(… im Umfeld der Wohnung befindet sich viel Gegend…)

Wieder einmal hat sich eine Menschin in den Dunstkreis des K. gewagt. K. musste lachen, weil sie erklärtermaßen das getan hat, was er sich sozusagen in voraus eilendem mentalem Masochismus immer wieder zu tun vorwirft, indem sie erschienen ist, weil sie was wollte; konkret einige Kartons für ihren bevorstehenden Umzug.

Bereits der könnte für manche etwas leicht Humoristisches haben, denn die Frau hat nach vor wenigen Wochen erst erfolgtem Einzug in dieses alles andere als durchschnittliche Gebäude eben erst ihre letzten Kartons ausgeräumt. Herr K. hat Schuldgefühle, weil er unverdient das größte Zimmer im Haus hat und immer noch nicht happy ist. Allein, wie sollte er sein Leben bewältigen ohne Schuldgefühle? Alles klar!

Nun wurde der Streit-, Leid- und Zeitgenossin eine Wohnung zugesprochen und K. ist weniger neidisch und eifersüchtig, was er vorsichtshalber annimmt, dass es ihm vorgeworfen werden könnte, sondern geradezu angeregt, weil offenbar doch noch etwas geht, wohnungstechnisch; auch in M, über dessen Wohnungssituation hier etwas anzumerken eine Wagenladung Eulen nach Athen transportieren zu wollen bedeuten würde.

Oder so ähnlich… Diese Menschin aber bemerkte im naturgemäß von den manischen Monologen des K. bestimmtem Gespräch etwas, das jenen aufhören ließ, ja, gewissermaßen aufdenken. Sie könne nicht verstehen, so die Menschin sinngemäß, dass Leutinnen und Leute über die Beschränkungen des Lockdowns klagen würden, denn diese Beschränkungen wären für sie seit Längerem in gewissem Sinne der Normalzustand

K. war schier schnurstracks verblüfft! Ist das einmal ’ne paradoxe Intervention – Dr. Erickson wäre entzückt!

K. war immer überzeugt, dass Gedanken, Thesen, Hypothesen, Spekulationen usw. von ihm nur dann geäußert würden, und das auch nur im günstigstem Fall, wenn diese Gedanken usw. von einer Autorität bestätigt werden würden. Diese kleine Episode jedoch ermöglichte K. die erfreuliche Einsicht, dass er nicht ganz so untertänig-spießig sein könnte, wie Etliche, unter anderem er selbst, es ganz selbstverständlich zu glauben scheinen. „Diederich umwand sogar den Rohrstock.“ „Der Untertan“, zur Abwechslung Heinrich Mann.*

Damit scheint aber neuerlich erwiesen, dass auch das Alter noch subtile Entwicklungen ermöglicht, ha! – So weit wieder das Wort zum Sonntag aus der Unterschicht. – Häff fann!!!

* Es scheint sich zu erübrigen, erörtern zu wollen, warum K.’s Unbewusstes sozusagen hinter dessen Rücken ausgerechnet diese Passage gespeichert hat bei der über 40 Jahre zurück liegenden Lektüre des von vielen als opus magnum gesehenen Romans Heinrich Manns. Natürlich wurde Heinrich Mann durchgenommen, hatte er doch im Gegensatz zu seinem in bürgerlich-humanistischen Positionen verharrendem Bruder den Weg zur fortschrittlichen Arbeiterklasse gefunden, hurra! War nich‘ alles schlecht, *hüstel*…

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