(… fragt K. in der Apotheke: „Haben Sie was gegen d i e s e Realität?“…)

Nun gut bzw. ungut – Eskapismus… (???) „Neuerlich weicht K. den Forderungen des Tages aus!“, könnte Dr. Anna Freudlos, geb. Lyse, sagen wollen, *hüstel*…

Manchmal aber lohnt sich Warten, was die Tatsache beweist, dass selbst K. als Universal-Marginalperson die wenigen Euronen übrig hatte, um „Syberia“ Teil 2 und Teil 3 zum schon lange in seinem Besitz befindlichem erstem Teil dazu zu kaufen und zu downloaden. Bei dieser Gelegenheit hat K. neuerlich seine zumindest rudimentäre Kreativität beweisen können, indem er von „Steaming“ sprach, abgeleitet von „Streaming“ und sich auf Steam beziehend. „Das putzt ganz ungemein!“, hätte Herr Bendix Grünlich gesagt, nachdem er einige Zimmer im erstem Haus am Platz bezogen, hä-ähm.

In diesem Spiel aber findet er in selten erlebter Ausprägung das Stimmungsmäßige, das Atmosphärische, die Anmutung, wie es in der Werbung Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation heißt, kurz, das Phänomen, das zu beschreiben sich K. schon seit Langem immer wieder bemüht. Da ist diese Stimmung von vorher, und das muss jetzt natürlich kommen, von vor dem Fallen des Vorhangs, Thomas Mann. Man kann nur ahnen, wie die Welt sich angefühlt haben mag, bevor sie im XX. Jahrhundert die ganz großen Risse erlitten hat, bla. Wie K. auch bereits sagte, denn er wiederholt sich, wie er wiederholt angemerkt hat, könnte es sich um das handeln, was C. G. Jung als in Worten nur in Annäherung beschreibbar erörtert hat, sinngemäß.

Die gewissermaßen Pointe aber ist, so scheint es zumindest K., der wieder in seinem Element laboriert, dass eine der modernsten Technologien diese gewissermaßen Reproduktion von etwas nur noch in Ahnungen Begreifbaren kunstvoll reproduziert.

In diesem Spiel ist diese Rummelplatzstimmung wie auf den Werken gewisser sogenannter naiver Maler oder das Fluidum der Winkelgasse in „Harry Potter“ usw.

Es ist schwer in Worte zu fassen, ach. K. denkt, bzw. es denkt in ihm, an die wenigen wirklich romantischen Momente seiner Vorschulkindheit, als er in der bemerkenswert erhaltenen Altstadt seines Heimatortes etwa diesen Laden am Markt betreten hat, in dem man gelangte über einige abwärts führende Treppenstufen und der vollends unbeschreiblich gewissermaßen nach einer langen Geschichte ohne Risse gerochen hat.

Die folgenden Bilder sind Screenshots aus K.’s erstem Spiel der Trilogie. Für alle Bilder gilt, und endlich kann K. wieder eine seiner Lieblingsformulierungen anbringen: Klick ins Pic macht big, Alter!!!

Um das links im Bild zu sehende Wasserrad in Gang zu setzen, muss die Heldin Kate Walker gar possierliche Handgriffe tätigen, wie sie für dieses Spiel typisch sind, und zwar in der im nächstem Screenshot abgebildete Halle.

Zunächst muss man Kate rechts an der Art Kette ziehen lassen, die zu finden K. bei diesem Durchgang viel zu viele Augenblicke gebraucht hat; das Alter ist nicht einfach, aber es geht vorbei! Hierauf, gnihi, „erscheint“ über die Rutsche rechts von der Kette eine riesige mechanische Maus. Die Maus, schwach zu erkennen in dem Laufrad in der Bildmitte, setzt dieses in Gang, wodurch die gewaltige Halterung des vorm Fenster zu erkennenden Wasserrades mit dem Rad nach unten fährt. Hierauf muss Kate durch Betätigung des Hebels vor ihr die Welle des Wasserrades in die im Rohr links von sich einrasten lassen, worauf die Energie des Rades in den wie eine typische Industriekathedrale anmutenden riesigen Maschinensaal geleitet wird.

Es! Ist! Zum! Kringeln! Schön!!! In dieser Weise nämlich, liebe völlig zu Recht zahlreiche Nichtleser, bewegt man sich, oder vielmehr Fräulein Walker, stundenlang durch im mehrfachem Sinne phantastische Gebäude und Landschaften zwischen Tagtraum, Fantasy und Steampunk. Der Gründer und langjährige Betreiber der Fabrik, mittlerweile in die ewige Werkhalle abberufen, hat den halben Ort mit mechanischen Kunstwerken zwischen Spielzeug und Roboter bestückt, etwa zum Türen öffnen, zum Stempeln amtlicher Formulare, zum Unkraut jäten usw.

Nostalgie? Eskapismus? Sentimentalität? Reaktionäres Klammern an märchenhaft überzeichnete Details einer untergegangenen Welt? Spinnereien des dekadenten Luftmenschen K., der hin und wieder schier blaublütige Größenphantasien entwickelt, obwohl er vielleicht nur ein bisschen blau ist?

K. ist geneigt, etwas anzumerken wie: „Ick weeß ja nich‘, Keule!“

Dieses Bild etwa zeigt das Büro des Fabrikbesitzers in der Fabrik. Wieder neigt K. arroganter Weise zu Vergleichen etwa des Kontors der Buddenbrooks-Manns in Lübeck mit etwa dem Büro von Armeegeneral Mielke. Ist da etwas gesetzmäßig überwunden worden oder hat man wieder einmal ein durch gewissermaßen Rücknahme eines bereits erreichten kulturellen Hochstandes entstandenes Defizit umgedeutet zum Fortschritt und zur Stärke?

Bla. Nichts Genaues weiß man nicht, doch wir bleiben dran! – Versichert K., der staatlich unerkannte Vordenker (IHK), der einfach nicht gut genug ist für sich…

PS: Das Kind im Manne scheint jedenfalls nicht der schlechteste Versuch der Umsetzung des Matrjoschka-Prinzips, oder so ähnlich. Kleiner Scherz zum hier Essen, mehr oder weniger geschätzte, mehr oder weniger Abwesende!

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13 Antworten zu (… fragt K. in der Apotheke: „Haben Sie was gegen d i e s e Realität?“…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Eigentlich bin ich für Computerspiele irgendwie zu langsam, zu ungeschickt, zu tollpatschig oder wie auch immer.

    Ich hab selbst eins programmiert fürs Smartphone…

    https://play.google.com/store/apps/details?id=appinventor.ai_Guenter_Tisch.Sheep_and_Rain

    Nun gut, ich denke, mit den Profi-Programmierern kann ich mich noch nicht ganz messen… *hüstel* chchch

    Doktor: Schwester! Was soll der Unsinn! Der Patient hat ja schon wieder seine Medikamente nicht genommen!!!

  2. Herr Ösi sagt:

    Ich bin 1980 als Wehrmann eingerückt… und 6 Monate später als solcher wieder ausgerückt…

    Zwischendurch hatten wir mal einen Oberleutnant, der zuvor auf den Golan Höhen stationiert war. Der hatte einen Schäferhund. Sogar der war ranghöher als wir Wehrmänner…

    (Angeblich kein Scheiß. Ich hatte gehört, dass die Soldaten vor dem Hund salutieren mussten.)

    • Herr Koske sagt:

      „Ich sperr‘ Sie so lange ein, bis Sie den Spaten gefunden haben!“ (Originalzitat. Muaha.)

      Sehr viel Text, *hüstel*, aber das könntest Du interessant finden…

  3. Herr Ösi sagt:

    Der Militärdienst prägt einen schon irgendwie.

    …Ich kann mir Einiges erlauben, aber ich werde auch überhaupt nicht für voll genommen…

    So ergeht es mir auch, denke ich. Aber durch meinen antiautoritären, kasperlhaften Stil, war von vornherein ausgeschlossen, mir Verantwortung für Mitarbeiter zu übertragen. Und das war auch gut so…

    • Herr Koske sagt:

      … na ja… das hat halt alles seine zwei Schattenseiten… oder so ähnlich… aber nun neigt sich mein Ende eh‘ dem Leben entgegen… oder so ähnlich…

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