(… er dichtet doch nich‘, trotz nunmehr auftretendem Lingguis-Tic…)*

Orientierung auch für ältere Herren, denn diesen Turm sieht man kilometerweit. Ein paar
Dutzend Meter weiter ist K. dann angekommen, sobald er dort wirklich angekommen ist.*

Allein, K. ist einmal um die Wiesn gelaufen und noch ’n Stück querwiesnein und er weiß nun nicht, was er davon halten soll. K. braucht, beim gaaanz langsam Joggen, etwa 20 Minuten für eine Umrundung der Theresienwiese. Das hat K. überrascht, denn er hatte gedacht, oder es hatte in ihm gedacht, dass eine Umwiesnung gerade bei seinem niedrigem Seniorenlauf-Einstiegstempo länger dauern würde. Er hat sich wieder einmal unterschätzt, wie es scheint.

K. pflegt zu sagen, vorzüglich in seinen genießerischen Selbstgesprächen, dass es ihn an Stellen schmerzt, die nicht nur nicht beim Laufen beansprucht werden, sondern an denen kaum Sehnen oder Muskeln sein dürften.

Nun weiß K., dass erfahrene Läufer insbesondere bei Knie-Schmerzen gleich noch eine Runde laufen, worauf die Schmerzen weg sind, jedenfalls meistens häufig, manchmal aber auch selten. Herr K. hat dergleichen selbst erleben dürfen, allerdings mit minus 39 und jetzt ist er 59, *heule heule*. Es brennt vorn und an den Seiten am rechten Oberschenkel, schon seit Wochen.

Ja, Gejammer, aber irgendwo muss K. dergleichen los werden dürfen! Er ist, igitt, doch auch nur ein Mensch. Warum soll er nicht beim geflissentlichem Schlurfen durch sein Bloghäuschen ein wenig ob des Ungemachs des Alterns weheklagen, ach?

Herr K. betreibt ein Blog in diesem Internet; reiner Geltungsdrang, wie auch immer wieder per Mental-Funk rückgemeldet wird! – Auch hat Dr. K. damals im Haus der ewigen Kindheit mehrfach mit einem gewissem diebischem Vergnügen angemerkt, dass K. mehr jammern solle, ha!

Aber es geht K. besser nach dem erstem Lauf nach genau einem Monat Pause, ein bisschen. K. hat heute sein Zimmer im Boardinghaus übergeben und den Namen von der Türklingel entfernt. Die Quasi-Verabschiedung von seiner boardinghäuslichen Bezugspersonin hat ihn deutlich durchhängen lassen.

Immerhin schon nach einigen Tagen ist K. gewahr geworden, dass sie seiner Mutter äußerlich ähnlich sieht und vermutlich nicht nur äußerlich. Immerhin hat er das für sich behalten. Er war und ist auch ziemlich sicher, nicht verknallt gewesen zu sein oder zu sein.

Allein, K. sieht nach seinen Therapieversuchen beim Thema Nr. 1 noch weniger durch als vor der Therapie, was zwar nicht ganz deren Zielstellung gewesen sein dürfte, woran K. jedoch natürlich selbst schuld ist. „Sie sind nicht sichtbar geworden, kommen Sie in die Tanztherapie!“ Das is‘ es! K. bedankt sich in deren Abwesenheit bei den Dres. Freud und Anna Lyse für diese ihre potentielle professionelle Rückmeldung und wünscht weiterhin kreatives Symptome Bündeln.

K. hat sich erst höchstens 20 Mal dazu geäußert, dass es makaber erscheinen könnte, dass er nach dem plötzlichem Verschwinden seiner Mutter in seinem zehntem Lebensjahr gar keine Gefühle entwickelte, weder Trauer noch Schmerz noch Wut usw. Zudem erscheint es ihm bezeichnend, dass er weder angeben könnte, wann genau seine Mutter verschwunden noch auch, wie das konkret abgelaufen ist. Da is‘ ’n Loch in seinem persönlichem Präteritum…

Es könnte selbst Ottilie Normalverbraucherin einleuchten, denkt K. bzw. denkt es ihm, dass hier eine gewisse Arretierung in seiner Ontogenese erfolgt sein könnte. „Das Kind!“, pflegte Dr. R. 1984 im Hirschkindergarten zu sagen. K. hat sich dann immer um mimischen Ausdruck von Betroffenheit bemüht, was ihm nicht schwer gefallen ist, weil er wieder einmal Bahnhof verstanden hat. Ja ja, war nich‘ alles schlecht

Nachholende Ich-Entwicklung, unter anderem dynamische Psychiatrie, bzw. Reparenting, unter anderem Schematherapie. Man kann sich über den Zücho-Scheiß lustig machen, und man macht das auch, denn wir sind ein freies Land (wie es auch in den amerikanischen Filmen nun zum Glück bald wieder heißen dürfen dürfte), aber er funktioniert trotzdem oder gar erst recht, hähä. Freud Euch des Lebens, es lebe die Libido! Man könnte es des Weiteren als interessant ansehen, dass „Reparenting“ als Fehler angezeigt wird und dass Herr K. erst „Repairenting“ geschrieben hat.

„Dem Klienten ist es nach wie vor nicht gelungen, sich in angemessener Weise aus dem therapeutischem Feld zu lösen.“, würden die eben oben genannten Dres. an dieser Stelle sehr vermutlich sagen. Auch hier bedankt sich K. quasi im Vorab und aus der Ferne.

(… das Blöde ist, dass die Recht haben, was K. auch weiß… K. weiß überhaupt alles, er ist furchtbar schlau… die Betonung ist hier, wie zahlreiche der zu Recht Abwesenden zu Recht vermuten dürften, auf „furchtbar“ zu legen…)

Bla.

** © Die Ursprungsdatei des Bildes ist gemeinfrei.
** „Kleiner Scherz zur Auflockerung!“, wie Lieutenant Colonel Sanftleben zu sagen pflegte, *hüstel*. Nein, K. wünscht mitnichten, Kabarettungsversuche zu unternehmen, vielmehr er erst höchstens ein Dutzend Male darauf hingewiesen hat, dass das Fach der komischen Alten an allen Spielstätten besetzt ist.

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