(… niemand hat die Absicht, seine Hauer zu vernichten…)

Ich habe nicht gebrüllt und bin nicht raus gerannt, siehe den gestrigen Eintrag das gestrige Posting, yeah. Mir wurde ja geträumt, dass ich in der Gruppensitzung mich furchtbar unverstanden fühlen würde, ich armes Ich, und daher männlich-herb-harzig-holzig herum brüllen und mit den Türen Knallen und abhauen.

Immerhin habe ich es geschafft, den Traum gleich am Anfang, igitt, in die Gruppe zu bringen. Es kamen übrigens bemerkenswerte Deutungen. Die behalte ich aber für mich. Ich würde jedoch auch dann nichts Substantielles aus diesen Sitzungen unter Aufsicht von Mitgliedern des Freudeskreises Anna Lyse berichten, wenn ich nicht der Schweigepflicht unterliegen würde. Das macht man einfach nicht, so fossil verschroben diese Formulierung auch klingen mag.

Nun, hier sehe ich ein Grundproblem von Zücho… Nachdem gestern Abend durch mein Erleben in der sogenannten Realität die „Traumprüfung“ nicht nur relativiert, sondern in gewissem Sinne widerlegt wurde, müsste ich doch, yeah, happy sein und mir etwas sagen wie, diese Träume wären nur Schäume usw.

Aber das funzt leider nicht, heule heule. Die frühen Prägungen sind stärker, unter anderem, weil sie vor den Worten erfolgten.

Ich hatte schon mehrfach angemerkt, dass der Textbaustein aus dem Freudeskreis Anna Lyse „Das ist was ganz Altes!“ besser „Das ist was ganz Frühes!“ lauten müsste, denn es geht um lebensgeschichtlich sehr früh, eben vor den Worten erfolgte Konditionierungen, bla. – Hier sieht sich der Klient neuerlich als Oberarzt von Oberbayern, wir bitten um Unverständnis! – Ich müsste viele Male derartige Erlebnisse der gewissermaßen Widerlegung von Szenen dieser Prüfungsträume erleben, bis deren Wirkung nachlassen oder gar verschwinden würde.

Bla. – In den letzten zehn Minuten meines gestrigen Laufs hat an einer Kreuzung Einer etwas aus einem Kleinbus heraus gebrüllt. Nein, ich hatte nicht irgendwie gegen Verkehrsregeln verstoßen oder dergleichen. Zu meiner eigenen Überraschung habe ich zurück gebrüllt: „Halts Maul!“ Das hat der Typ nicht gehört, aber – was war ich wieder maskulin-zupackend-druckvoll, Alter!

Dann wieder, wie auch anders, Treppwörter. Etwa eine Viertelstunde nach dem Dauerlauf, als ich bereits begonnen hatte, meinen edlen Alabasterkörper zu benetzen und zu salben, ist mir eingefallen, dass ich in der Fußnote des gestrigen Postings etwas über mit einiger Sicherheit, nunmehr aber immerhin nicht mehr mit Staatssicherheit zu erwartende Rückmeldungen von Werktätigen des Baugewerbes getippselt hatte. Nun, die Typen in dem Kleinbus waren offenbar derartige Werktätige. Ja ja – alles Einbildung! Schön wärs!

Wer macht so was? Warum? Wie? – Nur rhetorische Fragen…

Ich bin süchtig – laufsüchtig. Gleich lege ich wieder los. Gestern bin ich neuerlich nicht unelastisch die Auffahrtsalleen zum Nymphenburger Schloss entlang getappt, Alter! Ich war auch in einigen Nebenstraßen der nördlichen Allee durchaus zugangeda sind Häuser! Keine freistehenden Plattenbauwohnungen mit Dach, die man heutzutage als Eigenheime präsentiert bekommt.

Diese Formulierung habe ich schon mehrfach verwendet, aber es ist meine, ällabätsch! Ich freue mich über jede mir gelungen erscheinende Rede- bzw. Schreibewendung, denn ich komme aus dem Osten und muss froh und stolz sein, überhaupt schreiben und lesen zu können, wie ein Oberhaupt der Bajuwaren sinngemäß anzumerken sich nicht entblöden zu können überzeugt schien. Oder so ähnlich.

Gott ist tot – es lebe die Göttin!

PS: Stuhlgang heute sehr zufriedenstellend.

Dieser Beitrag wurde unter Budenzauber, Traumtanz veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu (… niemand hat die Absicht, seine Hauer zu vernichten…)

  1. Gisela Schall sagt:

    denn ich komme aus dem Osten und muss froh und stolz sein, überhaupt schreiben und lesen zu können

    Ist genau so ein Quatsch, wie die Geschichte von Adam und Eva.

    • Herr Koske sagt:

      … das habe nicht ich gesagt… das hat ein bajuwarisches Stammesoberhaupt gesagt, das durch seine, *hüstel*, glänzende Rhetorik besticht… bla… sinnlos, dem Mann erklären zu wollen, dass er sein eigenes Defizit projiziert und dem hier diensthabendem Juden Ossi übergebügelt hat… heule, heule…

      • Gisela Schall sagt:

        … ich weiß.

        („…und nirgends sind feste Überzeugungen präsenter als im Gruppendenken des blinden Tribalismus. Während die auf Fakten fußenden Auffassungen von Wissenschaftlern immer nur so aussagekräftig sein können, wie die erbrachten Beweise und daher naturgemäß der Veränderung unterliegen, beruht der Stammesdogmatismus auf reinem Glauben, reiner Überzeugung, und da er sich eben nicht auf Fakten beruft, sind Mitglieder des jeweiligen Stammes in ihren blinden Überzeugungen unerschütterlich.“//Tim Urban//

        (bin am Lesen…) LG

        • Herr Koske sagt:

          um Wimmels Hillen – was habe ich wieder angerichtet… ich wollte doch nur ein bisschen kulturelle Umrahmung bieten…

          (… und übrigens ist es sinnlos, in mir das kämpferische Element heraus locken zu wollen oder so ähnlich… ich werde in diesem Leben keinen Ehrgeiz mehr entwickeln… heule, heule… )

          (… trotzdem weiter im Auge behalten, den Mann…)

          Aber den Namen habe ich mir gemerkt (es handelt sich bei dem damit Benannten sehr wahrscheinlich nicht um den Erfinder der Urbanisierung, nehme ich an; Witz, komm raus), und bedanke mich gar artig…

          Guten Tag!

        • Herr Koske sagt:

          … das ist auch was ganz Frühes… dieser „reine Glauben“ und diese „reine Überzeugung“ haben etwas Frühkindliches, vor den Worten Generiertes… passt schon… fällt mir gerade noch ein…

          • Gisela Schall sagt:

            „(Brules: Eine Definition
            Unter einer Brule verstehe ich eine Bullshit-Regel (engl. Bullshit Rule), die wir übernehmen, um uns das Verständnis der Welt zu erleichtern)“
            //Vishen Lakhiani//

            („Beim Erwachsenwerden bekommst du in der Regel erzählt, dass die Welt eben so ist, wie sie ist, und dass du dich entsprechend anpassen musst: nicht groß auffallen; dir eine nette Familie aufbauen, Spaß haben, ein bisschen sparen. Alles sehr bescheiden. Dabei kann das Leben doch so viel mehr. Du musst dir bloß eine ganz einfache Tatsache vor Augen führen: dass nämlich alles, was wir so das Leben nennen, von Leuten stammt, die auch nicht schlauer sind als du. Du kannst es ändern. Du kannst Einfluss darauf nehmen … Wenn du dir das einmal klargemacht hast, wirst du zu einem ganz anderen Menschen.“
            //Steve Jobs//

            //Vishen Lakhiani//

            … und nun noch ein bisschen „Sport“… mit dem Cursor nach ganz oben hüpfen…, zu meinem ersten Kommentar… das ist der Satz, der vor dem ersten Satz steht: „Die Menschen sehnen sich auch nach dem Trost und der Geborgenheit der Sicherheit;…“

            … und nun wieder nach unten…, also hier…:
            „Wir alle treiben in einem kolossalen Meer aus Überzeugungen, Ideen und Routinen umher. Manche davon sind schön und bringen Freude, andere haben keinerlei Nutzen, schränken ein oder lähmen sogar.
            Und so, wie der Fisch der Letzte ist, der erkennt, dass er in einer Substanz schwimmt, die man „Wasser“ nennt, sind auch wir oft lange blind für die schiere Masse menschlichen Gedankenguts, die ich als „Culture Scape“ bezeichne und die unser Leben total dominiert und beeinflusst (kulturelles Umfeld: engl. culture, dt. Kultur; scape in Anlehnung an landscape, das heißt Landschaft.

            Unser kulturelles Umfeld stellt in Sachen Liebe, Ernährung, Familie, Berufswahl die Regeln auf. Sie setzt die Maßstäbe, anhand derer wir unseren Selbstwert bestimmen: Bist du auch ohne Uniabschluss gut genug? Solltest du nicht endlich solide werden und Kinder kriegen? Dich einer Religionsgemeinschaft anschließen? Dir einen bestimmten Job suchen?“

            //Vishen Lakhiani//

            PS: Nein, ich hab hier kein Affiliate-Link hinterlegt und mache hier auch keine Werbung für Bücher, reine Informationsmitteilung.

            Guten (Sonn)tag.
            LG

            • Gisela Schall sagt:

              PPS: Bin wieder am Lesen… das ist so ähnlich wie Deine Mitteilung über den St.hlgang… wen interessiert´s…
              (kleiner Sonntagsscherz… 🙂 )

            • Herr Koske sagt:

              Du liebes bisschen! – Damit wollte ich nicht sagen, dass ich Dich für ein bisschen hielte, das ist nur so ’ne Redewendung, mit der ich wieder auf sehr durchsichtige Weise Volks- und Realitätsnähe vortäusche.

              So weit die üblichen Mätzchen, Faxen und Schnullerchen, ohne die Herr Koske nicht kommunikationsfähig scheint; den Namen Vishen Lakhiani habe ich immerhin auf meiner mentalen Festplatte gespeichert. Auch der Gedanke geht schon lange in mir um, dass die „östlichen“ Völker im Gegensatz zu den abendländischen viele Jahrhunderte lang den Fokus auf geistige, innerseelische Entwicklung gelegt hätten und nicht auf Technik und Technologie, und ich frage mich immer wieder, ob das nun alles geleugnet und verdrängt wird für rauchende VW-Motoren. An dieser Stelle wage ich mir leicht abgehoben erscheinende Gedanken zu äußern, weil ich mich durch „große Geister“ bestätigt finde, unter anderem oder vor allem durch Dr. Feuchtwanger, der diesem „Dualismus“ zwischen innerer und äußerlich-technischer Entwicklung ein Leben lang nach gesonnen hat oder wie man da sagt.

              Noch was, tandaradei… Ich fühle mich auf den gefühlten Schlips getreten, wenn ich mich stundenlang abgemüht habe, mich zum Teil seit vielen Jahren beschäftigende Gedanken verständlich raus und rüber zu bringen und gebe dann die eingeschnappte Leberwurst oder das vegane Gegenstück dazu, aharhar, wenn Leute trotz kurzer Sätze usw. Bahnhof verstehen oder gar nur rum blödeln, und Letzeres, obwohl ich ja selbst blödele. Wenn dann aber jemand „ernst macht“ und „drauf einsteigt“ wie Du jetzt, dann passt es Unser Tiefunwohlgeboren auch wieder nicht… Ich habe mich doch durchschaut! Ein Kerl wie Otto, und Otto war ’n Aal (da haben wir es wieder, das Geblödel).

              Ich hatte es schon angedeutet, sinngemäß – wenn Du mich mit Tipps und Links betreffs philosophisch-psychotherapeutischen „Ratgebern“, oder wie immer man diese Werke nennen mag, in bester Absicht beglückst, kann ich immer nur ein Stöhnen unterdrücken, weil ich feststellen muss, dass ich eigentlich schon längst aufgegeben habe zu glauben, dass sich, banal gesagt, was ändert; dennoch bin ich von solcher Lektüre wie der Deiner eben oben angebrachten Zitate zumindest angerührt, wenn auch nicht mehr aufgewühlt… Bla. Ganz kompostiert scheine ich doch noch nicht zu sein, ich alter Zombienator, was mich mit irgend was erfüllt, womöglich mit unterdrücktem Entzücken.

              Was Du da in oder mit den Zitaten zumindest andeutest, geht schon lange in mir um; wie sagte Dr. F. im Hirschkindergarten 1984 – wenn dieser Prozess (nämlich der Selbsterkenntnis, Selbsterforschung, Selbstkorrektur usf.; man nenne es meinetwegen Psychotherapie) einmal in Gang gekommen wäre, könne man ihn nicht mehr „anhalten“, bla. Recht hat er, hurra!

              Mittlerweile frage ich mich aber, ob man frühen Prägungen, die man eben, siehe oben mit anderen Worten, für „normal“ und für die Realität hält usw., wirklich entkommen kann oder ob es nicht ausreichen muss und sollte, diese bewusst wahrzunehmen, so dass man damit umgehen kann; aber das ist zugegebenermaßen womöglich allein meine miesepetrige Interpretation und ich muss ins Tierheim.

              Bla.

              Sonnigen zugleich und schattigen Sonntag wünscht

              Herr Koske, der graphomanische Dinosaurier

              • Gisela Schall sagt:

                oder ob es nicht ausreichen muss und sollte, diese bewusst wahrzunehmen, so dass man damit umgehen kann

                Mag sein – aber – benutzt Du noch Windows98?

                Und – wenn Du diese „Prägungen“ wie Du es nennst, bewusst wahrnimmst und damit umgehen kannst – anerkennst Du dann nicht die als Autorität, die Dir diese „Prägungen“ verabreicht haben?

                (2) „Wenn wir jemanden aber als Autorität anerkennen, sind wir auch für Brules empfänglich, mit denen wir entweder manipuliert werden sollen oder an die der/die Betreffende selbst glaubt, seien sie auch noch so falsch. Ja Autoritäten haben erwiesenermaßen einen erstaunlichen, potentiell mitunter gefährlichen Einfluss auf uns.“

                (1)…“Bei den Angehörigen unseres Clans, die wir als Autoritätspersonen betrachten und von denen wir meistens auf irgendeine Weise abhängig sind, handelt es sich um mächtige Vermittler von Regeln und Normen. Zu diesem Kreis gehören nicht nur die Eltern, sondern neben der übrigen Verwandtschaft auch die Betreuer im Kindergarten, Lehrer, Geistliche und Freunde. Viele davon sind bestimmt verständnisvolle Leutchen, die nur auf unser Wohl bedacht sind und uns einzig und allein lebensdienliche Grundsätze vermitteln wollen – zum Beispiel die Goldene Regel: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. “ //VL//
                … Und nun nochmal bei (1) weiterlesen… Sport am Sonntag…
                🙂

                • Gisela Schall sagt:

                  Korrektur (… Und nun nochmal bei (2) weiter…) – egal – der Sonntag ist ja nun auch wieder vorbei…)
                  Guten Wochenstart!

                • Herr Koske sagt:

                  Windows 98? Was is’n das wieder für ’n Test??? – Leben ist Prüfung fürwahr, ach…

                  … jetzt äußere ich mal doch den Gedanken, der mir seit gestern durch die Gehirngänge schlurft, auf die Gefahr hin, von Schwester Gisela einen Einlauf verabfolgt zu bekommen – die wievielte Selbstvervollkommnungsstrategie ist das jetzt, die Du mir präsentierst, seit wir uns bloghäuslich kennen? Und? Wie besser geht es Dir? Bist Du jetzt im schöpferischem Fluss, im „Flow“ oder wie auch immer diese postmodernen Termini für angeblich höhere Bewusstseinsebenen heißen mögen? – Ick weeß ja nich‘, Frau Fitzner… kannste ooch echt wat ausse Hecke inhaliern, ejh…

                  Guten Tach (Zitat Helge Sch., chch)!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.