(… er hatte noch nie einen weiblichen Orgasmus…)

Das ist es, was K. braucht – Körperkontakt, Körperkontakt, Körperkontakt. Nicht noch ’ne Therapie und noch ’ne Betreuung und noch 234 Coachings. Es muss gar nicht zum fahrlässigem Beischlaf kommen usw. Was K. mit „usw.“ gemeint hat, weiß er nicht, aber er lässt das jetzt stehen, weil er dergleichen für literarisch hält; wir bitten um Unverständnis.

Da K. aber zu faul, zu verklemmt, zu schwul, zu pervers, zu impotent, zu kommunal-senil ist (man suche sich aus, was Einem passt; K.’s Sternbild ist bekanntlich Chamäleon), sich eine Frau zu suchen, zu schweigen vom Finden, hat er hier ein heftiges Problem.

Immerhin – er nimmt es wahr! Zudem hat K. für so Häuser mit so Frauen nicht die Kohle; auch sind diese Etablissements derzeit coroniert geschlossen.* Aber, wie gesagt, geht es gar nicht vorrangig um die unter Umständen zur Weitergabe des genetischen Codes führenden lustvollen Übungen.

Sein Geltungsdrang zwingt K., sich zu Wort zu melden – furchtbar! Korrekt, auch das wurde schon des Öfteren per Mental-Funk rückgemeldet. ‚Dein Weblog ist nur Geltungsdrang!‘, hieß es etwa. Sehr überraschend kam auch nur etwa 50 Mal: ‚Dir fehlt nur Körperkontakt!‘ Seltsame „Hallus“, oder hatte K. das schon gesagt?

Das mit dem weiblichem Orgasmus aber ist wieder einmal ein besonders großer Löffel Sarkas-Mus. K. hat bekanntlich immer wieder Theorien zu allen möglichen und unmöglichen Dingen; da dies seinem Störungsbild entspricht und nicht sozial destruktiv wirkt, kann es vernachlässigt werden.

Ihm fällt hier die antike Legende ein, nach der Teiresias von der Göttervatergattin** mit Blindheit geschlagen wurde, weil er das Geheimnis verraten hatte, dass Frauen dabei weitaus mehr Lust empfinden würden als Männer, sinngemäß. K. hält das in Vollzug seiner störungsspezifischen Symptomatik keineswegs nur für eine Legende. Er wagt vielmehr die These, dass der weibliche Orgasmus eine Art Verbindung mit einem überpersönlichem Energiefeld bedeutet. So was in der Art!

K. ist durchaus klar, dass Frauen Titten haben und Männer Schwänze usw., har har. Was K. mit „usw.“ gemeint hat, weiß er nicht, aber er lässt das jetzt stehen, weil er dergleichen für literarisch hält; wir bitten um Unverständnis. Trotzdem und erst recht fragt er sich immer wieder, worin denn nun das Weibliche und das Männliche unabhängig vom Anatomischen und von Schuhschränken usw. bestehen könnten. Er ist zu der vorläufigen Hypothese gelangt, dass in gewissem Sinn das Weibliche das Energetisch-Strukturelle ist und das Männliche die Fähigkeit und Bereitschaft zur Materialisierung von energetisch-strukturellen Mustern. So was in der Art!

Aharhar! Uhuhu! Hihihi! Der wieder mit sein‘ Zücho!!! Schon wieder krasser Eso-Scheiß!

Auch sind dergleichen Höhenflüge des K. sehr leicht zu durchschauen. Da sein Selbstbild von der immerhin erstaunlich realistischen Einsicht geprägt wird, ein Schlemihl und Luftmensch zu sein, der bisher nicht wirklich etwas geleistet hat, ist er geradezu gezwungen, das Wunderkind bzw. den genialisch verlotterten Opa zu geben. Auch das wieder eine ganz einfache Übung, Frau Dr. Anna Freudlos, geb. Lyse.

** Das erinnert natürlich an diesen Witz: „Das Essen war heute wieder furchtbar!“„Ja, und dann die kleinen Portionen!“ Ja ja, K. ist Antisemit, ist ja schon ungut!
** „Göttervatergattin“ wird nicht als Fehler angezeigt. Auch das Prekarier-Dasein hält Überraschungen bereit fürwahr!

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