Sesam… äh… – entfalte Dich geschmacksknospend! Oder so.

Dies ist der Versuch Nr. 6 des K., Seitan-„Braten“ zu produzieren. Dieses Mal hat er den köstlichen Klumpen wieder eine ganze Nacht lang in Sojasaucentunke im Topf mit Deckel am Fenster stehen lassen.

Wie gesagt, hat K. erst mit 58 angefangen, Nahrung bewusst zuzubereiten und zu essen. Bis dahin hat er irgendwas eingedreht, weil man ja essen muss. Eine entwickelte Persönlichkeit, befreit von Unterdrückung, hurra!

Es ist zu erwarten, dass K. noch vor Erreichen des 60. Lebensjahres ein gewisses Behagen in den ihm offiziell und legal zur Bewohnung überlassenen Räumlichkeiten entwickeln wird. „Kommen Sie doch erstmal an!“ (Aus „Gar manierliches Spruchkästlein für den wackeren Sozpäd“, Rückbau-Verlag 2037, 67. Auflage, S. 5623) Jaha, das ist lustich!

(…„Lieber junger Freund, es handelt sich hier um Überbleibsel der alten Gesellschaft, die wir im Zuge unserer gesetzmäßigen Entwicklung schrittweise überwinden werden!“… korrekt – und wenn wir nicht gestorben sind, überwinden wir immer noch… quod erat demonstrandum…)

Auch enthält das eben oben abgebildete gute Stück Sesam. K. ist nun gespannt, ob er neugierig ist. Beim erstem Mal hat er Kräuter mit eingerührt, was nicht so der Bringer war.

Dann ist ihm aufgefallen, dass die Brocken nicht nur farblich an rohen Döner am Spieß erinnern, sondern auch von der Konsistenz her. K. hat hierauf kleine Schnipsel von einem Brocken abgesäbelt und in der Pfanne gebraten und siehe bzw. schmecke, es ward sehr gut! K. „säbelt“, weil er in einem Militärhaushalt aufgewachsen wurde und kaum jemand seinen Prägungen entkommt, *hüstel*. Man kann alle möglichen Gewürze unter das Seitanpulver mischen, bevor man Gebrüsemühe Gemüsebrühe hinein rührt und einen Klumpen modelliert. D. h., im Gegensatz zum „richtigem“ Döner sind die Gewürze dann drin und werden nicht nachträglich, aua, drauf gepfeffert.

Unabhängig davon schmeckt das Ergebnis besser als Döner vom Kalb usw. Erst hat K. dieser seiner Wahrnehmung nicht recht getraut, weil er befürchtete, dass er sich selbst recht neckisch-dynamisch agitieren wollte, beim Verzicht auf das Fleisch ermordeter Tiere dran zu bleiben. K. ist ja, wie sich unerfreulich herum gesprochen hat, der Spezialist für etwas zu Ende bringen, *kraftvollst hüstel*, und sein Lebenslauf ist eine überaus elegante Asymptote.

Nun aber ärgert er sich zum wiederholtem Male, dass er nicht früher angefangen hat mit seiner veganymedizinischen Eigenbehandlung. Allein, was sollte K. mit sich anfangen, wenn er einmal keine Schuldgefühle hätte? Eben! In diesem Sinne – an Guadn!!!

PS: Im Übrigen bleibt K. bei seiner Auffassung, dass vegetarische und auch vegane Ernährung in gewissem Sinne halbe Sachen sind. Pflanzen sind auch Lebewesen und angesagt wäre synthetische Nahrung. Ja, das ist Neuland, ja, das wird kommen und: nein, K. wünscht nicht, Eurokanzlerin zu werden, auch nicht im Unbewusstem. Häff fann, oder wie die Großbritannier sagen! Äh… – die Alufolie hat ein Vormieter im Küchenschrank liegen gelassen; die wird jetzt noch aufgebraucht und dann ist Ruhe, diesbezüglich!

Dieser Beitrag wurde unter Veganymedizin veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.