„Es kann Dir nix geschehen!“

K.’s ambitionierte Freudlektüre liegt schon sehr lange zurück. Etwa 1988 hat er seinen unmittelbar vorgesetzten Vorfahren unerwartet auf der Schönhauser in Berlin getroffen, wo er, der UVOVOFA, anachronistisch flanierend es wieder einmal genossen hat, für diesen und jenen Schauspieler gehalten zu werden usw.

Zu K.’s anhaltender Verwunderung aber gebärdete sich K.’s Vater, wie es K. nicht zu erwarten gewagt hätte, indem er K. einen Hunni in die Hand drückte. K. aber, wie sollte es anders sein, begab sich umgehendst in die nächste Buchhandlung*, um dort die nach langen Kämpfen unter anderen Franz Fühmanns endlich in der DaDaEr erschienene größere Ausgabe von Freuds Schriften zu erwerben. Gnihi. Ist das ein Ausagieren des ödipalen Konflikts! Dit hattn wa ooch noch nich‘, Keule. Es war wohl eine dreibändige Ausgabe und sie war gerade für DaDaeR-Verhältnisse sehr teuer; allein, K. hat stillvergnügt getrost nach Hause getragen, was er nun schwarz auf weiß besaß.

Freud hat, wenn K. sich recht entsinnt, dieses Zitat verwandt, um auf die typische Haltung eines Lesers oder Filmzuschauers zu verweisen; dabei und doch nicht dabei, durch heftigste Abläufe in höchste Erregung versetzt und doch immer in Sicherheit usw. Kurzum wird eine gewisse Spielart des Epoché-Menschen nach Sloterdijk nach Husserl in gewisser Ausprägung wirksam. Oder so ähnlich! Auch oder gerade K., das rezente Fossil, findet sich in beschwingter Hochform.

Aber – dieses Vögel-Gezwitscher! Wann hat K. dergleichen zum letztem Mal richtig wahrgenommen? Überhaupt ist für K. in diesen Videos das Atmosphärische von vor dem Wendepunkt in seinem persönlichem Präteritum 1986… „Ach.“ (Prof. von Bülow)

Die im Folgendem abgebildete Plastik aus Plastik** aber hat K. vorgestern auf den Straßen von M gefunden, ha! Da weit und breit keine Kleinmenschin und kein Kleinmensch zu sehen waren, hat K., *hüstel*, in einer Anwandlung von Raubtierkapitalismus sich das possierliche Püppchen gekrallt.

PS: Mittlerweile gibt es auf dem sozusagen zitierten YouTube-Kanal Dutzende derartiger Berliner Stadtspaziergänge.

** Grandiose freudige Fehlleistung, „Buchlandung“. Ha! Ha!!!
** Persönlichkeits- sowohl als auch störungsspezifisches Anbiedern an den gemeinen Wessi (homo sapiens kohlera), indem K. „Plastik“ schreibt und nicht „Plaste“.

Dieser Beitrag wurde unter Anna Lyse, Nabelbohrungen, Stadtbild veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu „Es kann Dir nix geschehen!“

  1. Herr Ösi sagt:

    Wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl ist!!!

    Wir hatten bereits über abgebildete Dinos und deren Urheberrechte gesprochen…

    • Herr Koske sagt:

      … ja – war ’n Zeichen

      (… das habe ich jetzt nicht besonders ernst gemeint, aber es gibt Momente, in denen ich es tue… bla…)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.