Der Klugschiss to go zum Wochenende. Von uns‘ Ost-Koske.

(Quelle – Donnerwetter!)

Mit anderen Worten, und ich wiederhole mich, aber noch bemerke ich es, geht es zuvörderst nicht um den Patienten, Klienten, Kunden usw., sondern um die Lebens-, weil Arbeitswelt der ihre tägliche Arbeit Verrichtenden, in diesem Fall der Ärzte.

Mit noch anderen Worten – bitte Selbsterfahrungsgruppen für alle Angehörigen aller Berufsgruppen, in denen was mit Menschen gemacht wird; Lehrer, Ärzte, Kindergärtnerinnen, Sozpäds, Polizisten, Strafvollzugsbeamte usw. usf. Gruppen, in denen schmerzhaft gründlich das Unbewusste in der eigenen Psyche und in der Gruppe kennengelernt werden kann.

Höhöhö – „Dr. Psycho“. Der hatse doch nich‘ alle! Willa wieda die Welt retten, hihi!

Das ist mindestens traurig… Man produziert dialektischer oder paradoxer Weise gut gemachte Fernsehserien, anstatt die Sache echt anzugehen, denn das würde zu einem Sinken des Gewalt-Pegels führen, nicht die Verbesserung der technischen Ausrüstung der Bereitschaftspolizei.

Dass das alles nicht nur lustich ist, sieht man gerade in den Staaten. Gestern Abend habe ich bei YouTube einen Bericht gefunden, der weitere Übergriffe von Polizisten zeigte; unter anderem wurde ein über achtzigjähriger und nicht im Ansatz gewaltbereiter Mann geradezu überrannt. Statt des sogenannten Korpsgeist der Beamten, der nicht nur in Deutschland noch aus preußischen Zeiten zu stammen scheint, könnte man hier wirkliches Gruppengefühl anstreben, siehe eben oben.

Ich weiß, dass ich Recht habe, aber es geht nicht darum, dass ich Recht habe. Es wird noch viel Wasser diverse Flüsse hinunter fließen, bis dergleichen in irgendeiner Weise auch nur in den Köpfen von Entscheidungsträgern angekommen sein wird – wenn überhaupt. Bis dahin werde ich mich schmerzlich verschmachtend in meine Depression zurück ziehen und weiter knobeln. Ich kann nicht anders, denn ich kann mein Gehirn nicht abschalten, ich versuche es ja immer wieder.

Was die Schulen angeht, wird das Problem vermutlich mittelfristig derart angegangen werden, wie Problemlösungen im Kapitalismus immer wieder praktiziert werden, was diesen, ohne Ironie gesagt, beeindruckend erfolgreich macht – durch Technologie.

In spätestens einigen Jahrzehnten wird es möglich, ja, selbstverständlich sein, sich beliebig oft beliebiges Wissen aus einer Art Cloud ins Gehirn zu laden und es auch wieder zu löschen, wenn man das will, weil man z. B. dieses Wissen aktuell nicht mehr benötigt.

Das heißt, wenn ich mir ’n Haus baue, lade ich alles über Architektur, Statik, Baustoffkunde usw. in mein vernetztes Zerebrum, wenn ich mir ’n Auto kaufen will, downloade ich alles über Autos in mein Gehirn, wenn ich mir ’n Schrebergarten anlege, downloade ich alles über Gartenbau usw. usw. usf.

Ja, das ist Neuland und das wird kommen, ob Old Ron nun klug defäkiert oder nicht.

Dann wird es nicht mehr nötig sein, Menschen in der Blüte ihres Lebens mehr oder weniger ruhig gestellt in mehr oder weniger wohnlichen sogenannten Klassenräumen über Jahre hinweg zu unterrichten, wie es Jahrhunderte lang selbstverständlich, „normal“ war. Es wird eine neue Art Demokratie entstehen, wo man es nicht vermutet hätte, weil jetzt tatsächlich jedermann Zugang zu allem Wissen hat. Bla.

(… der Retter der Kinder, hihihi… der Schizo wieder, ts ts ts… das regt mich immer wieder auf – psychisch Kranke wären psychisch Schwache… Pustekuchen – der Intellekt kann durchaus völlig intakt sein, zefix… 2020, nicht 1820… krichst die Krise, Alter…)

Ein weiterer YouTube-Beitrag hat mich schon vor einigen Tagen erschüttert, und das ohne alle Ironie gesagt. Ein schwuler Reporter hat Leutinnen und Leute zum Thema Homosexualität befragt – grauenhaft!!! Eine sympathisch erscheinende, gut gekleidete und offenbar gebildete (?), weil druckreif sprechende Frau dozierte über Missbildungen in der Natur wie Kälber mit zwei Köpfen; in diese Kategorie aber wären auch Schwule einzuordnen.

Die hat das ernst gemeint! 2015! Wozu also Schulbildung, wenn in etlichen Köpfen von Menschen wie Du und ich offenbar schlecht gequirlte Scheiße wabert? Ich bitte meine Ausdrucksweise zu entschuldigen; ich komme aus dem Osten und wir hatten, wie mehrfach berichtet, zu wenig Buchstaben. Nein, ich bin nicht schwul, ich neige als Vatis liebes Mädchen und Muttis beste Freundin zum Lesbischen; wir berichteten gleichfalls mehrfach.

Weil ich beim täglichem Löffelchen Zynis-Mus bin – auch „so was“ wird durch dieses Brain-Cloud-Interface, siehe eben oben, wenn nicht zu beheben, dann doch zu relativieren sein. Man wird wie in James Camerons „Avatar“ in bisher nicht möglicher Intensität gewissermaßen in die Psyche eines anderen Menschen schlüpfen können. Als Beispiel wird Herr Sarrazin in Teilzeit die Psyche eines Flüchtlings erleben und anschließend seine Bemühungen um Bereicherung der Weltliteratur einstellen, um stattdessen ein Kinderheim für Kopftuchmädchen zu leiten. Hähä. Auch hier wieder eine Art Demokratisierung, wo und wie man sie nicht für möglich gehalten hätte.

(… hihihi… der Retter der Kultur… uhuhu… willa wieda Gesellschaftstherapie machen, der kleine Pisser, chchch…)

„Keine Experimente!“, Adenauer. „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen!“, Helmut Schmidt. Ausdruck und Ergebnis massenhafter Traumatisierungen von Insassen des XX. Jahrhunderts…

Diesen Gedanken wollte ich auch schon lange äußern und hiermit hätte ich ihn nun geäußert. Im Westen wurde dergleichen ausgesprochen, weil es Rede- und Meinungsfreiheit gab. Im Osten dagegen wurde zum Beispiel „Weiter voran auf bewährtem Kurs!“ verlautbart, was gewissermaßen übersetzt hieß, auch auf der Stelle treten wäre Bewegung.

(… ich war beim Arzt – hat ja auch nichts gebracht… „Opaaa?!“…)

Die sozlistschn Führungspersönlichkeiten waren nicht verkalkt oder „perverse Greise“ oder „Betonköpfe“ oder wie die revolutionär gemeinten Injurien alle lauteten, sondern häufig schwer Traumatisierte, die nirgends Gelegenheit hatten und scheinbar auch kein Bedürfnis, ihre Traumatisierung auch nur zu verbalisieren. Traumatisierte scheuen jede Initiative, jede Bewegung im wörtlichem und im übertragenem Sinn. – Ich weiß, wovon ich spreche! – Traumatisierte Tiere verkriechen sich im Gebüsch oder in der Höhle und stellen sich tot. Wenn sie könnten, würden sie vielleicht auch ’ne Mauer bauen. Bla.

Immer wieder habe ich den Gedanken, dass über Jahrtausende hinweg für viele Menschen, wenn nicht gar die meisten, traumatisierende Erlebnisse ganz normal waren. Erst durch das momentan erreichte hohe Niveau materieller Absicherung für die meisten, wenn nicht gar alle Bürger zumindest in Deutschland und ähnlich hochentwickelten Staaten sowie nach unglaublichen 75 Jahren Frieden kann das Problem überhaupt als Problem wahrgenommen werden. Wie ebenfalls schon mehrfach bemerkt, braucht man keine freudvolle Ausbildung bei Anna Lyse, um die Tatsache zu deuten, dass Deutschland eines der letzten Länder war, in dem mit Trauma-Forschung und Trauma-Therapie begonnen wurde.

… meine Güte, bin ich schlau…

(Geht ab. Wischt Knutschflecken vom Spiegel. Vorhang.)

(…. nicht, dass ich über Güte verfügen würde, das ist nur so ’ne Redewendung – wir bitten um Unverständnis…)

Warum schreibe ich das nun alles auf? Weil ich ein nicht therapierbarer Graphomane bin, gewiss! Aber! Dass ich in den letzten fünf Jahrzehnten immer einmal wieder durchgeknallt bin, lag nicht vornehmlich daran, dass ich ein gewaltbereiter Gefährder bin, sondern ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass ich die hier zugegebenermaßen dilettantisch-chaotisch dargelegten Darlegungen nie und nirgends anbringen zu können scheine. Es wirkt eine Art Sprechverbot, eine subtile Unfähigkeit zum vor allem sprachlichem Ausdruck trotz diesbezüglicher Fähigkeiten insbesondere im Alltag.

In diesem Sinne aber ist eine wie die hier eben getätigte Niederschrift bzw. Niedertippe auch immer gewissermaßen ein Akt autogener Psychohygiene und Psychosozial-Prophylaxe…

Bla.

Kämpft man schön!

PS: Tagespensum übererfüllt, ha – 1165 Worte! Wieder nicht gedichtet, wieder nur berichtet! – Mangel an Phantasie ist typisch für Traumatisierte, und das war jetzt wieder ernst gemeint! – Unrockbar, der Typ, echt! Kommt nicht mehr raus aus der Spur… Genau – ‚Einfacher Arbeiter!‘

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4 Antworten zu Der Klugschiss to go zum Wochenende. Von uns‘ Ost-Koske.

  1. „Nicht gedichtet
    nur berichtet“,
    das ist fein,
    so muss es sein,
    denn Dichten
    mitnichten
    ist löbliches Tun,
    da gibt’s kein Vertun,
    drum lass ich’s jetzt sein.
    Mein Herz ist rein.
    😉

  2. Gisela Schall sagt:

    gut geschriebener Text,
    wieso „wieder nur berichtet!“ ?

    Hast Du persönlich was gegen „berichten“?

    „Unrockbar, der Typ, echt! Kommt nicht mehr raus aus der Spur… Genau – ‚Einfacher Arbeiter!‘“
    …wird langsam langweilig – außerdem fühle ich mich als einfache Arbeiterin diskriminiert. Einfach ist relativ. Und manchmal ist „einfach“ besser als 10fach Doktor.
    Schönes Wochenende!

    • Herr Koske sagt:

      … interessant… nachdem ich höchstens 55 Mal gejammert habe (die Jammer-Depression der frustrierten Hausfrau – man kennt das!), dass ich nicht spinnen, dichten, phantasieren usw. könnte, sondern nur berichten…

      Und seit wann bist Du ’ne einfache Arbeiterin? Ist das jetzt das Wort zum Wochenende?

      Wenn nicht, war das jetzt das Wort zum Wochenende… Bla.

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