(… K. wartet nun auf den Evakuierungsbefehl…)*

Har har, lustich! Gnade der späten Geburt, he he! K. glaubt wahrscheinlich erst an den Umzug, wenn er vollzogen ist. Aber das geht nicht mehr weg und das macht auch nix; es gibt Schlimmeres, bla.

Dementsprechend sind auch die an ihn gesandten Träume. Heute wieder sogenannte alternative Szene. K. ist in einem besetztem Haus oder dgl. auf einem zweitem oder drittem Hinterhof, sehr wahrscheinlich in Big B.

K. sucht einen Mitschüler der von 1980 bis 1981 absolvierten Militärschule. Er fragt nach Karl Valentin. Die angesprochene Frau sagt ganz im Ernst, dass sie den hier hätten. Sie sitzt mit Dutzenden anderen bunten Gestalten, und dies nicht nur im Sinne von bunt gekleidet, auf langen Bänken an langen Tischen. Sowohl Bänke als auch Tische sind grob gezimmert aus massivem Holz.

Dieses Traumbild enthält mehrere Details aus der sogenannten Realität. Die Bänke und Tische sind die im Ferienlager 1973, erinnern aber auch gewissermaßen atmosphärisch an das Haus der ewigen Kindheit. Außerdem könnte die Szenerie etwas mit dem zu tun haben, was K. letztens in den Online-Ausgaben von Printmedien über die Räumung in der Rigaer Straße 94 in Big B. gelesen hat.

Schließlich haben diese Traumbilder etwas von Kibbuzim. Diese Assoziation hat K. immer wieder beim Ansehen der Serie Rezipieren des audiovisuellen Kommunikats „The Walking Dead“. K. darf das, er ist schizotyp. Gemeint ist aber, Klischee-Alarm, das Kibbuz in den goldenen Zeiten, als der ehemalige Germanistik-Professor aus Breslau neben dem ehemaligen Schuhmacher aus Brooklyn Steine aus der Wüste gesammelt hat, um sie urbar zu machen usw. (die Wüste, nicht die Steine). Da hätte K. gern mit getan, ach! Sie nannten ihn „Mr. Tolate“, yeah.

K. ist sich der Tragikomik der seelischen Schieflage durchaus bewusst, in der er sich befindet. Eigentlich müsste er happy sein, weil er in einigen Tagen in dieses spitzwegige Dachstübchen ziehen kann, das in seiner Situation und nach seiner Vorgeschichte besser ist als eine Wohnung.

Allein, K. hat Todesängste, glaubt nicht wirklich daran, dass er dorthin zieht usw. usf. Er wird gebeutelt von dem Gefühl, dass alles zu Ende geht, er quasi eingesperrt wird in eine irreversible Situation usw. Das ist schier idiotisch, wie K. auch weiß, denn er zieht zwar in eine WG, aber die ist voll locker vor allem im Vergleich mit bisher erlebten WGs.

K.’s Empfinden ist irrational und er bemerkt das auch und will wahrscheinlich für diese erstaunlich adäquate Selbstwahrnehmung gelobt werden. Sein Unbewusstes aber sucht fieberhaft nach sozusagen Ausweichmöglichkeiten. Lustich, har har!

Sehr wohl bewusst ist sich K. dagegen eines mit einiger Sicherheit nicht nur von ihm erlebten freudvollen Ablaufs. Das Über-Ich als eine Art seelische Kommandozentrale gibt durchaus kurze und eindeutige Anweisungen wie: „Aufbruch!“ oder „In Bewegung setzen!“ usw. Diese Anweisungen kommen jedoch nicht beim Ich an, dem, vereinfacht gesagt, bewusstem Teil der Psyche im sogenanntem Wachzustand, sondern beim gewissermaßen triebhaft-animalisch-unbewusstem Es. Dieses nimmt etwas wahr wie: „Hilfe, ich sterbe! Katastrophe! Weltuntergang!“ Auch scheint K., dass die Beißer in „The Walking Dead“ dergestalt charakterisiert werden könnten, dass sie, wiederum vereinfacht gesagt, nicht mehr über ein Ich oder ein Über-Ich verfügen, sondern ausschließlich vom Es gesteuert werden.
 
Was aber hat Herr K. von seinen tiefen Einsichten? – Drauf defäkiert…
 
Dennoch und trotzdem und erst recht ist K. nach wie vor zur Entgegennahme der „Goldenen Couch mit Rückfallschleife II. Klasse“ bereit. Er würde des Weiteren weiterhin gern mit sich gehen, obwohl ihre Eltern dagegen sind.

Herr K. muss in diesem Kontext immer wieder an eine Mitbewohnerin einer der WGs denken, in denen er zumindest körperlich anwesend war. Die war körperlich und psychisch schwer krank und hatte lange gekämpft um die Umschulung, was mit Medien, die sie schließlich genehmigt bekommen hatte. Am Sonntag vor dem Montag, an dem sie die ersehnte Ausbildung beginnen sollte, kam sie ins feste Haus in Haar.

Dergleichen versteht Ottilie Normalverbraucherin natürlich nicht. K. hat selbst lange gebraucht, es zu kapieren. Das ist ganz erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er, O-Ton vox populi, den Simulanten spielt.

K. hat allerdings mitnichten die Absicht, in irgend eine stationäre Einrichtung des Freudeskreises Anna Lyse zu gehen. Das bringt nichts! Das sind Insellösungen „außerhalb der Realität“ (Otto Mühl), in denen es K. gut geht, was aber draußen nichts ändert. Außerdem nehmen die ihn nirgends mehr – austherapiert, hähä.

Bla.

PS: Per Mentalfunk kommt immer wieder: ‚Mach‘ Deine Hausaufgaben!‘ Gemeint sind die im Fernkurs „Kreatives Schreiben“, den zu bewältigen K. noch Zeit bis Juli 2022 hat, denn er hat diesen Kurs komplett bezahlt. Ist das mal Trick 17 mit Selbstüberlistung, Alter?!

Wie geht K. damit um? – Korrekt, er macht keine Hausaufgaben, denn er wird sich gegen den Budenzauber wehren, so lange er kann. Böse Hobbitse, böse Hobbitse… Hähä.

* K. hält es für angemessen, wenn nicht sogar notwendig (er muss erst mit seiner inneren Gruppe darüber arbeiten), darauf hinzuweisen, dass sich diese gar garstige Formulierung auf Königsberg/Kaliningrad, kurz Kjonig, bezieht; wir bitten um angemessenes Unverständnis.

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4 Antworten zu (… K. wartet nun auf den Evakuierungsbefehl…)*

  1. Herr Ösi sagt:

    Mir geht es genauso. Ich glaube erst an ein Ereignis, wenn es eingetroffen ist.
    Wie oft habe ich mir dieses oder jenes vorgestellt oder gewünscht oder geplant… dann ist es völlig anders gekommen…

    • Herr Koske sagt:

      „Das verstehe ich sehr gut!“, *hüstel*… obwohl es nicht ganz das ist, was ich meine, aber das is‘ jetzt auch Wurscht – K. sitzt inmitten von Kisten und Taschen und kann das Empfinden nicht ganz unterdrücken, dass morgen früh die Möbelpacker zupacken, ha! Vortrefflich, das! Ich hatte schon die Befürchtung, dass der Umzug weg-coronisiert werden könnte, scheint aber nicht der Fall zu sein. Womit erfüllt uns das? Das erfüllt uns mit sehr vorsichtigem Behagen…

      (… falls jemand verstehen möchte, was ich gemeint haben könnte…)

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