(… ich bin meine Freundin – und unrockbar…)

Immer dasselbe! Das wiederholt sich auch schon seit Jahrzehnten. Manchmal vergehen Jahre, bis ich etwas wieder lese, was ich schriftlich gestottert habe, und – siehe: es scheint nicht völlig Müll.

Mit dem im Folgendem, yeah, in the box Geposteten zum Beispiel habe ich mittelkürzlich Schwester Giselas Kommentar kommentiert, und einige Tage später stelle ich fest – ist nicht übel, Alter…

(Wischt Knutschflecken vom Spiegel. Geht ab. Vorhang. Minutenlanges stürmisches Schweigen.)*

Habe ich ’ne Depression oder ist das als Depression Bezeichnete die angemessene Reaktion auf dieses Leben?

Dennoch drehe ich weiter meine Runden, im wörtlichen und im metaphorischem Sinne; schon aus einer Art sportlichen Ehrgeiz, um zu sehen, wo dieser Lebensweg hinführt, ha! „Der teure Asymp-Tote war immer dichter dran!“, wird man an meinem für alles offenem Grabe sagen; in etwa 50, 60 Jahren, *hüstel*… böse Hobbitse, böse Hobbitse

Übertragungen werden durch sogenanntes unbestimmtes Verhalten provoziert; schrecklich vereinfacht gesagt, muss man, wenn Leute „nichts mit Einem anzufangen“ wissen, damit rechnen, dass diese Leute entscheidende Erlebnisse mit entscheidenden Personen aus ihrer Vergangenheit in Einen hinein sehen; dieser Prozess läuft unbewusst ab auch dann, wenn man ihn rational erfasst hat. Dieses unbestimmte Verhalten habe ich seit Einsetzen der (körperlichen) Pubertät praktiziert, und zwar nicht, weil ich mich als Therapeut gesehen hätte, sondern aus einer mit dem Einsetzen besagter Pubertät beginnenden Identitätsschwäche heraus; jetzt wurde offensichtlich, dass mir eigener Antrieb fehlte, weil das „ad gredi“ (daraus abgeleitet „Aggression“), der neugierige, forschende, freundliche usw. Drang zu Menschen hin, bei mir, milde formuliert, früh gedämpft wurde. Außerdem habe ich mir dieses unbestimmte Verhalten als Schutzmaske gegen die Identitätsschwäche von meinem Vater abgesehen, einer vertriebenen Vollwaise usw.
 
Bei Freud war das ähnlich; nein, ich bin nicht größenwahnsinnig. Er war in gewissem Sinn und Maß gleichfalls der Sohn eines Vertriebenen, ist recht abrupt aus einem Jahrhunderte organisch gewachsenem Kulturraum heraus gelöst worden. Er hat aber „was draus gemacht“, da er die daraus resultierende gewisse Identitätsschwäche (die zum Beispiel auch in der Literatur zunehmend thematisiert wurde, siehe etwa als gewisse Krönung der Bearbeitung des Themas Musils „Mann ohne Eigenschaften“) „umgewertet“ hat als therapeutisches Werkzeug, indem er durch unbestimmtes (vor allem extrem zurückhaltendes, nicht wertendes, nicht kommentierendes usw.) Verhalten bei seinen Klienten Übertragungen provozierte, durch deren Analyse günstigenfalls zu erkennen war, durch welche prägenden Kontakt- und Beziehungserfahrungen in der Vergangenheit die Symptome ausgelöst wurden, die den Klienten zum Abhängen auf Anna Lyses Couch veranlasst haben.

***

Hier aber noch die Grüße des Murmeltieres, oder so ähnlich. Ich kann nicht anders, vergib mir, herbe Dame Welt!

Gestern Abend habe ich mir wieder einmal vorgenommen, das Blog-Haus rückzubauen, weil es, Zitat Mental-Funk, ‚Nur Geltungsdrang!‘ ist. – Heute früh kam was mit ‚Neunmalklug!‘ und erwäge ich denn, neuerlich schmerzlich zu schniefen.

Es handelt sich in der Tat bestenfalls um gehobenes Geblödel zum Nachweis latenter Talente, das niemandem nie nichts nützt. Oder so ähnlich. Allein – ohne das Blog-Haus ist erst recht Pumpe und Ende Gelände und Schicht im Schacht, und da ich ja nicht wirklich jemandem schade, nicht wahr…

***

Ein sehr großes Haus, ein Eigenheim; womöglich ein Tagesrest, der sich auf meinen rhythmischen Vorbeilauf an den denkmalgeschützten Häusern in der Romanstraße bezieht. Witziger Weise ist das Haus geradezu vollgestopft, wie in der Unterkunft eines Messies; andererseits aber auch Dutzende Leutinnen und Leute darin herum wuseln. Es scheint sich um eine Groß-Familie zu handeln. Na, toll! Herr B. Grünlich beim Antrittsbesuch bei Familie Buddenbrook oder was? Wunscherfüllung für Schizos? Die gab es auch schon in symbolischer Form als therapeutische Intervention; kein zynischer Witz.

Auch hier das Übliche. Ich soll irgendwo hin wollen, etwas holen, etwas zurück bringen oder – …

(… eben kam: ‚Das wars schon – XY gibt auch auf!‘… keine Namen… ich sollte wieder irgend etwas wollen und habe es nicht gepackt… natürlich versteht mich kein Mitglied des Freudeskreises Anna Lyse – die könnten ja ihren Laden dicht machen angesichts der In-Vivo-Therapie… jahrelang predige ich – die hören gar nicht zu…)

… – dergleichen und verlaufe mich, finde nicht zurück, erreiche die Kontaktperson nicht usw. Wieder eines der Initiations-Rituale, die mein Vater mit mir zelebriert hat, als ich fünf war… bla… Nicht bestanden – was sonst…

Dann aber ein Fast- oder Beinahe- oder Teil-Kontakt oder so was. Es könnte Projektarbeit sein, Aufbau einer Ausstellung oder dergleichen, bei dem ich schon mehrfach mitgemacht habe in dem Bereich, über den man sich geeinigt hat, dass er die Realität wäre. Ich versuche, mit einem anderem Mann (ich habe vorhin noch einmal nachgesehen – ich bin körpertechnisch offensichtlich ein Mann) eine Art Staffelei aufzubauen. Ich weise immer wieder darauf hin, dass auf seiner Seite eine Leiste nicht in ihre Halterung einrastet.

Nicht nicht bestanden – aber auch nicht bestanden. Ein bisschen Kontakt ist da; es kommt einige gewechselte Sätze lang eine Art Dialog zustande. Dann zerfasert alles wieder und ich falle aus dem Kontakt heraus. Wie im richtigem Leben!

Schließlich noch eine Szene in einer in dem riesigen Haus werkelnden Gruppe, in der ich eine rothaarige Frau kraftvoll-dynamisch knutsche. Sie ist erheitert; Weiteres ergibt sich jedoch nicht. Auch wieder das Übliche – Flucht aus der Gruppe durch Ausagieren. Das könnte im Haus der ewigen Kindheit sein. Ich soll dort das Rauchverbot durchsetzen, kam schon des Öfteren per Mental-Funk.

Kurzum – bla…

(… diese Aufzeichnungen sind völlig überflüssig, aber ohne sie würde es mir beschissener gehen… blubb…)

PS: Gestern ein Erlebnis in der sogenannten Realität, das darauf hinzudeuten scheint, dass es beim Budenzauber um die Reanimation des Epoché-Menschen geht. Beim „Anlaufen“ zu meiner (nun wirklich fast täglichen, ha) Runde wieder Gebrabbel aus den Mundwinkeln eines vorüber gehenden Herrn. Ich traue meinen Ohren nicht, obwohl mir schwant, dass ich es gerade jetzt müsste. „Huhu!“, macht der Typ, „Huhu!“; so leise, dass ich es gerade noch höre. Natürlich wieder der Impuls, mit meiner lumpenproletarischen Faust sein Antlitz zu touchieren, und das wissen diese Leutinnen und Leute aber auch. Die wissen, dass ich eben nicht reagieren kann und werde, weil ich eben nicht im Hier und Jetzt bin. Mir fällt alles erst als Treppwörter ein, hinterher, wenn die Situation vorbei ist, eben symbolisch auf der Treppe. Der Begriff „Treppwörter“ kommt aus dem Jiddischen und der Hass auf sich quasi in einen geistigen Raum Zurückziehende scheint mir denn auch immer öfter der Kern des Antisemitismus. Aber das ist ein anderes Thema und dazu ein anderes Mal.

Dieses arge Dilemma habe ich schon des Öfteren zu beschreiben versucht. Freuds sinngemäße Aussage, es gäbe Menschen, für die die Neurose eine Art goldener Kompromiss wäre, der sie überhaupt lebensfähig machen könnte. „Neurose“ hier weniger als Symptomatik mit Leidensdruck, sondern eher als „Weltanschauung“ im Sinne eines persönliches Systems der Wahrnehmungsmuster… Bla. Da bin ich 1986 raus geworfen worden, warum und wie und von wem, versuche ich seitdem zu ermitteln incl. jahrzehntelangem sinnlosen Ohren Abkauens bei Mitgliedinnen und Mitgliedern des Freudeskreises Anna Lyse.

Der Einbruch der ausgeschlossenen Wirklichkeit oder etwas in dieser Art. – Genau darum geht es übrigens auch in „Stranger Things“. Eigentlich müsste die Serie heißen: „Die Dinge der ausgeschlossenen Wirklichkeit künstlerisch-metaphorisch als Monster dargestellt“. Die Serie spielt ja in den Achtzigern, bevor die allgemeine „Entgrenzung“ im Kleinem und im Großem incl. Mauerfall begonnen hat. Aber auch zu dieser Serie sage ich später noch was, des seiest Du gewiss, herbe Dame Welt!

(… zu klug für die Kunst; Thomas Mann über Adrian Leverkühn… nein, kein Größenwahn… ich habe eben oben angedeutet, warum ich nicht dichten kann, schon gar nicht Fantasy, was ich gern können würde… heule, heule… natürlich wird das ins Gegenteil verkehrt – ich lüge wie gedruckt… ach, wenn ich es doch endlich könnte… heule, heule…)

(… ‚Geh‘ wieder arbeiten!‘…)

So weit wieder das störungsspezifische orgastische Gejammer der frustrierten Hausfrau!

Kämpft man schön!!!

(… hähä – böse Hobbitse…)

* Hier sieht sich K., im Unbewusstem, als Theaterintendant; wir bitten um Unverständnis.

Dieser Beitrag wurde unter Anna Lyse, Philosophie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.