versucht, nämlich auf „radix“, „Wurzel“… besonders leicht zugänglich beim Tiefbau… Lachen einstellen, nach unten wegtreten…)

K. ist überzeugt, dass die Weltöffentlichkeit ein Recht darauf hat, von derartigen Geschehnissen in Kenntnis gesetzt zu werden, und hiermit wäre sie nun in Kenntnis gesetzt, ha!

Mahlzeit!

* Freudiger Verschreiber des Tages: „Zustandskurbericht“. Gnihi.

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7 Antworten zu (… von der multiplikatiefen Wirkung sehr ferner Studien… und so…)

  1. Du hast natürlich recht.
    Tatsache, nicht erst seit gestern, ist, das die männliche junge Bevölerung so gut wie gar nicht mehr lieset, z.B. kannst du in Zürich 10-20.000 € damit verdienen, dass du leseunwilligen jugendlichen das buchstabieren und buchstaben entziffern, und sie dazu motivierst die krallen von der spielkonsole zu nehmen und ein e book in die hand zu nehmen. comix sind der anfang. dann die 4?, …. harry potter .. jules verne… robinson crusoe…. crishton …..eschbach ….stephen king …………………………………………….. griechiesche und römische heldensagen ……………………………. paul auster – martin suter.
    ENDE

    Mädchen und Frauen lesen relativ viel, haben ja auch mehr grips als O->. XX ist unschlagbar, das mickrige Y ist verkümmert. was lesen frauen ? Hera Lind. Harry Potter. die 4 ?. readers digest kurzromane.

    FAZ: „Frauen lesen Liebes Romane, am liebsten möglichst dicke, die von Familien erzählen. Die Dichtung lasse die Leserinnen „große Emotionen“ erleben.“

    Vielleicht noch Tanja Kinkel. Und Ratgeber. In 50 Tagen 50 Pfund abnehmen. In einer Nacht 3 Millionäre abschleppen und festnageln lassen. Perfekte Fingernägel und Lipgloss. Wo finde ich Botox, Fettabsaugung, Schlupflid OP, Lippenpluster, Nippel Piercer, Tatoo Stecher. Etc pp usw und so fort. Bla

    EGAL

    HANDKE schreibt BLUTLEER und ist zum GÄHNEN LANGWEILIG !

    Tiefbau, mach doch, 18 h für 99 €, jeder Rumäne, Ukrainer und Ungar unterbietet dich. muhaha

    cu spx

  2. Herr Koske sagt:

    … ich fühle mich irgendwie überfordert, ohne Quatsch… Wo ist hier der (nicht politisch gemeint, politisch bin ich nach wie vor extreme Ultra-Mitte) rote Faden und so…

    Diese Tatsache, dass die Zahl der (zumindest funktionalen) Analphabeten zunimmt (ein großer Teil der Studienabbrüche insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern ist wohl zumindest auch auf die Unfähigkeit zu vor allem schriftlicher Artikulation zurückzuführen, auch kein Witz), scheint mir ein Beweis dafür, dass die Lebenswelt Schule langsam veratmet (meine Güte, wie poetisch!) In wenigen Jahrzehnten, spätestens, wird man sich beliebig oft beliebig viele Informationen aus einer Art Cloud ins Gehirn laden können, und damit ist die üble Gewohnheit erledigt, Menschen in der Blüte ihres Lebens in mehr oder weniger gut gelüftete Räume in Gebäuden mit mehr oder weniger wohlriechenden Toiletten zu sperren, wo sie stundenlang in einer Art Stillhaltemodus verharren, weil das angeblich Lernen fürs Leben ist; wieder einmal wird der Kapitalismus Probleme mit, ich zitiere immer wieder gern Dr. Gysi, „Psycho-Club“ lösen durch Technologie; einer der Vorzüge, die ihn so erfolgreich machen…

    Das war das Wort zum Montag – verständigen Sie bei Bedarf die Gemeindeschwester!

    (… hier sieht sich der Kranke neuerlich als internationaler Arbeiterleiter; wir bitten um angemessenes Unverständnis…)

    Ich enthalte mich jeden Urteils zu Handke, weil ich ihn, wir berichteten, nicht gelesen habe; ich werde ihn aber lesen, ällabätsch (nach Abschluss dieser Niederschrift wird K. in der ihm eigenem gravitätischen Art in die Bibliothek schreiten, ha, um ein weiteres gar artiges Pergament zu empfangen… äh… oder so ähnlich…)

    Wie gesagt – guten Tag, gute Woche, gutes Leben!

  3. Herr Koske sagt:

    … nee, mache ich doch nich‘ – Montag is‘ zu (Bibliothek)… *schluchz*

  4. <<<>>>

    Erinnert mich an die „Truman Show“, hat du gesehen und abgekupfert ?

    So soll es sein. Klaue, Klaue, KLAUE

    Empfehle die eingedampfte Fassung von „Alles nur jeklaut“ von Austin Kleon

    –> https://my-cosmopolis.blogspot.com/2021/04/alles-nur-geklaut-von-austin-kleon.html

    Könnte dir bei deinem literarischem Erstlingswerk helfen. Ich habe von diesem kleinen Buch enorm viel gelernt und sofort nachgemacht und implementiert. Mein ja nur. Stelle anheim.

    Wo der rote Faden ist. Na ja, irgendwie ging es um Literatur und da habe ich mich erdreistet, eine eigene Meinung abzusondern.

    Der Diskurs ist beendet. Willst du einen neuen Diskurs beginnen?

    Hatte die Ehre

    mit respektvollen Grüssen

    spx

  5. Herr Koske sagt:

    Mitnichten, werter Herr, kupfere ich ab; ich komme aus Eisenhüttenstadt und bin daher ein eiserner Ritter ohne Furcht und Adel… äh… – Tadel… Ha! Wäre ja noch gelachter, Euer Exzellenz!

    Worauf bezieht sich das mit „Truman-Show“? Auf meine ebenso kläglich hartnäckigen wie vergeblichen Versuche, das zu erklären, was ich immer wieder böse verniedlichend „Budenzauber“ nenne? Natürlich hat das was von Truman. Aber! – Wie im richtigem Leben; es kommt immer ein „aber“! – Der Film wurde 1998 auf den Markt geworfen (oder wie man da sagt, wenn man voll der fitte Filmkritiker ist), mein Budenzauber hat 1986 angefangen. Eschbach hat „Black Out“ 2010 auf den Markt geworfen; die sogenannte Kohärenz in dem Dreibuch entspricht in etwa dem Budenzauber, nur habe ich, so weit ich das einschätzen kann, keinen Chip in der Birne (und ich beeile mich hinzuzufügen, dass ich mit „Birne“ keineswegs auf die Person des ehrenwerten Dr. Kohl anspielen wollte, welcher mich befreit hat usw.)

    (… das ist überhaupt eine der „Interpretationen“ des Histrionischen, der struktur- bzw. störungsspezifisch Rollen spielen würde; insbesondere dann immer „sehr witzig“, wenn ich das entsprechende Werk noch gar nicht gesehen und/oder gelesen habe… „Kann alles befohlen werden!“… ja ja, auch der Humor kommt nicht zu kurz in unseren Diensteinheiten, was, Nossinnunnossn…)

    In diesem Sinne betrachten Sie bitte, werter Herr, die von Ihnen übermittelten Grüße hiermit als erwidert.

    Mit ausgezeichneter Zerknirschung

    Herr Koske

  6. g“uten Tag, gute Woche, gutes Leben!“ sagst du

    Truman sagt „Guten Morgen, und falls ich dich nicht sehe, guten Tag, guten Abend und gute Nacht! “

    eine gewisse Ähnlichkeit, finde ich

    „alles nur geklaut“ lohnt sich für dich. Vertraue mir. Ich ahne deine Antwort …

    Gruss und Stuss

    in diesem Sinne verabschiede ich mich, da ich mich meinem frohen Schaffen widmen will.

    ENDE

    P.S. Mir deucht, du bist irgendwann mal zu sehr Vielem gezwungen worden. Ich auch.

    In der Bibel steht: Geben ist seliger als Nehmen

    Ich sage: Annehmen ist besser als Angeben

    Brecht sagt: Wer A sagt, muss nicht unbedingt B sagen, wenn er eingesehen hat,
    dass A falsch ist.

  7. Herr Koske sagt:

    mich deucht… – deucht mich… – egal, ich bin auch kein Diplomautor…

    „Annehmen ist besser als Angeben“ is‘ echt cool, Digga!

    … ähm… also, ich als die Inkarnation des Bösen muss hier intervenieren; „Gute Woche!“ bezog (s)ich eigentlich auf schawua tov… – wenn ich schon mal versuche, kolitisch porrekt zu sein…

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