(… weitere Bohrkerne aus dem Nabel der Marginal-Person K….)

 

K. ist erstaunt, und er ist zudem etwas verblüfft, dass er erstaunt sein kann; das ist nicht schlecht für einen, O-Ton vox populi, Zynisten. Diese Salbe oder Creme oder was auch immer aus dem 1-€-Laden scheint zu wirken. K. schmiert sich jetzt mehrmals täglich reichlich von der vorsichtshalber rosa gefärbten, aber dennoch etwas seltsam riechenden Masse auf den rechten Oberschenkel, und das scheint zu wirken, ha! Schmerz, lass nach, und siehe – er lässt nach.

K. geht trotzdem und erst recht joggen; um die Sonderfreifläche Theresienwiese herum und dabei noch eine quasi Schleife durch den Bavariapark und das ehemalige Messegelände vollziehend. Hier wurde K. neuerlich seines prekären Mangels an Zivilcourage gewahr, der ihn bisher daran hinderte, sich im Deutschen Verkehrsmuseum zu erkundigen, ob man dort auch sachkundig in Sachen Geschlechtsverkehr beraten werden könnte, allerdings der Publikumsverkehr derzeit ohnehin coroniert kontrolliert zu sein scheint.

Har har. – Buuuh! Machos raus! Teert ihn! – „Pracht und Pranger haben dieselbe Wortwurzel!“, hat der ohne Ironie wirklich kluge Mann gesagt, den K. in seinen sinistren Niederschriften bzw. Niedertippen schon des Öfteren erwähnt hat mit der grandiosen Ansage, Wirklichkeit wäre das, worüber sich die jeweilige Gruppe geeinigt hätte, dass es Wirklichkeit wäre.

In seiner unwohlbekannten störungsspezifischen Selbstüberhebung hat K. bei seinen Läufen Meister Erickson im Hinterkopf. „Entgegen dem ärztlichen Rat, sich auszuruhen, begab er sich auf einen 1200 Meilen langen Kanu-Trip auf dem Mississippi. Dabei erreichte er wieder eine beachtliche körperliche Stärke. Zwei Jahre später konnte er ohne Krücken gehen, er hinkte lediglich mit dem rechten Bein.“ (Quelle)*

(… K. ist sich durchaus bewusst, dass er inzwischen etwas älter ist, als M. E. zum Zeitpunkt seiner arztfeindlichen Selbstbehandlung war, aber es geht ums Prinzip, nicht wahr…)

Das Zeug heißt „Teufelskralle“, und K. hat es nur gekauft, weil er die altbewährte Pferdesalbe nicht gefunden hat. Diese Orientierungsschwierigkeiten selbst in kleineren Verkaufsstätten sind allerdings nicht altersbedingt, sondern traten bei K. schon als Vierkäsebreit auf, weswegen die Hinzuziehung der Gemeindeschwester nicht vonnöten scheint.

So weit zum globalem Geschehen! – Nein, ganz im Ernst findet es K. äußerst erfreulich, was gerade in den Staaten abgeht; wenigstens scheint der Spuk vorbei, obgleich es vermutlich etliche Präsidentschaften dauern dürfte, das Zertrumpelte zu sanieren. Ja, man soll keine Jokes mit Namen machen, aber K. ist so und außerdem Unterschicht. K. hegt nach wie vor den Verdacht, dass Trump von der Stasi lanciert wurde, um den Zusammenbruch des Kapitalismus zu beschleunigen.

Zwar ist immer noch keine Indianerin Präsidentin oder wenigstens dieser gewitzte Herr im Weißem Haus Meister, aber man kann nicht alles haben, *hüstel*… Jedenfalls kann K. jetzt wieder ernsthaft erwägen, durch die Wälder Wyomings zu streifen oder eine bescheidene 5-Zimmer-Wohnung am Central Park zu erwerben.

Har har. – Was für ein Kaschperl, nicht wahr?! Allein, Zynisten sind schwerverletzte Romantiker; altes Ding, Mann, *heule, heule*. Zudem muss K. jeden Tag ein wenig textieren, andernfalls es ihm nicht gut geht bzw. noch schlechter als ohnehin; er hatte unzählige Male schmerzliche Gelegenheit, ein Verstummen zu proben.

* Eines der Phänomene des Budenzaubers, die K. derart unheimlich sind, dass er noch nicht einmal im Tagebuch darüber geschrieben hat, bzw. in der Tagesdatei. Per Mental-Funk gesendete Rückmeldungen verweisen auf kommende Ereignisse, in der Regel am nächsten Tag eintretende. – Er kann in die Zukunft sehen, uhuhu, ihihi! – Gestern nun kam etwas wie: ‚Cipolla!‘ Das könnte sich auf diesen Verweis auf Dr. Erickson beziehen. Wem soll K. das erzählen? Eben. Dergleichen hat er hunderte Male erlebt seit 1986… Bla.

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