(… K. versteht diesen Widerspruch echt nicht…)

K.’s Selbstbild scheint durchaus adäquat –
soweit es seine Textouren betrifft. (Quelle)

***

In der sogenannten Realität sieht es, vorsichtig ausgedrückt, ganz gut aus. „Vorsichtig ausgedrückt“, weil K. es nicht wagt, enthusiastisch, optimistisch oder gar begeistert zu sein oder gar zu schreiben, obwohl er es in der sogenannten Realität vielleicht ist und durchaus berechtigt. Auffällig ist hier, dass dagegen in seinen, yeah, Soundpics eine gewisse heitere Beschwingtheit, resultierend vor allem aus einem gewissem rhythmischem Empfinden, nicht zu leugnen ist.

Das übliche magische Denken aus den Anfangszeiten sowohl der Stammesentwicklung als auch der Ontogenese. ‚Wenn ich es ausspreche, mache ich es kaputt!‘ Es muss noch was kommen, da ist ein Haken, das wird mir weg genommen usw. Für einen Außenstehenden ist das lustig, das ist K. durchaus klar.

K. wohnt nun seit 10 Tagen in diesem Hause, und er hat den Verdacht, dass er den „Haken geschlagen“ hat, weil er geahnt hat, dass dieser Umzug etwas Solides für länger sein könnte. „Haken geschlagen“, weil K. zwischendurch noch nach der Zusage die Bewerbung für das Dachstübchen zurück gezogen hat. So kennt man K., so ist er und das geht nicht mehr weg.

So. – So weit, so gut! Das ist die sogenannte Realität. Die Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ) ist aber ganz woanders. Das ist womöglich, denkt es in K., dieses Phänomen, das John Lennon sinngemäß erwähnte als Pläne machen, während das Leben ganz woanders lang geht. Der sich hier neuerlich manifestierende Größenwahn des K. kann vernachlässigt werden!

In den Traumprüfungen geht es wieder und immer noch um diverse Unterbringungen. Mit der Technik, die K. mittelkürzlich bereits zu beschreiben versucht hat, sendet zudem eine nicht ganz im Sinne Umberto Ecos gemeinte semiotische Guerilla zahlreiche Zeichen, die noch weniger als die Traumprüfungen mit der sogenannten Realität kongruieren. Auf unerklärliche, aber viele hunderte Male von ihm erlebte Weise erhält K. Mitteilungen, Tipps, Fingerzeige, Wegweiser usw. im wörtlichem und im übertragenem Sinne, indem in einem Text eine Stelle sozusagen heraus sticht in einer Art, die K. zwingt, sein Augenmerk darauf zu richten.

(… K. scheint weiter gekommen in seiner Emanzipation als DaDaeR-Absolvent, denn er spricht nicht von „Hauptaugenmerk“, was eindeutig DDR-Sprech wäre… dies am Rande und nebenbei…)

Ja, das ist lustig für außenstehende Leutinnen und Leute, denkt es neuerlich in K.! Man sage ihm, pflegt er zu sagen, wie er aus dem Budenzauber aussteigen kann, und er wird es tun.

(… wahrscheinlich… gnihi… die Frage nämlich, die in diesem Kontext seit Langem in ihm umgeht, ist, was denn wäre, wenn der Budenzauber weg wäre… hä hä… der Anschiss lauert überall…)

Manchmal erscheinen diese Mitteilungen dieser nicht wirklich ecologischen Guerilla auch vor dem geistigem Auge bzw. der geistigen Brille des K. Gestern zum Beispiel wurden ihm bei geschlossenen Augen die Worte erschienen: ‚Obdachlos. Brecht.‘ Das mindestens Erstaunliche ist, dass K. meist sofort weiß, worum es geht, was mitgeteilt werden soll usw.

Das war auch gestern der Fall. K. ist, ha, augenblicklich der verbürgt authentische Dialog eingefallen, den er bei der stur-stupiden Akkumulation seiner fatalen Viertelbildung aufgeschnappt hat. „Man kann ihn doch nicht auf die Straße setzen!“ Darauf Bertolt Brecht: „Man kann! Unsere Straßen sind gut!“ Sinngemäß, bestenfalls annähernd wörtlich zitiert. Okay, denkt es in K. nicht unberechtigt, das ist ziemlich plakativ-agitatorisch mit dem Holzhammer gehämmert, aber auch ein Meta-Geist wie B. B. war eingebunden in Zwänge und Kompromisse seiner Lebenswelt und seiner Zeit.

Diese Mitteilung jedoch steht im krassem Widerspruch zu dem, was gerade in der sogenannten Realität läuft, wie K. darzulegen sich bemühte… Q. e. d.

Es ist auch nicht die einzige Stelle mit einem Riss zwischen sogenannter Realität und Budenzauber. In ersterer wurde K. ganz jüngst neuerlich bestätigt, dass nach rund 30 Jobs, von denen K. die meisten quasi mit ausgeschaltetem Gehirn absolviert hat, ein 31. Versuch in dieser Richtung recht sehr daneben wäre. Die Budenzauberer melden dagegen etwa zurück: ‚Will keine Bewerbungen schreiben, obwohl er ’n PC hat!‘ oder ‚Will nich‘ mehr arbeiten, weilla Abitur hat!‘

Kurzum – täglich grüßen die üblichen Bataillone Murmeltiere… Nix Neues in Kanien (nicht zu verwechseln mit Kakanien)!

(… mindestens merkwürdig ist jedoch, dass die Lautstärke des Mental-Funks weiter gedrosselt wurde, bis an die Grenze der Unverständlichkeit, seitdem K. hier eingezogen ist… zu seiner eigenen Verblüffung sitzt er seit seinem Einzug mit unverstopften Ohren am Gerät, um in die Tasten zu dreschen… das hat er seit vielen Jahren nicht gepackt… auch das ist ihm unheimlich und er wagt es gleichfalls, wiederum magisch denkend, nicht auszusprechen… neuerlich sieht sich K. jedoch in seiner Annahme bestätigt, dass dieser Budenzauber nicht oder jedenfalls nicht nur mit Hirn-Biochemie zu tun haben kann… das interessiert zwar niemanden, aber das interessiert K. nicht… böse Hobbitse, böse Hobbitse…)

Bla.

Dieser Beitrag wurde unter Budenzauber, Traumtanz veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.