(… Klugschiss to go von unten zum Wochenbeginn…)

Aus Gründen, die ich zugegebenermaßen aus Trägheit gar nicht erörtern will, versuche ich in letzter Zeit immer einmal wieder, die von mir seit 1980 ausgeführten Jobs zu zählen; es sind 29, 30 oder 31. Sollte ich diesen Gelegenheitsjob mitzählen, bei dem ich einem ehemaligem Mitbewohner einer WG gewissermaßen assistiert habe?

Der Job war, äh… – interessant! An Samstagen und Sonntagen haben wir in einem der ältesten Plattenbau-Viertel Deutschlands Müllplätze- und Häuschen aufgeräumt.

(… ich habe „wir“ geschrieben, als überall Fremder, Donnerwetter…)

An fast allen diesen Müllplätzen- und Häuschen waren gut sichtbare Schilder angebracht, mit denen darum gebeten wurde, Sperrmüll hier nicht abzustellen. Ausnahmslos war an, vor und unter den Schildern Sperrmüll abgestellt. Ein heftiger Autoritätsknall, der sich unbewusst und damit umso wirksamer zeigte. Der Hausmeister hatte uns extra angestellt zur Lösung dieses technischen (?) Problems.

Daran muss ich denken, wenn ich in den Medien von Krawallen etwa in Stuttgart und Frankfurt lese. Ich darf das; ich bin schizotyp. Ich komme um derartige Meldungen nicht herum, obwohl ich aus Prinzip keinen Fernseher habe und keine, *hüstel*, haptisch erlebbaren Zeitungen lese. Bei der Wahrnehmung dieser Nachrichten fällt mir das „Konzept“ Dr. Casriels ein, von dem ich in einem seiner Bücher gelesen habe.

(… das war feindlich-negative Beeinflussung, denn das Buch habe ich etliche Jahre vor der Wende gelesen… da habt Ihr gepennt, Nossinnunnossn…)

Der Buchtitel ist unangemessen reißerisch und interessant waren für mich, was meine zu Recht zahlreichen Nichtleser nicht überraschen kann, eher die theoretischen Überlegungen, die Casriel aus seinen überaus reichhaltigen praktischen Erfahrungen abgeleitet hat. Vor allem fällt mir seine These ein, dass viele sogenannte Erwachsene eigentlich emotionale Kleinkinder, Kinder und Jugendliche in den Körpern von Erwachsenen wären. Ich hatte damals den unklaren Gedanken, dass dieser Umstand die eigentliche „Unterdrückung“ sein könnte, nicht die materiellen Rahmenbedingungen. Immerhin habe ich den Gedanken für mich behalten.

Auch daran muss ich denken, wenn ich über diese Krawalle lese. Natürlich ist mir klar, dass ich selbst keineswegs im Sinne Casriels emotional erwachsen bin. Aber als Unterschichtler mit nicht tot zu kriegender Sehnsucht nach dem Geistigem habe ich diese Tatsache reflektiert und verbalisiert und vermag sie damit halbwegs zu händeln.

Ich gehe nachher wieder joggen. „Da ist viel Wut, da ist viel Wut, das ist was ganz Altes, bringen Sie das in die Gruppe!“ Mach‘ ich! Alta!

So. – Dieses schriftliche Lamentieren bewirkt nichts und löst keine Probleme, aber mir geht es ein bisschen besser, ha! Ich muss noch schnell die Welt retten, ha ha!

Bla.

***

***

Wie schon gesagt – eigentlich kann man gar nicht vom Thema abweichen, denn alles, was man in einem bestimmtem Kontext sagt, hat irgendwie mit diesem Kontext zu tun, wenn auch vielleicht nicht augenfällig.

Was macht eigentlich die Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ)? Nun, der Stasi schreibt seine Berichte, ich war tatsächlich mal Dauerpatient usw. usw. usf. Ganz toll! Aber zwar nicht neu, dennoch seit Langem wieder einmal per Mental-Funk gesendet worden ist, dass ich in die Trinkerheilanstalt gehören würde, weil ich jeden Abend voll wäre. Seit 2008, als ich Krawall gemacht habe, habe ich eine Flasche Wein und vier kleine Plastikbuddeln Bier bzw. „Bier“ in meinen Gierschlund praktiziert, und zwar nicht, weil ich ein Schlucki mit Abstinenzgebot wäre, sondern um eben Krawall auszuschließen.

Allein, Wirklichkeit ist, worüber sich eine Gruppe geeinigt hat, dass es Wirklichkeit wäre, wie ein wirklich kluger Mann gesagt hat, der leider bereits in die ewige Großgruppe abberufen wurde. Wenn man nicht wirklich eine Gruppe hat – eben! Womöglich bin ich 1986 als in einer Art unbewussten voraus eilendem Gehorsam bereits freiwillig Isolierter von rechthaberischen Übertragungen in Gruppen Integrierter überwältigt worden. Bla.

Täglich grüßt das Murmeltier – was soll das Tierchen auch sonst machen?

In diesem Sinne – fuck!

PS: Das Bild ist aus dem Frauenmagazin „Pinterest“.

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2 Antworten zu (… Klugschiss to go von unten zum Wochenbeginn…)

  1. Herr Ösi sagt:

    Eventszene und Partyvolk habe ich im Mainstream gelesen. Haben eben ein bisschen zu viel gefeiert. Ja, wenn das der Mainstream schreibt, dann MUSS es stimmen…

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