(… j e t z t  dreht  K.  v ö l l i g ab…)

Vor einigen Monden habe ich mich im für mich typischem und auch deswegen fast täglich praktiziertem Akt voraus eilenden Gehorsams über meiner Erfahrung nach zu erwartende Rückmeldungen lustig zu machen versucht, bevor sie geäußert wurden. Ich habe quasi, *hüstel*, persifliert, dass ich, im Unbewussten, an der Spitze einer Horde zerlumpter Irrer den Reichstag stürmen wolle. Die Stelle finde ich nicht auf die Schnelle, zumal ich durch meine Ausführungen auch selbst verwirrt werde.

Nun, dergleichen ist nun tatsächlich passiert, wenngleich es sich nicht um Zerlumpte handelte usw…. Boah ejh, jetzt – siehe Überschrift Headline!

Es kommt noch dicker… 1998 oder 1999 hatte ich lichte Momente und habe angefangen zu malen, was natürlich durch den Kontakt mit einer Personifizierung der Anima nach C. G. Jung initiiert worden war. Das ist immer sehr lustig; man unterstellt mir, ich wolle, O-Ton vox populi, die Alte mal knallen, in Wahrheit geht es gewissermaßen um mentale Lüste. Zumindest habe ich ein hysterisch-ätherisch-poetisch-zartes Küsschen auf ihre Wange gehaucht, ach! Aber dazu ganz vielleicht ein anderes Mal, herbe Dame Welt! Frau Courths-Mahler, übernehmen Sie hier bitte wieder!

Bzw. ich habe angefangen zu „malen“. Es ging auch bei dieser Gelegenheit nicht um künstlerische Meisterschaft oder berühmt werden wollen oder dergleichen, sondern darum, überhaupt einmal und wenn auch nur in Ansätzen sich an was Kreativem wenigstens zu versuchen. Da ist kurz was aufgeblitzt, und kein Höschen von VEB Malimo, aharhar, und dann war es wieder weg und der womöglich lebenslang in seinen frühen Prägungen inhaftierte K. hat wieder und weiterhin seine dumpfen Pflichtrunden absolviert.

Ein Bild bzw. „Bild“ halte ich heute noch zumindest für eine Art brauchbaren sozusagen visualisierten Plot für eine längere Fantasy-Story, „Audienz bei der Elfenkönigin“.

Auf einem anderem Bild bzw. „Bild“ aber hatte ich mich infantiler Weise an gewissermaßen Verzauberung der sogenannten Realität versucht. Es ging vielleicht in der Tat um den sehr verspäteten Versuch der Befriedigung ganz früher Wünsche usw. Aber auch dafür gibt es Kunst – um dennoch und trotzdem eine Art Kindheit zu erleben.

Ich habe Manhattan zu „malen“ versucht. Klar, der „Hochhauswald“ war für einen Dilettanten recht einfach zu pinseln. Jedoch habe ich die Wolkenkratzer schreiend bunt dargestellt. Im Vordergrund war der Central Park zu sehen, allerdings umgeben von einem Ring auf Stelzen wie etwa denen der Hochbahn in der Skalitzer oder in der Schönhauser in Big B. Darauf fuhr eine gleichfalls bunte Fantasiebahn mit einer märchenhaft dampfenden Dampflokomotive.

Vorn rechts schob sich ein Luftschiff dicht an einem besonders hohem Turm vorbei; man sah nur einige Meter des vorderen Abschnitts des zigarrenförmigen Ballons vor der Gondel. Natürlich habe ich das Bild im September 2001 geradezu entsetzt zerrissen. Keiner der Betrachter hatte die Assoziation eines Zeppelins, vielmehr sie meist ein Flugzeug zu sehen glaubten.

Schließlich habe ich von etwa 1976 bis 2008, also bereits lange vor dem Aufkommen dieses Wortes, etwa ein Dutzend Male sogenanntes Koma-Saufen betrieben. Mehrfach habe ich dabei „Ansprachen an Unbekannt“ gehalten. Dass und wie sehr ich festgefahren war, zeigte sich auch oder gerade hier, indem ich immer wieder dieselben Wendungen gebrüllt habe, unter anderen: „Wir stehen vor einer Wende in der Geschichte des Abendlandes!“

Ja, ich weiß, wie das klingt!!! Hihihi! „Herr Doktor, ich kann in die Zukunft sehen!“ – „Wann hat das angefangen?“ – „Übermorgen!“ Uhuhu! Ein „Prophet“, chchch! Der hat sie echt nich‘ alle! Höhöhö! Spießerchen fühlt sich neuerlich an- und aufgeregt an Großem beteiligt! Hähähä! So was gehört doch in die Geschlossene!!! Usw. usw. usf.

Ich habe das aber so erlebt!!! Die, har har, immer einmal wieder angebrachte Behauptung, ich wäre ein von heftiger pseudologia phantastica gebeuteltes Lügenmaul usw., ist die Verdrehung ins Gegenteil, denn ich leide seit dem Beginn meiner literatlosen schreiberischen Bemühungen mit etwa 15 unter meiner Unfähigkeit, zu spinnen, zu phantasieren, zu dichten. Ich wiederhole mich, aber ich nehme es wahr, hurra!

… sehr wahrscheinlich gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen lässt; fast wörtlich „Hamlet“

Bla.

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