(… K. gewährt einen  k l e i n e n  Einblick in sein Wahngebäude [???]…)

In der Dämmerung eines Großprojektes. Im erstem Aufgang
wurde Herr K. etwa ab seinem 10. Lebensjahr aufgewachsen.
Jetzt ist der Wohnblock rückgebaut und es grünt so grün…*

***

Größenwahn oder kleiner persönlicher Lichtblick? – K. will, erklärtermaßen, nicht als durchgeknallter Spießer in die ewige Großgruppe abberufen werden. Er versucht daher wenigstens hin und wieder, seine Angst vor heftigen Gefühlen und tiefen Gedanken zu überwinden, von der z. B. Prof. Kuczynski gesprochen bzw. geschrieben hat. – Korrekt, war nicht alles schlecht, *hüstel*… – Einmal kein Zynis-Mus löffelnder Gartenzwerg sein, ach!

Bei einem dieser Versuche hat K. an einen, ohne jede Ironie usw. gesagt, gestandenen Mann in Eisenhüttenstadt über eine Idee geschrieben, die K. schon seit vielen Jahren durch den Kopf gegangen ist und die während seiner persönlichkeitsspezifisch tragikomischen gewissermaßen Hospitationen in Iron Hut City 2008 und 2014 immer mehr Gestalt angenommen hat. Eine erste Niederschrift bzw. Niedertippe von K.’s diesbezüglichen Gedanken findet man hier.

Der Adressat war nicht der einzige Einwohner und Gestalter Eisenhüttenstadts, der in den letzten Monaten sinngemäß über einen gewissen Mangel an Ideen zur Stadtentwicklung öffentlich gesprochen hatte, weswegen K. sich an ihn gewandt hat, logisch. Er hat, nicht ironisch gemeint, zu K.’s Überraschung sehr schnell und sehr freundlich geantwortet. Er würde, versicherte er, den Text an den Oberbürgermeister weiter geben.

Da kommt nichts mehr, ist sich K. sicher. K. will das nicht vertiefen. Er sieht sich des Weiteren nicht, auch nicht im Unbewusstem, als Oberbürgermeister, und übrigens auch nicht als Rektor einer FH. Es geht ihm nur, bzw. „nur“, um das eben oben im erstem Absatz Gesagte. K. hätte sich zudem geärgert, wenn er es nicht wenigstens versucht hätte, und hiermit hätte er es nun versucht. Sehr wahrscheinlich wird er, bestenfalls, als Spinner gesehen.

Wo aber ist hier vermeintlicher oder tatsächlicher Wahn? – Nun, gestern war in der „Märkischen Oderzeitung“, in deren Online-Ausgabe K. als regelmäßiger Fernleser zugange ist, dieser Artikel.

Hier wirkt einer der Mechanismen des Budenzaubers, den K. nicht müde wird, immer wieder beschreiben zu wollen. Im Augenblick geht’s so, wenn es K. jedoch, milde formuliert, nicht so gut geht, sieht er so was als „Zeichen“. Er ist sich sicher, dass ihm die semiotische Guerilla, mit welcher Bezeichnung er den von Umberto Eco geprägten Begriff ausdrücklich nicht in dessen Sinne verwendet, etwas mitteilen wollte.

Seit Jahrzehnten wird K. von den Budenzauberern als „Hund“ gesehen; hochbegabt, hochintelligent, aber fast völlig ohne ad gredi (Ammon); d. h. etwas vereinfacht gesagt, fast ohne Impulse zum freundlichem und neugierigem sich der Welt und den Menschen Zuwenden usw. Es scheint nicht zu gehen ohne „Leine“, rrrrr, und die erlebt K. durch den Budenzauber seit fast 35 Jahren. Gute Arbeit, von wem auch immer! K. wiederholt das bewusst und absichtsvoll.

Zudem war in der Gruppe, in der K. in seinem Leben zumindest körperlich am längstem anwesend war, von der vierten Klasse bis zum einschließlich erstem Halbjahr der zehnten Klasse, sein Spitzname „Socke“. Eigentlich „Sokke“, denn K. hat in ESP** den Lehrer verarscht, indem er zwar nach dessen unwirscher Aufforderung die Namen der Schüler repetierte, aber dabei die Wechstaben verbuchselte, was der Lehrer erst nach einigen Augenblicken bemerkte. Inzwischen hatte K. seinen eigenen Namen als „Dlanor Eksok“ angegeben und hatte dann sehr schnell den Nick „Sokke“ weg.

Mit anderen Worten hat die, siehe eben oben, semiotische Guerilla K. mit diesem Artikel in der „MOZ“ nach etlichen Monaten eine Antwort, bzw. „Antwort“, auf sein, siehe eben oben, entweder größenwahnsinniges oder lichtblickendes Sendschreiben gegeben…

Süüüüß!

Wie gesagt kann K. über derartigen zumindest ansatzweisen Beziehungswahn sogar selbst zumindest grinsen, wenn es ihm einigermaßen gut geht; in unlichten Momenten dagegen ist er voll in seinem Film.

Schließlich ist ihm klar, dass hier der von Freud beobachtete und beschriebene Mechanismus wirken könnte, nach dem Hysterie Zerrbild von Kunstproduktion wäre, denn K. hackt zwar derzeit wieder geradezu grenzmanisch in die Tasten, aber ist nicht wirklich kreativ.

Tja…

Bla.

** Eigenes Foto, bei dem K. das eigentliche Misslingen der Aufnahme nachher als durchaus atmosphärisch passend erschienen ist. Nein, Opa hat kein Heimweh, aber er wird irgendwann dauerhaft in E-Stadt wohnen, und zwar ohne, dass Leute über ihm sehr wahrscheinlich absichtsvoll Weitspringen üben und was dergleichen sehr wahrscheinlich unbewusste Übungen zur Reanimation des Epoché-Menschen K. mehr sind. Ha! Wäre ja noch gelachter! – Das in dem „Projekt-Entwurf“-PDF erwähnte Areal erstreckt sich übrigens wenige Meter hinter dem Standpunkt K.’s als Aufnehmender der hier geposteten Aufnahme.
** Wie bereits bemerkt, ist im eisenhüttenstädtischem Kontext mit „ESP“ „Einführung in die sozialistische Produktion“ gemeint und nicht „extrasensory perception“, *hüstel*…

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