(.. nur unter Druck, in der Tat…)

Eine der süß-illusionären Wachphantasien des K. ist, dass er auch oder gerade körperlich völlig wiederhergestellt würde. Dies aber ist eine der Stellen, an denen K. gewahr wird, immerhin, dass und wie sehr er Paradoxien vom Feinsten, oder so ähnlich, unter-, wenn nicht erliegt.

K. ist etwa überzeugt, und er hat es auch erst ca. 2000 Mal beim Durchschlurfen seines Bloghauses gebrabbelt, dass er über fast keine Phantasie verfügen würde. Immer wieder gibt es jedoch Momente, in denen er feststellen muss und in der Tat auch festzustellen sich zumindest insgeheim gestattet, dass diese Überzeugung in gewissem Maße eine Verdrehung ins Gegenteil sein könnte. Bei fast allen Unternehmungen, insbesondere in ihm bis dahin unbekannten Räumen, phantasiert etwas in K. wild und bunt drauflos, wobei hier „Räume“ sowohl im wörtlichem als auch im übertragenem Sinne gemeint sind.

Allein, es gelingt dem in jeder Hinsicht prekärem K. nicht, dieses Phänomen konstruktiv umzusetzen; oh schöner Schmerz! Jeden Morgen rattert durch seine Gedankengänge der motus animi continuus, von dem Thomas Mann geschrieben hat, dass Gustav von Aschenbach daran gedacht, dass Cicero davon gesprochen hätte. Wie mehrfach angemerkt, ist die Formulierung wahrscheinlich gar nicht von Cicero, aber wie ebenfalls bereits mehrfach angemerkt, scheint dies im Kontext der bloghäuslichen Monologe des K. nicht weiter von Belang.

Immer wieder fragt sich K., wie er dieses innere Geschnatter „umsetzen“ könnte oder sollte oder gar müsste, aber es gelingt ihm nicht, ach ach… Immer wieder fragt er sich, und immer wieder sehr gern vergeblich, ob dieses peinigende Phänomen nur mit chronischem Mangel an Körperkontakt zu tun haben könnte.

Übrigens waren heute die gemessenen Werte, siehe Aphobongramm, sehr niedrig, was K. geneigt ist, darauf zurückzuführen, dass er sich vorher bereits in gewissem Maße schreiberisch entladen hatte. Natürlich ist K. klar, dass es witzig klingt, wenn er erwähnt, was er auch bereits erwähnt hat, dass er nach solchen Entladungen sehr häufig, mit Verlaub, kacken kann, aharhar. Seit Längerem aber denkt es ihm auch dergestalt, dass mit diesen Entladungen nicht nur Druck im übertragenem Sinne abgebaut werden könnte, sondern auch im wörtlichem, siehe Aphobongramm oben.

K. findet daher seine These immer wieder bestätigt, dass Schreiben etwas mit lebensgeschichtlich ganz frühen seelischen Mechanismen zu tun haben könnte. Wie K. nicht müde wird zu erwähnen, ist der insbesondere im Haus der ewigen Kindheit nicht nur von ihm überaus häufig in Anwendung erlebte Textbaustein „Das ist was ganz Altes!“ vielleicht nicht unzutreffend, aber jedenfalls ungenau insofern, als man besser „Das ist was ganz Frühes“ sagen sollte oder gar müsste. – Nein, K. sieht sich nicht, im Unbewusstem, als Chefarzt; thx, folks!

So weit wieder das heutige schriftliche Gejammer; Dr. K. hat gesagt, K. solle mehr jammern, *hüstel*…

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