(… keineswegs kiekt K. nur i n  d i e  R ö h r e…)

Auf Anregung eines Streit-, Zeit- und Leidgenossen, dessen Namen K. hier nicht erwähnen will, weil er es für angemessen hält, den Mann vorher zu fragen, was K. aber wieder zu viel Kontakt wäre, weswegen er die Anfrage unterlässt, auf Anregung dieses Herrn also, der sich übrigens auch immer einmal Johann Wolfgang Amadeus Isaac Elon di Caprio nennt (um womöglichst, im Unbewussten, den Größenwahn des K. zu parodieren), auf Anregung dieses Herrn, nun sei es endlich ausgesprochen „ohn‘ alle Bemäntelung und Gleisnerei“ (Th. Mann, „Dr. Faustus“)*, hat K. gestern den Film das audiovisuelle Kommunikat „Grüße aus Fukushima“ gesehen rezipiert und er, nämlich immer Herr K., ist ein bisschen geklatscht, um wieder einmal auf sehr durchsichtige Weise volkstümliche Diktion vorzutäuschen…

Was geschieht? – Nun, man vergisst zunächst nach wenigen Minuten, dass der Film schwarz-weiß ist. Mit einiger Sicherheit „man“, nicht nur K. Männer sagen oft „man“, wir berichteten, wenn sie „ich“ sagen müssten; Frauen aber auch.

Die Geschichte wird kammerspielartig erzählt, wie professionelle Kritiker schreiben würden, zu denen K. auch im Unbewusstem nicht gehören möchte, weil er über den ganzen Kunstscheiß, ist doch wahr, voll erhaben ist, Alter, und demnächst wieder als einfacher Arbeiter anfängt, wie es von der dauerhaft kommentierenden virtuellen Diensteinheit (DAUKOVIDI) seit vielen Monden suggeriert wird.

D. h., eine dialogische Geschichte wird vorgeführt, etwa wie in der „Herbstsonate“ von Generaloberstmeister** Bergman. Zwei Frauen, eine ältere Japanerin und eine junge Deutsche, reden miteinander; das ist eigentlich schon der wesentliche Inhalt des Films.

Beide Frauen sind an Grenzen gelangt, an denen sich beide den Strick nehmen wollen.

Die Junge, weil sie einige Tage vor ihrer Liebesheirat mit dem besten Freund ihres Beinahe-Mannes pennt und diesem das kurz vor der Hochzeit beichtet, wonach der Beinahe-Mann zum Nie-Mehr-Partner wird; die Alte, weil sie in der Fukushima-Katastrophe buchstäblich alles verloren hat und zudem glaubt, ein junges Mädchen, das sie ausgebildet hat, von dem Baum gestoßen zu haben, auf den sich beide vor den Fluten nach dem Seebeben gerettet haben.

Eigentlich passiert nichts, es erfolgt nur dieser Austausch von Wortgruppen. Dennoch fühlte der, O-Ton vox populi, Zynist K. sich in das Geschehen des beinahe nichts Geschehens schier hineingezogen und war erstaunt, als die 104 Minuten vorbei waren, die ihm wie höchstens 30 Minuten vorkamen.

Das lag nach K.’s Wahrnehmung jedoch auch, aber nicht vornehmlich an der Kunst des Dialogschreibens, an den großartigen Hauptdarstellerinnen, ohne die Ablichtung eines derartigen Langzeitdialogs kaum möglich gewesen wäre, an der Kameraführung, am Lichteinsatz usw., sondern an etwas hinter oder unter oder zwischen oder wo auch immer den Worten und Bildern. Kurzum wirkte möglicherweise das, was Goethe das Inkommensurable in der Kunst genannt hat.

Ja, diese Behauptung ist irrational, anachronistisch bis mega-kompostig, klischeehaft, esoterisch, unwissenschaftlich-spekulatiefsinnig usw. usw. usf. Allein, das ist K., diesem arrogantem Fatzke, dem man schon noch zeigen wird, wo der Hammer hängt, völlig schnurz und schnuppe.

Von seiner Seite nur noch so viel, dass ihm hier der Einbau einer der gleichfalls klischeehaften Textbausteine besagter eben oben erwähnter Filmkritiker angezeigt scheint: „Für solche Filme ist das Kintopp mal erfunden worden!“

Ja, aber – wenn es doch so ist

So. – Bla.

PS: Prompt wurde K. von einem Katerchen geträumt, nachdem er in dem Film verblüfft des Katzenmannes ansichtig geworden war. Da K. heute wieder einen starken Zitatterich hat, hier noch der Loriot folgende Hinweis, dass ein Leben ohne Kater möglich, aber bescheuert ist.

Herr Ramses, III., im Bild noch jugendlichen Alters, bei einem ökologisch korrektem Vollbad in PAF; verantwortlicher Dosenöffner war hier Herr K. Mittlerweile ist der Schnurrefix ein Senior und genießt seinen Lebensabend in seiner Dreiraumwohnung in einem grünem Hof im Westend von M.

** Wie bereits erst höchstens zwei Dutzend Male von der vox populi erwähnt, sieht sich K. im bedenklichem Vollzug störungsspezifischen Größenwahns als den Nachfolger Thomas Manns, was, wie ebenfalls drei bis siebzehn Mal angedeutet, insofern erstaunlich erscheinen muss, als es aus mehreren und von K. mehrfach angeführten Gründen gar keinen Nachfolger geben kann. Allein – das kann alles befohlen werden, *hüstel*…
** Auch wieder mindestens interessant! „Generaloberstmeister“ wird nicht als Fehler angezeigt. Is‘ ’n deutsches Schreib-Tool, oder wie man das nennt, wenn man voll der fitte Privat-Publizist ist, Alter. Und übrigens ist diese Titulierung nicht im geringsten ironisch gemeint, denn Bergman ist ja wohl derart eindeutig ein ganz Großer in der Filmkunst, dass darüber hier nicht diskutiert werden zu müssen scheint, was Herrn K. nur recht sein kann, denn er macht nicht gern viel Worte, nochmals kraftvollst *hüstel*…

Dieser Beitrag wurde unter Film veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.