(… weitere Anekdötchen aus dem banalem Leben einer Marginal-Person…)*

„Es herbstelt.“ Erwin Strittmatter, der von sich gesagt hat, er wäre in über dreißig Sprachen übersetzt, nur nicht ins Westdeutsche. Dies wurde nun allerdings erfreulicherweise deutlich relativiert durch die erfolgreiche Verfilmung seiner Trilogie „Der Laden“. Es gibt noch Gerechtigkeit hienieden, ach!

Am vorigem Samstag war K. schon einmal hier; es hat aber niemand die Haustür geöffnet. Das war natürlich ein Zeichen! K. ist unerwünscht, er braucht gar nicht einzuziehen; alles Elle, Deine Scheißi! Aaaber! Ein anderes Zeichen war stärker – sein Name stand bereits am Klingel-Schild! Das war cool! Kleine Wirsache, große Urkung!

Am Montag war die Tür wieder zu, und auch die von K.’s Zimmer, das in den Wochen davor offen gestanden hatte. K. ist in diesen Wochen bereits mehrmals durchs Haus gestrichen und hat Fotos gemacht, um gewissermaßen die gehabten Eindrücke vor und für sich selbst zu beglaubigen. Dann kam auch gleich der Transporter und es dachte in K., das wäre echt wieder voll logisch, das könnte gar nicht anders sein. Eine Bürgerin aus dem erstem Stock hat ihm dann jedoch die Tür aufgeschlossen und sogar ohne Rauchzeichen. K. hatte diese Bürgerin schon mehrfach an einem Giebelfenster beim Inhalieren der durch langsames Verbrennen eines Tabak-Röllchens entstehenden Gase wahrgenommen; sie nennen es „Rauchen“.

Natürlich hatte K. den falschen Klingelknopf gedrückt, denn das Büro war bereits besetzt. Das konnte gar nicht anders sein bei Ost-K.! Aber siehe – alles ward gut! K. hat, Rockefeller, den er spielt, he he, 15 Euro Trinkgeld gegeben, und da er auch noch 35 Euro für ein Fahrrad und knapp 40 Euro für Farbe und Farb-Roller abdrücken musste, wird es in diesem Monat sehr eng, heule heule. „Das haben Sie so hergestellt, Herr K.!“ In der Tat, Frau Dr. Anna Lyse! Allein, mit einem Gutschein geht es K. nun scheinbar gut…

Es wurde auch für die Möbelträger eng, und gar im Wortsinn. Allerdings hat jemand Herrn K. zu Recht sinngemäß darauf hingewiesen, dass die das jobmäßig profimäßig machen würden, worauf K. preußisch-korrekt in sich gegangen ist. „Heute in mich gegangen. Auch nichts los.“ (Karl Valentin, wer sonst)

Was K. aber umgehauen hat, war seine beim vor sich hin Surfen gemachte Entdeckung, dass in Deutschland das Existenzminimum bei monatlich 1074 Euro liegt. 1074 Euronen! Das wäre für K. schier grandios, wie K. auch zuzugeben immer bereit scheint! Alles ist relativ, wie nicht nur Einstein sagte. K. hat seit anderthalb Jahren monatlich 364 € zur Verfügung, chch. Er wünscht nun, neuerlich gelobt zu werden für sein ausgezeichnetes Durchhalten, Oorah!

*Hüstel*… Passt schon, ‚Der Zyniker liebt Amerika!‘ kam mittelkürzlich per Mental-Funk. Wie immer bei solchen Gelegenheiten hat K. erwogen, ins Kissen zu schluchzen, um dann immer wieder festzustellen, dass er gar kein Kissen besitzt.

Allein, da ist endlich einmal etwas Positives! K. hatte, als Biden bei 243 oder so stand, nicht nur erwartet, dass der die magischen 270 packen würde, sondern hatte 285 vermutet. Mann, ist Herr K. der Hellseher! Boah, ist der ein Prophet! Aber Mr. Biden ist ganz offensichtlich noch darüber hinaus gegangen und K. hält jetzt 300 für nicht unwahrscheinlich. Kurzum ist Trump jetzt „Hausbesetzer“, wie immerhin der SPIEGEL titelte, wie Herr K. immerhin mitbekommen hat.

Die Woche war gerettet, ha! Natürlich zeigt sich hier K.’s latente Pädophilie, und zwar dergestalt, dass er das deutliche Verlangen verspürt, der grandiosen Bürgerin Schülerin am Zopf zu ziehen. Wahrscheinlich würde er heftig Eine geschossen bekommen, und völlig zu Recht; aber das wäre okay, Hauptsache Körperkontakt.

Jedoch ganz ohne die üblichen Löffelchen Sarkas- und Zynismus ist K. entzückt, dass da ein Schulmädchen alte weiße Männer zum Schwitzen bringt usw. Endlich sagt wieder einmal jemand, dass der Kaiser nackt ist! Nicht nur K. ist gezwungen, in einer Welt zu leben, in der man eigentlich den ganzen Tag lang Max Liebermann covern müsste, indem man in regelmäßigen Abständen angemessen unwirsch anmerkt, gar nicht so viel kotzen zu können, wie man fressen muss. Kann man sich eine von Vernunft, Anstand und Gemeinsinn bestimmte Welt, zumal nach der Implosion des RealSoz, überhaupt noch auch nur vorstellen? Ja ja, K. will wieder die Welt retten usw. Das ist Quatsch, da arbeiten die Budenzauberer dran.

(… gewiss, K. ist auch ein alter weißer Mann, hat aber entgegen gelegentlich ein- bzw. auftreffender Meinungen nicht die geringsten Ambitionen, Führungs- und Leitungsfunktionen betreffend… vielmehr spießert er vor sich hin und vermag seinen völligen Mangel an Ehrgeiz, mit dem er natürlich bei Frauen voll punktet, *hüstel*, immer noch nicht hinreichend zu erklären… jedoch arbeitet K. mit seiner inneren Gruppe weiter über dieses Problem…)

***

Am Mittwochabend aber hat K. quasi aus Versehen sich ohne Ohropax in den, Überraschung, Ohren zur Ruhe gebettet, ha! Er hat die akustisch-hygienischen Stöpsel auch bei der weiteren Ablage seines Korpus draußen gelassen und es lief erstaunlich gut mit dem schwulem Rummachen in Morpheus‘ Armen oder wie man da sagt als voll der fitte Privat-Publizist. Auch das in der vergangenen Woche erfolgte Getippsel des K., vorzüglich offline vorgenommen, erfolgte ohne ohrale Verstopfung. Was geht ab, Mann?! Haben wir es hier mit dem Phänomen eines sogenannten Lichtblicks zu tun? Nichts Genaues weiß man nicht, doch wir bleiben dran.

Am Freitag schließlich hatte K. einen Anfall mindestens seltsamer Entfremdung, ach. Er kennt das vom Zustellen von Printmedien in Big B. Da ist K. manchmal aus einem Haus-Aufgang gekommen, in dem er gerade Zeitungen gesteckt hatte, und wusste für ein paar Augenblicke nicht, wo er war. Dergleichen ist ihm vor allem dann immer wieder widerfahren, wenn er sich völlig in den druckvollen Fluss innerer Monologe und Bilderserien verloren hatte.

Das war am Freitag nicht der Fall. Aber K. hat auf einem U-Bahnhof gestanden, auf dem am Odeonsplatz, wenn er sich richtig erinnert, was immerhin hin und wieder der Fall zu sein scheint, und hat einen Moment lang nicht gewusst, wo er eigentlich hin will. Das hat er zwar beim Einzug ins Boardinghaus auch erlebt, nur nicht derart ausgeprägt.

Was ist das? Jedenfalls etwas, das K. interessant machen könnte über das Spießige hinaus, wie K. sich einbildet. Die Vereinzelung und Entfremdung des postmodernen Individuums usw., *hüstel*. Muss man deswegen die nächste Ehrenrunde im Freudeskreis Anna Lyse drehen? K. denkt, bzw. es denkt in ihm – nein…

So weit wieder das Wort zum Sonntag aus der Unterschicht! Gott ist tot – es lebe die Göttin!

* Passt schon, ha – „nicht herausgegeben“

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2 Antworten zu (… weitere Anekdötchen aus dem banalem Leben einer Marginal-Person…)*

  1. Herr Ösi sagt:

    Ich gratuliere, wenn ich das so sagen darf. Die beiden Fotos im Haus sehen sehr ordentlich aus. Ja, dieses Minga, hör ich immer wieder, dieses Minga ist ein teures Pflaster…

    Auf dass er sich auf das Vorzüglichste einlebe.

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