(… so weit wieder d i e  T h e o r i e…)

Unendlich viel Leid ist in dieser Welt, weil unzählige Leutinnen und Leute überzeugt scheinen, sie müssten „nur“ die oder den finden, um alle ihre Probleme gelöst zu haben, angekommen, „durch“, im Freien, Weitem, Heiter-Leichtem usw. zu sein, kurz, glücklich. Eine milliardenschwere Industrie befeuert diesen Glauben täglich über -zig Kanäle höchst kunstfertig.

So weit, wie gesagt, die Theorie! Immerhin hat K. es mit, igitt, fast 60 nun auch geschnallt, hoho. Ist das nicht toll?

(… Ronald erhält ein Lob…)

Aber K. ist sich auch hier oft nicht sicher, dass diese Wahrnehmung sicher ist; andererseits es ihm ja übel gehen würde, müsste er irgendeine Wahrnehmung ohne sozusagen eingebaute Ambivalenz erleben.

Schließlich ist es K. nicht geheuer, dass er einmal etwas ernst gemeint haben könnte, weswegen er die bisher getroffenen Aussagen wie folgt relativiert…

Dies ist natürlich, *hüstel*, poetische Überhöhung, denn K. hat gar kein Sofa; vor allem deshalb nicht, weil es wegen Freud freudlos für ihn wäre.

***

Viele tausend derartiger Aphonbongramme sind im Netz zu finden; reihenweise besser als die gut bezahlten Kreationen von Kreativen wie vor allem (Werbe-)Textern. Ist K. neidisch und eifersüchtig? Erstaunlicherweise kam noch gar keine diesbezügliche Rückmeldung per Mental-Funk, obwohl die dauerhaft kommentierende virtuelle Diensteinheit (DAUKOVIDI) wieder einmal sehr rege war während der letzten Umdrehungen des dritten Planeten im System; sie nennen es „Tage“.

K. ist vor allem resigniert… Lohnt sich alles nichts mehr – alles Haschen nach Wind! Immer wieder fällt ihm sein Kulturschock am Tag nach dem Mauerfall ein. Jahrelang hatte er, als Beispiel, auf eine edle Ausgabe von Hesses „Unterm Rad“ gewartet, mit Leineneinband, Goldschnitt und Lesebändchen und für DaDaeR-Verhältnisse horrendem Preis. Eine sehr rührige Bibliothekarin in der Kaserne, die auch handelte, hatte intensive Beziehungen und hat für das halbe Regiment Bücher organisiert. Ja ja, war nich‘ alles schlecht…

Nun stand K. in einer großen Filiale der Wohlthat’schen Buchhandlungen und war – geklatscht. Nicht nur „gab“ es quasi alle Autoren, sondern von vielen ihrer Bücher gleich mehrere Ausgaben und dazu meist noch mehrere Taschenbucheditionen.

Am Eingang der Verkaufshalle stand ein prall gefüllter Rollcontainer mit schönen Schubern mit fünf bis zehn Bänden, enthaltend etwa gesammelte Stories von Zweig, Hesse, Keller usw. usf. An dem Container hing ein Zettel mit der Mitteilung, dass jeder Schuber für 10 Mark zu haben wäre. Auf Nachfrage winkte einer der Verkäufer ab; er würde für jeden Schuber 5 Mark nehmen.

Gnihi. – War K. nun befreit? – Er hatte ein ganz beschissenes diffuses Gefühl. Alles wertlos, weil alles beliebig, weil alles überall und immer erreichbar. – So was in der Art. – K. hat halt die Wende verpennt, hö hö hö…

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Auch diese Rückmeldung, dass K. die Wende verpennt hätte, kam in den letzten Wochen wieder verstärkt per Mental-Funk. Wieder eine Verdrehung ins Gegenteil! Den Zusammenbruch des persönlichen Systems von Wahrnehmungsmustern, den viele Ossis nach der Wende erlebt haben, nachdem der erste Rausch verflogen und der erste Kater spürbar war, hatte K. schon 86 erlitten. – Planvorsprung, hähähä!

(… K. spricht hier nicht von „Weltanschauung“, weil dieser Begriff negativ besetzt ist und es bei dem angedeutetem Phänomen nicht nur oder nicht vorrangig um politische und ideologische Wahrnehmungsmuster geht…)

Allein, K. genießt sein schmerzliches Martyrium innigst und freut sich auf den Frühling…

In diesem Sinne – immer bereit!!!

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