(… K. weicht dem Wesentlichen aus…)

Er textet in diesem internationalem Netz und schmort dennoch im eigenem Saft, um nicht zum Eigentlichem kommen zu müssen. Was aber wäre das Eigentliche, mehr oder weniger geschätzte, zu Recht zahlreiche mehr oder weniger Abwesende? – Richtig, „richtig“ schreiben, Kunstprosa zum Verkaufen, bei deren Lektüre weibliche Jugendliche von 16 bis 66 in süßem Entzücken verzucken müssten. Mindestens könnte, sollte oder müsste K. die seit der Dauer einer Schwangerschaft, aua, vor sich her geschobene Einsendeaufgabe im Fernkurs „Kreatives Schreiben“ erledigen. Die dringliche Aufforderung zum Fernkursieren wird ja auch immer wieder per Mental-Funk gesendet. Allein, K. befindet sich im Widerstand gegen die Wahngewalt. Ewig grüßen Bataillone von Murmeltieren!

Möchte jemand diese Aufgabe für K. erledigen? – Keine Bezahlung! Ethisch hochwertige Exerzitien, das!*

Natürlich hat K. an dieser Stelle abgebrochen; hier wird es verbindlich. K. hat bereits mehrfach vermutet, dass sein Schreibblock, der eher die Ausmaße einer Schreibgroßstadt zu haben scheint, durch seine mangelnde Fähigkeit und Bereitschaft verursacht wird, Bindungen einzugehen, zuzulassen und zu halten. Bindungen gibt es nicht nur an Personen, sondern auch an Gegenstände, Abläufe usw.

K. ist wieder einmal furchtbar schlau, hat wie immer nichts davon und hegt jedoch den Verdacht, dass er ganz tief drin trotzdem gelobt werden will, und ist es denn ein Gräuel fürwahr!

Heute hat K. nur eine Runde um die Wiesn gedreht und dann noch eine kleine Schleife über Lindwurm-, Pfeufer- und Radlkoferstraße gezogen, ach. Aus Gründen, die K. nicht einsichtig sind, was sehr wahrscheinlich an K. liegt, laufen die meisten Läufer entgegen dem Uhrzeigersinn um die Wiesn, während K. stur-stupide im Uhrzeigersinn um die Sonderfreifläche tappt. Ein Umstürzler, wie bereits von verschiedenen Seiten verschiedentlich vermutet wurde; im Auge behalten, den Mann!

35 Minuten; das könnte die ideale Laufzeit sein. K. hat es übertrieben mit der Rennerei durch das Weichbild von M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren. Seine Bezugspersonin im Boardinghaus hat ihm das mehrfach zu verklickern versucht, aber K. weiß ja immer alles besser, und das hat er nun davon.

Er hat jetzt dieses Brennen im rechten Oberschenkel. Zuzüglich der üblichen Wehwehchen an Gelenken usw., versteht sich, die K. spürt, wenn er nicht läuft wie auch dann, wenn er läuft, weswegen er halt läuft, he he! Manchmal geht das Brennen in Jucken über, was K. immer wieder veranlasst zu glauben, sich quasi im Heilungsprozess zu befinden. Falls das jemanden interessiert, wie der Ur-Jugendliche H. Caulfield gesagt hätte.

Dieses Brennen kann viele Ursachen haben, wie K. durch Recherchen in diesem internationalem Netz erfahren konnte; das geht von Vitamin-B-Mangel bis MS. Da K. im Rahmen seiner veganymedizinischen Selbstbehandlung ohnehin jeden Morgen ein Smartie „B-Komplex“ einwirft, Alter, hat er in den letzten Tagen täglich zwei oder drei der kräftigenden Kullerchen geschluckt und bildet sich ein, ein bisschen Linderung zu verspüren. – Irgendwo muss K. doch hin mit dem Weheklagen, wir bitten um Unverständnis; er kann ja nicht alles, was ihm durch Herz und Hirn geht, Leutinnen und Leuten in die Ohren schnattern.

Kurzum – Gott ist tot, es lebe die Göttin!

* Ganz wichtig erscheint K. in diesem Zusammenhang folgende Passage aus den Ausführungen des Tutors: „… stellen fest, welche Plotmodelle es gibt und warum es hilfreich ist, die eigene Geschichte einem Modell zuzuordnen. Modell? Klingt das nicht nach dem Ende aller Kreativität? Wir werden sehen.“

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2 Antworten zu (… K. weicht dem Wesentlichen aus…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Nö, ich werde diese Aufgabe nicht erledigen! Chchch

    Weil… irgendwie untergräbt diese Hausaufgabe die eigene Kreativität, wie mir düngt.
    Aber die Wiesn gegen die „vorgeschriebene“ Richtung umrunden? Das ja. Die Herde darf gern tun, was sie mag. Und hier ein großes Lob an K., der gegen den Strom und so weiter.

    Das Brennen kann andere Ursachen haben. Vielleicht übertreibt er mit seinem Veganytarismus. Wer weiß das schon? Ein gesunder Geist beißt schon mal in ein ungesundes Fleischerl hinein… oder so… oder umgekehrt…

    • Herr Koske sagt:

      … das is‘ ’n Irrtum, das mit dem Unterdüngen… das sagt der Herr Lehrer auch ausdrücklich…

      Nee nee – mit dem Essen hat das nix zu tun; ich drehe mir außerdem jeden Tag Vitamin- und Eisenpräparate rein… Wahrscheinlich ist das das Alter; als Nächstes fallen mir die Ohren ab und mir wächst ’n drittes Nasenloch…

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