(… wieder einmal erklärt K. die Welt… äh… – s i c h…)

Quelle.

Nicht oder nicht nur das „Erschaffen von Bildern“ scheint ihnen wichtig, sondern auch oder vor allem das gesehen werden Wollen… Seltsamerweise, oder auch nicht seltsamerweise, wird dieser Aspekt in „Avatar“ deutlich; die Redewendung oder geradezu Begrüßungsformel „I see you!“ ist nicht vornehmlich im Sinne optischer Wahrnehmung gemeint.

K. muss immer wieder an diese Frau denken, die vor einem Asylbewerberheim in Sachsen demonstrierte. D. h., K. muss nicht, aber es denkt in ihm. K. hat, aus Gründen und aus Prinzip, kein modernes Bewegtbild-Empfangs- und Wiedergabe-Gerät (BEMUWIGA), aber hin und wieder schnappt er was auf, und meist bei YouTube.

Auf die Frage eines Reporters nach den Gründen ihrer Teilnahme an der Demo sagte die etwa 45jährige und dementsprechend eigentlich bereits recht lebenserfahrene Frau sinngemäß ins Mikro und in die Kamera, die bekämen alles hinten und vorn rein geschoben. Dabei hörte sie sich an wie eine Zwölfjährige, die zeternd beklagte, von einem Mitschüler an den Zöpfen gezogen worden zu sein.* Emotionale Kinder in Erwachsenenkörpern; sinngemäß, unter anderen, Dr. Daniel Casriel.

K. ist sich sehr wohl darüber im Klaren, dass er weit entfernt davon ist, emotional erwachsen zu sein, aber er weiß das und geht nicht zur „Demo“, um auszuagieren und sich abzureagieren im Glauben, er würde sich politisch betätigen. K. möchte nun gelobt werden für seine ausgezeichnete Selbstdurchschau.** Weiterhin steht er zur Entgegennahme des „Goldenen Symptombündels mit Rückfallschleife I. Klasse“ zur Verfügung. Thx, folks!

Übersetzt aber könnte die Aussage der Frau wie folgt lauten: „Ich will endlich, endlich auch einmal im eigenem Recht gesehen werden, was ich bereits nicht erleben durfte, als es lebensgeschichtlich dran gewesen wäre, um die gewissermaßen emotionale Basis zu schaffen, sich in dieser Welt willkommen und berechtigt anwesend fühlen zu können, was eine Grundlage dafür sein dürfte, die in jedem Menschen vorhandenen Talente zu realisieren und damit zu ‚landen‘, ‚Erfolg zu haben‘ usw.!“

Usw. usw. usf. Nein, Herr K. projiziert nicht, oder nicht nur! Allein, ist das jetzt politische Meinungsäußerung oder, sorry, Psycho-Club?

(… hihihi… willa wieder die Welt retten… uhuhu… spielta wieda Lenin, hähähä… usw. usf…. so weit wieder vorab und quasi, muaha, ab Werk die mit einiger Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Rückmeldungen… und ewig murmeln ganze Bataillone von Murmeltieren…)

***

Warum schreibt K. so was? Er kann nicht anders – vergib ihm, herbe Dame Welt! Es muss mal raus, sonst platzt K. Es scheint nicht nur einen Gefühlsstau, sondern auch eine Art Gedankenstau zu geben, bla. Behufs dieses Zwecks, oder so ähnlich, des heraus Lassens tappt K. nachher wieder ’ne Runde mit Schlenker um die Sonderfreifläche Theresienwiese. „Das putzt ganz ungemein!“, wie Bendix Grünlich gesagt hätte, nachdem er einige Zimmer im erstem Haus am Platze geordert…

Mit über 50 hat K. realisiert, dass es die Welt, die er schon immer gesucht hat, nicht nicht gibt, sondern, dass es sich handeln könnte um die Welt von „vor dem Fallen des Vorhangs“, Zitat Großer Lübecker Wortsetzmeister, oder genauer gesagt, um die Weltwahrnehmungsmuster. Dies jedoch aus Gründen, nicht als Attitüde. Dergleichen ist natürlich nicht nur nicht typisch für unsere sozialistischen Menschen, sondern auch, oh schöner Schmerz, nicht typisch für das, *hüstel*, postsozialistische Individuum. Darüber wird K. noch viel Text raus lassen. Merkt ja keiner, stört auch niemanden.

(… es ist makaber grandios! Da K. darauf trainiert ist, und ohne sein Verschulden, denn welche Wahlmöglichkeiten hat etwa ein Fünfjähriger diesbezüglich, in Mikro-Milieus zu agieren und möglichst zu überstehen, in denen kein Raum zu sein scheint für das, was für ihn wichtig ist, reproduziert er diese psychodynamische Schieflage immer wieder in diesem berüchtigtem neurotischen Wiederholungszwang… dieses, igitt, Unbewusste ist spannender als jeder Krimi… äh… – ’n guter Krimi bedient sich immer des Ubw, aber das ist jetzt wirklich ’n anderes Thema…)

** Hier schlägt wieder eine der harmlosen erotischen Vorlieben des K. durch; wir bitten um Unverständnis.
** Mindestens interessant – „Selbstdurchschau“ wird nicht als Fehler angezeigt… Herr Klemperer, übernehmen Sie!

Dieser Beitrag wurde unter Fühlosofie, Netzfunde, Poli-Tic veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.