„Herr K., jetzt freuen Sie sich doch mal!“

Das hat aktuell keiner gesagt, das könnte aber gesagt werden, sogar oder erst recht in der sogenannten Realität. K. genießt es insgeheim, hier neuerlich eine Art voraus eilenden Gehorsam der besonderen Art praktiziert zu haben.

Als seine Insolvenzberaterin nach bewundernswerter Fleißarbeit alle Gläubiger K.’s kontaktiert hatte und das Privat-Insolvenz-Verfahren schließlich offiziell genehmigt und angelaufen war, hat die Fleißarbeiterin Herrn K. darauf hingewiesen, dass er sich doch jetzt ein bisschen freuen könnte, denn schließlich hätte er nun einige große Steine aus dem Sack abgeworfen, den er wie so mancher Bürger mit sich herum schleppen würde. „Lad‘ Dir auf/so viel Du tragen kannst!“, „Silly“.

Das hat die gute Frau zumindest sinngemäß gesagt. K. hat sich hier um ein wenig poetische Überhöhung bemüht, um literarisches Talent vorzutäuschen. Sie kannte das Symptom „Anhedonie“ nicht, hatte es aber an K. wahrgenommen. Furchtbar, der Mensch; im Auge behalten!

*Hüstel*. – Das Telefon hat geklingelt! K. vergisst immer, dass er eines hat, weil er es kaum benutzt, und zuckt dann heftig zusammen, wenn es, wie poetisch, aus dem Digital schallt. Jemand erklärte K., dass der eine 200-€-Einkaufskarte gewonnen hätte.

K. war trotz seiner heftigen Verdatterung, oder so ähnlich, immerhin in der Lage nachzufragen, ob da gerade etwas mit versteckter Kamera bzw. diebisch vergnügtem Radiomoderator bei einem dieser Fake-Anrufe laufen würde. „Ihnen sollte vielleicht auch mal Einer auf den Kopf hauen!“ (Jack Lucas in „König der Fischer“; muaha, „Herr Penner?!“). Der Anrufer verneinte das mit einer gewissen gelangweilten Amüsiertheit. Die Karte würde in den nächsten Tagen bei K. eintreffen, versicherte der Anrufer. K. glaubt das natürlich erst, wenn er das gute Stück in den Händen hält.*

Dann hat K. gestern im Lotto gewonnen, 8.40 €, die er, *hüstel*, als erfahrener Finanzmann sogleich wieder in drei Tippfelder investiert hat. Es geht voran!

Nun bemühte sich K., sich zu freuen. Hau ruck! Ging nicht, shit! Allein, „Wer nicht genießt, ist ungenießbar!“, wie Herr Wecker richtig bemerkte. K. zieht sich, was jedermann überraschen muss, in seine Depression zurück; wir bitten um Unverständnis.

***

K. hatte geglaubt, dass bei seinen ewigen „Prüfungs“-Träumen kaum noch eine Steigerung möglich wäre. Dies hat sich, was niemanden überraschen kann, in der Nacht zu heute als Irrglauben erwiesen…

Zunächst ist K. in der WG in G – sein Vater wohnt dort unter dem Dach, gnihi. Der lässt K. sarkastisch-siegessicher abblitzen.

Natürlich würden Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse K. hier mit einem Textbaustein wie „Für wen steht F. K. im Traum?“ zu geißeln suchen. K. aber fragt sich in seinem innig-schmerzlichem mentalen Masochismus, ob es einer einschlägigen Ausbildung bei Dr. Freudlos bedarf, eine Szene zu interpretieren, in der K. von seinem Vater im wörtlichem und im übertragenem Sinne der Platz weg genommen wird. K. schreit seinen Vater dann noch an, dass er ihn einmal geliebt hätte, worauf der Vater K. buchstäblich stehen lässt und wieder die Treppe hinauf geht. Kommentar überflüssig…

K. wird von WG-Bewohnern hinaus komplimentiert und wird dabei laut und handgreiflich. – Im Auge behalten! – Die Übergriffe gehen ins Leere, als wären die Angegriffenen gewissermaßen gefeit, was K. auch bereits Dutzende Male im Traum erlebt hat.

Dann ist K., wie schon hunderte Male in seinen Träumen bzw. „Träumen“, in Iron Hut City, um immer einmal wieder das grandiose Neonym von Tom Hanks zu benutzen, dem PR-Chef von Eisenhüttenstadt.

Wieder einmal geht K. viele Gänge durch Hütte, insbesondere durch den sozusagen Zwischenraum zwischen Neustadt und dem am Westrand von Fürstenberg/Oder gelegenem Bahnhof, und dann auch durch die Altstadt selbst.

Das ist übrigens völlig unabhängig von Ihro Tiefunwohlgeboren K. ein sehr häufig zu findendes Klischee, dass Eisenhüttenstadt als die Retorten- und Planstadt usw. gesehen wird und dabei völlig ausgeblendet, dass der Ortsteil Fürstenberg eine der wenigen mittelalterlichen Stadtgründungen an der Oder-Neiße-Linie fast ohne Kriegsschäden ist. Wirklichkeit ist, worüber sich die jeweilige Gruppe geeinigt hat, dass es Wirklichkeit wäre; fast wörtlich Dr. Sch., zu Recht fast legendärer ehemaliger Vorsteher des Hauses der ewigen Kindheit und mittlerweile leider in die ewige Großgruppe abberufen. – Das am Rande von Einem am Rande!

K. durchläuft wieder einmal viele im mehrfachem Sinne phantastische „Stationen“ der Stadt, in denen er die in den jeweiligen Situationen enthaltenen Prüfungen nicht besteht, unter anderem in einer Kita und einer Modeboutique (???) oder dergleichen.

Dann ist K. in der Eichendorffstraße (?) und eine mittelalterliche Mauer aus roten Ziegeln kommt auf ihn zu. Unter den regelmäßig etwa alle fünf Meter angebrachten Wehrtürmen sind eine Art Scharniere angebracht, so dass die sozusagen Segmente der Mauer beweglich sind.

Der Lärm bei der Annäherung der Mauer ist infernalisch durchdringend; ein metallisches, geradezu kreischendes Quietschen übertönt ein tieferes Dröhnen von auf hartem Untergrund schabendem Stein.

So was hat K. noch nie gehört, weder im Traum noch auch in der sogenannten Realität. Er flüchtet mit heftiger Anstrengung, wie er es in den Fluchtträumen seiner Vorschulzeit unzählige Male praktiziert hat, indem er sich zwingt zu erwachen.

Nicht bestanden; Klappe, die mindestens zehntausendste.

(… ‚Siehta sich wieda als Filmregisseur!‘, kam nicht jetzt als Rückmeldung, ist aber schon des Öfteren bei solchen Gelegenheiten gesendet worden und wird wohl auch wieder gesendet werden…)

Bla.

***

Freud Euch des Lebens…

Der, immerhin, zunehmend erfreulich matriarchalisch begleitete Bürger will mehr Erotik? – Nichts Genaues weiß man nicht, doch wir bleiben dran…

* Der Klient K. projiziert! Er leugnet seinen eigenen Zynismus, der dem Lucas‘ ebenbürtig ist, und erwartet daher, ihn von Anderen ihm gegenüber praktiziert zu erleben. – War doch ’ne leichte Übung, Frau Dr. Anna Lyse, K. deutet doch gleich wieder selbst. Macht 22.99 €, *hüstel*…

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