(… die Göttinnen- und Götter-Azubis tratschen wieder ’n bisschen…)

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A: Was macht’an?

B: Sitzt am PC mit rotem Basecape, chch…

A: Fängt er jetzt doch an zu trumpeln?

B: Na ja – das ist wieder die ausgeschlossene Wirklichkeit. Sobald man sich von etwas abgrenzt, ballt es sich im Hinter- oder Untergrund und bricht dann eventuell durch. Oder so.

A: Das weiß K. doch garantiert selbst. Wahrscheinlich ist er auch noch stolz drauf…

B: Ja ja, schon, aber eigentlich blendet ihn die Sonne und das Cape hat ’n schönen breiten Schirm…

A: Was? – Muaha.

C: Der is‘ fertich, der Typ, der is‘ fertich, der Typ…

B: Er hat seinen Schreibtisch so gestellt, dass vormittags die Sonne dergestalt blendet, dass er das auf dem Monitor Ausgegebene schwer erkennen kann…

A: Dieses „dergestalt“ würde er wohl cool finden…

B: Nö, wohl mehr dieses „Ausgegebene“. Das ist Informatikersprech – ein Text wird ausgegeben usw.

A: Aber wo ist das Problem? Dann soll er den Schreibtisch doch umstellen!

B: Das ist ihm schon wieder zu viel Veränderung. Da bräuchte er wieder drei Tage zum mentalen Umschalten. Außerdem hat er einen Grund mehr, nicht zu schreiben. Sie kennen doch seine Maxime, diesbezüglich. Ein wahrer Schriftsteller ist jemand, der jede Gelegenheit nutzt, nicht schreiben zu müssen. Und so. Chchch.

C: Der is‘ fertich, der Typ, der is‘ fertich, der Typ…

A: Auch hatte K. heute wieder den Gedanken, dass etwas Körperliches ihm gemäßer wäre als mühsames und verdrießliches Wortsetzen.

B: Ach. – Um Loriot zu zitieren; K. zitiert ihn ja auch dauernd. – Will er wieder Turniertänzer werden oder was? Hihihi.

A: Ist nicht nur lustig. Es könnte etwas dran sein an der Vermutung, dass auch seine Charakterisierung als „Bewegungsidiot“ in gewissem Maße eine Verdrehung ins Gegenteil wäre.

B: Ganz tolle Einsicht – mit 59! Wie ist er denn da nun wieder drauf gekommen?

A: Er hat neuerlich eine Entdeckung bei YouTube gemacht, bei der er völlig aus dem Häuschen war, Jon Batiste.

B: Das ist immerhin ’n Mann, so dass die üblichen albern spätestpubertären Verliebtheiten ausbleiben…

A: Na ja, dazu würde K. jetzt wieder sagen, er wäre ja schon immer kommunal-konfus gewesen und wäre aber nunmehr auch zunehmend senil-schwul.

B: Ja, sehr witzig! – Aber was genau ist passiert? War das wieder so ’n Rhythmus, wo er immer mit muss usw.?

A: In der Tat, wie Teal’c sagen würde, wie K. jetzt sagen würde. Er hat fast im Liegen getanzt, weil ihn die Songs des Meisters so hin- und mitgerissen haben…

B: Ja ja, er hat sich nach dem Mittagessen altersbedingt ein bisschen hingelegt, schon klar, *hüstel*. Und ihm ist wieder einmal bewusst geworden, dass „so was“ bei ihm immer nur sozusagen nach innen geht. Es wird nichts sichtbar, es wird nichts öffentlich, es wird nichts nachvollziehbar, es wird nichts wirksam. Und so.

A: Das Übliche halt! – Und ewig murmelt das Murmeltier, oder so ähnlich.

B: Ja, aber K. möchte wohl wieder gelobt werden für seine tiefe Selbsterkenntnis.

C: Der is‘ fertich, der Typ, der is‘ fertich, der Typ…

A: Und was kommt so per Mental-Funk? Haben wir da etwas Neues?

B: Nichts Neues bei dem Besten im Westen! – ‚Tut nur so, als wenna ’ne Bewerbung schreibt!‘, ‚Will‘ nich‘ arbeiten, weilla Abitur hat!‘, ‚Willa wieda hierbleiben!‘, ‚Hält sich für geisteskrank; merkt nich‘, dissa schwul is‘!‘, ‚Hau hier ab!‘, ‚Bleib hier, Dir fehlt nur Körperkontakt!‘, ‚Hat Tatsache die Wende verpennt!‘, ‚Geh‘ betteln!‘, ‚Is‘ so was von eifersüchtig!‘, ‚Sieht sich Tatsache als Züchoteerahpeut!‘, ‚Hält sich für ’n Schriftsteller, weilla Tagebuch schreibt!‘, ‚Willa wieda berühmt werden!‘ – Und so weiter und so weiter und so fort.

A: Also nach wie vor ein Grand Canyon zwischen der sogenannten Realität und der alternativen Realität der Hauptverwaltung Budenzauber auf der immateriellen Ebene einer künstlichen Psychose als Erziehungsmaßnahme?

B: Was für ein Satz, der würde K. gefallen! Aber – voll korrekt, Mann! Die Budenzauberer scheinen sich überhaupt nicht darum zu scheren, was gerade abgeht in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre.

A: Aber K. fährt fort, es für schier heldenhaft zu halten, den Scheiß weiter durch zu stehen…

B: Na ja, er läuft regelmäßig, das hilft ihm bei der Bewältigung seines Verlangens, Witwen zu grillen. Und dann trinkt er jetzt immer einmal wieder ’n Bier…

A: Ha! Nach dem bewährtem Motto, wenn man ihn dauernd für ’n Schlucki hält, dann kann er halt schlucken, hähä…

B: Ja ja, aber er sieht das durchaus kritisch. Bier kostet Geld, man muss dauernd pinkeln und richtig breit wird man auch nicht…

C: Der is‘ fertich, der Typ, der is‘ fertich, der Typ…

A: Dazu hat K. aber auch ’n Spruch, oder?

B: Logo! „Eine der übelsten Verdrehungen ins Gegenteil ist die Behauptung, ich wäre fertig!“ So in etwa sein scheingeistiges Statement zum Thema…

A, B und C: Chchch.

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