(… er würde gern wollen können, soll aber nicht dürfen…)

In einigen Tagen, nach dem besinnlichem Abend, an dem die festlich aufgelaufenen, oft das ganze Jahr lang unterschwellig hochwirksam gewesenen Familienkonflikte einigermaßen entladen sind und schließlich das wuchtige Wummern dieses rot gewandeten Alten an artige Wohnungstüren zu hören sein würde, wäre der dritte Planet des Systems nicht eben krass coroniert, ist K. drei Jahre lang durch dieses Blog-Haus geschlurft. Vorher hat er etwa ein Dutzend Blogs in die Tonne getreten, ach…

Er scheint denn in der Tat zu schlurfen. Gestern wurde völlig überraschend relativ laut, wenngleich immer noch im Hintergrund wie beim Chor in der altgriechischen Tragödie, per Mental-Funk gesendet: ‚Ruhig, alter Mann!‘ K. fand sich dadurch noch besser in der Lage und bereit, sich wohlig in den Schlaf zu weinen, ja ja…

Korrekt – *hüstel*… Am 22.12.1978 aber hat K. angefangen, richtig Tagebuch zu führen, d. h., dem innerem Aufruf folgend: „Belle trist, Au-Tor!“ Die Antwort ist 42, in der Tat, har har. Seit fast auf den Tag genau 42 Jahren kommt K. auch oder gerade in diesem Kontext nicht raus aus der Spur. Er berichtet und lamentiert und schwadroniert und wortspielt, aber schreibt nicht richtig, im Sinne von Dichten, Spinnen, Fabulieren usw. Selbstverständlich wird auch oder gerade dieser Sachverhalt ins Gegenteil verdreht; K. ist laut vox populi ein Lügenbaron. Oh, schöner Schmerz! Die eine banale Ausnahme bestätigt die Regel auch hier oder hier erst recht, denn 99.99% seiner Texte sind ohne jeden Märwert.

Folgerichtig und zwanghaft wollte K. gestern wieder einmal sein Blog-Haus rückbauen, weil es eh‘ ’nur Geltungsdrang‘ ist, wie die dauerhaft kommentierende virtuelle Diensteinheit (DAUKOVIDI) erst höchstens 50 Mal per Mental-Funk rückgemeldet hat. Es hat jedoch den Anschein, dass er diesen, ach, schmerzlichen Schritt nicht gegangen ist… Was soll er auch auf dem drittem Planeten des Systems, wenn das auch noch weg ist?

Allein, hat K. heute Nacht die Prüfung bestanden?

K. war in einer Art Unterrichtsraum, und er ahnt zumindest, wofür der steht. Ganz demnächst kommt eine Einladung in ein Coaching-Projekt, yeah. Vielleicht findet auch K. nach jahrzehntelangem chaotischem umher Schlottern hienieden doch einen Ort, sich nützlich zu machen, ohne sich vornehmlich im metaphorischem, manchmal aber auch im wörtlichem Sinne selbst zu schädigen.

Es ging hoch her, wie in der Schulpause; ein paar männliche Vertreter der rezenten Hominiden des dritten Planeten balgten sich scherzhaft-freundschaftlich. Wie Männchen eben so sind, nich‘, har har; das geht auch mit Weltraumtechnik nicht weg.

K. aber, und niemand war darüber mehr überrascht als er selbst, bemerkte gelassen amüsiert: „Ist denn schon Silvester?!“ „Es brach aus ihm heraus und er spürte es!“, hätten manche Jack-London-Übersetzer geschrieben.

„Stürmisches beifälliges Gelächter“. K. war, man glaubt es kaum, schon im Traum sprachlos. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass er viele hunderte Male in solchen von wem und wo auch immer gesendeten Träumen schon nach wenigen Augenblicken buchstäblich aus dem Kontakt gefallen ist, geschweige denn, dass eine derartig eindeutige und heftige positive Reaktion einer Gruppe erfolgt wäre wie heute im Traum…

Schöne Bescherung!(?) – Was das betrifft, war K. offenbar nicht artig…

Vor ein paar Tagen kam wieder eine der üblichen, quasi aus dem Mundwinkel gezischtem realen Rückmeldungen; als Schizotyper kann K. im Gegensatz zum richtigem Schizo in den allermeisten Fällen unterscheiden, was real und was Budenzauber ist. Mitglieder des Freudeskreises Anna Lyse würden diesen Sachverhalt etwa wie folgt verbalisieren: „Auf der Ebene der Realitätsprüfung agiert der Klient adäquat“.

Dieses Mal kommentierte eines dieser in seine Weltblase eingesponnenen braven Mädchen: „Nazischwein!“, als K. nicht unelastisch vorbei tappte. Solche Kommentatoren müssen instinktiv spüren, dass K. selten in der Lage ist, im Augenblick zu reagieren, vielmehr er fortwährend Treppwörter produziert.

Was war das? K. ist allerdings besonders unsicher, dass er richtig gehört hat, was beim vermutlichem Inhalt des Feedbacks nicht verwunderlich erscheinen dürfte.

Hackt es jetzt total, oder was? Und hat übrigens schon einmal jemand einen Nazi mit schulterlangen silbernen Haaren gesehen, der nur, allerdings natürlich nicht beim Joggen, in Judenhosen herum läuft? Das ist nicht „witzig“ gemeint. Bezeichnender wie grotesker Weise haben die vornehmlich national empfindenden Herren mit oft sehr pflegeleichten, weil eigentlich nicht vorhandenen Frisuren Jahre gebraucht bis zur Feststellung, wer Levi Strauss war. (Der war ein Unternehmer, der Amerika groß gemacht hat, Mr. Trump; man wird das ja wohl noch sagen dürfen). Macht nichts – kann wie immer befohlen werden…

Oder war das symbolische Wunscherfüllung für psychotisch Reagierende? K. hat sich mittelkürzlich beklagt, dass immer dasselbe käme an Rückmeldungen; Stasi, Suffi, Schwuli usw. Nun kam was Neues? – Ja ja, K. ist ein Zynist

K. hat Angst davor, dass er in einem solchem Augenblick einmal wach sein könnte, im Hier und Jetzt oder wie auch immer man diesen Zustand zu verbalisieren versucht. Er befürchtet, dass er dann ein Problem bekommen könnte, weil er dann womöglich, um beim Beispiel zu bleiben, dem braven Mädchen Eine scheuern würde.

Es war diese zudem eine exemplarische Situation, indem das brave Mädchen seine Aggression sehr hinterfötzig ausagiert hat, weswegen sie ja in K. als Sündenbock das bösartig aggressive Männchen projizieren musste. Eigentlich ganz einfach, aber is‘ Psycho-Club, kann weg…

Bla. – Nach trüben Tagen ist die Sonne raus gekommen, ha, und K. sieht sich veranlasst, ja, aufgerufen, trotz aller möglichen Schmerzchen seine Runde um die Sonderfreifläche Theresienwiese zu drehen.

Auch dieser Effekt erstaunt K. immer wieder. Trotz seines, *hüstel*, hohen Alters, nehmen diese Schmerzchen eher ab, wenn K. seine Runden tappt, und sie nehmen zu, wenn er sie zu tappen unterlässt, ts ts ts. Ganz weg gehen sie nicht; wie ein sogenannter Prominenter sinngemäß sagte, ist man, wenn man über 50 ist und früh beim Aufstehen nicht irgendwo Schmerzchen hat, sehr wahrscheinlich tot, gnihi.

K. hat nun seine Laufstrecke ein bisschen geändert – siehe eben oben. Eine psychosozialhygienisch-prophylaktische Maßnahme, die von einer gewissen Reife zeugen könnte fürwahr…

Bla.

PS: „High noon!“ („Jetzt etwas Fisch!“) K. hat sich um fast genau 12 Uhr auf dem Weg gemacht, um einen weiteren Weg zu joggen. „Falls das jemanden interessiert!“, wie H. Caulfield gesagt hätte…

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