KI-Dialog 7 (Strukturiert flüchten – Joggen. Und so.)

K: HERKOS IMAUFLU (Herr Koske, immer auf der Flucht)
II: IMI META (Imaginäre Instanz auf einer Metaebene)

Ein Zeichen! Ich soll zum Senioren-Studium… – Aber ist eh‘ gerade alles coroniert!

I: Sie versuchen doch wieder, regelmäßig zu laufen?!

K: Ich wusste, dass ich beobachtet werde!

I: Ich habe den Eindruck, dass Sie das irgendwie genießen…

K: Dazu habe ich schon oft genug schwadroniert!

I: Sie wollen doch nicht behaupten, dass Sie nicht gern noch einmal schwadronieren?

K: Ach, es ist schön, gesehen zu werden! – Das habe ich wahrscheinlich auch schon gesagt…

I: Ja, das Alter, auch das hatten Sie mehrfach erwähnt! Um das mal so nebenbei einzuflechten…

K: Gut, dass wir drüber gesprochen haben, Sie!

I: Und auch Ihre Sehnsucht nach der Teilhabe an den 68er Aktionen hatten Sie mehrfach erwähnt.

K: Okay. – Und nun? – Worum geht es?

I: Falls es in unseren Geplänkeln überhaupt etwas wie Themen gibt, könnten die gerade „Laufen“ und „Beobachtet Werden“ lauten. Oder so.

K: Ach ja! Man ist –

I: – im Alter auch mental nicht mehr so flexibel! – Auch das haben Sie höchstens 40 Mal zumindest sinngemäß ins virtuelle All geblasen! –

K: – Öhm. Ja. – Okay, okay, zur Sache! – Der Narzisst kann Alltag nicht ertragen. In der sich auf dem drittem Planeten des Systems gerade verstärkenden Ausnahmesituation wird der Spiegelknutscher wach. Er blüht womöglich gar auf. Es wird ein Ruf an ihn ergehen usw.! Und Ost-Koske rennt halt los. Wobei er eben eher wieder von wo weg rennen könnte als irgendwo hin, bla.

I: Jetzt bin ich beruhigt! Ich habe mir schon insgeheim Sorgen gemacht! Wir haben mehrere Minuten gesprochen und Sie haben noch nicht angefangen, sich selbst runter zu machen. Aber jetzt ist alles gut!

K: Ach, dieses Mitschwingen ist bei einem imaginärem Gesprächspartner einfach viel stärker ausgeprägt als bei einem in der sogenannten Realität! – Sie können gern auf meiner Schleimspur zu schlittern versuchen, es wird ja hier eh‘ nicht mehr richtig Winter. Ja ja, schon gut! – Im Ernst bin ich womöglich bei allem, was ich tue, leicht suchtaffin. – Ist das nicht ’n cooles Wort – „suchtaffin“? Habe ich eben erfunden. Ja ja, schon gut! – Ich wollte einfach nur mal wieder laufen und nun zieht es mich wohl für eine Weile jeden Tag auf die Piste. Das hat auch wieder etwas mit meiner zugegebenermaßen mindestens leicht grotesken Wahrnehmung zu tun, dass es besser wäre, irgend etwas zu tun als nichts. – Ich weiß, wie das klingt, zefix! – Der Sinn wird dann möglicherweise quasi nachgereicht. Har Har. – Und last not least könnte bald Ausgangssperre angeordnet werden und ich werde mich bis dahin noch ein wenig bewegt haben.

I: Sie müssen mich jetzt nicht darauf hinweisen, dass Sie eben wieder einmal das nur noch selten verwendete Futur 2 verwendet haben! Ich habe es durchaus wahrgenommen!

K: War ’n Test! Sie haben bestanden! – Sorry!

I: Wollten Sie das mit dem „nachgereichtem Sinn“ nicht beim Schreiben trainieren?

K: Immer auf das Schlimme! – Aber noch ’n Punkt für Sie! Ich werde gesehen, ach! Ja, habe ich schon gesagt, ist ja gut! – Klappt irgendwie nicht! Ich bilde mir allerdings trotzdem immer wieder ein, mich fit zu machen für die Schreiberei. Aber zu der scheine ich mehr gedrängt, wenn ich richtig depressiv bin oder so. Es ist ein eigen Ding fürwahr mit meinem Literatouris-Tic! … Äh… – was war noch? War noch was?

I: … beobachtet Werden…

K: Ach ja! Danke für die Steilvorlage für den ultimativen Mega-Klugschiss! Der Gedanke schlurft immer wieder durch meine Gedankengänge, dass sehr viele Menschinnen und Menschen es nicht oder nicht ausreichend erlebt haben, im eigenem Recht gesehen zu werden. Insbesondere nicht in der Prägungsphase, in der Regel in der frühen Kindheit. Demzufolge wird später jede Art Beobachtung, ja, auch nur das wahrgenommen Werden der eigenen Person heftig abgewehrt. Dies könnte einer der stärksten, weil unbewussten Gründe für den Hass auf die Stasi gewesen sein. – Und dann fällt mir immer wieder auf, dass Rechte, insbesondere die mit den formschön pflegeleichten, weil nicht vorhandenen Frisuren, fast ausnahmslos Kameras zu halten oder gar weg schlagen. Das muss was zu bedeuten haben, im Unbewussten

I: Leider nützen Ihre möchtegerne-intellektuellen Zerebral-Defäkationen wieder einmal niemandem. Oder um noch deutlicher Ihre Diktion zu parodieren, bekommen Sie nicht einmal einen „Großen Partei-Schild“ oder das „Zukunftsgüldene Schwert“ verliehen dafür, dass Sie sich den Kopf der Genossen Tschekisten zerbrechen.

K: Weiß ich doch! Vor allem – wo soll man dergleichen erörtern? Is‘ Psycho-Club, kann weg! Aber jetzt haben Sie nicht aufgepasst! Diese privatpublizistisch-pseudophilosophischen Erörterungen nützen schon jemandem was, nämlich mir ein bisschen. Ich konnte mich halbwegs adäquat entladen, hurra! – Habe ich erwähnt! Häufigst, wie Herr Koch aus Hessen sagen würde… –

I: – Nein, Sie wollen nicht Ministerpräsident werden, auch nicht im Unbewussten! Alles klar! –

K: – … aber wahrscheinlich wollten Sie mich von meinem Bauchnabel weg locken, okay. – Habe ich Sie durchschaut?

I: Ich erwäge, zeitnah zu verstummen. – Oder war noch was?

K: Zu meiner Überraschung scheint der Budenzauber nachzulassen in einer Situation voller quasi Bedrohungen aus der sogenannten Realität. Das würde darauf hindeuten, dass die von mir erlebten und wirklich erst höchstens tausend Mal beschriebenen Phänomene, oder meinetwegen Symptome, sapperlot, neurotischer Natur wären. Es ist aus der Geschichte der Psychotherapie bekannt, dass neurotische Beschwerden nachlassen oder gar verschwinden in Lebens- und Weltlagen, in denen es quasi real eng wird. – Die trotzdem oder erst recht erfolgenden massenhaften Traumatisierungen können ja dann die nachfolgenden Generationen austragen oder man malt Realsozialistischrot auf die Fassade. – Ja ja, ich bin ein Zynist! – Schon der Hammer, Mann! Bin ich doch ein verquetschter Histrionischer? Aber warum kann ich dann nicht endlich Lügen im Sinne von Spinnen, Dichten, Geschichten ausdenken? Heule heule heule…

I: Und wieder grüßen die Murmeltier-Bataillone! Wieder das orgastische Gejammer der frustrierten Hausfrau! Das kommt echt immer irgendwann in unseren launigen virtuell-verbalen Plänkeleien. Es scheint dann immer angebracht, die Session zu beenden. Aber eine Frage hätte ich noch. Ich bin mir übrigens sicher, dass Sie die erwarten, um auch das ausgesprochen zu haben. – Der Budenzauber ist weg coroniert? Tatsache?

K: Nicht ganz! Auf der Jagd nach meinen zwei Rollen Analöffnungsreinigungspapier kam plötzlich ‚Geh‘ wieder arbeiten!‘ Auf der Straße und so von schräg oben aus der Luft. – Ich muss wahrscheinlich echt vor der Öffnung um acht vor der Ladentür stehen! Oder ich nehme die Bürste, harhar! –

I: – Kleiner Scherz zur Auflockerung, schon klar! Es geht ans Eingemachte und Sie müssen zwanghaft blödeln! „Das verstehe ich sehr gut!“

K: – Das Übliche halt. Aber vielleicht nur noch ein Fünftel der Quantität, die die dauerhaft kommentierende Diensteinheit (DAUKOVIDI) der Hauptverwaltung Budenzauber (HAUBUZ) auf mich nieder prasseln lässt als wie ein mentaler Hagelschauer. ‚Sieht nich‘ ein, dissa völlig unbegabt ist!‘, kam vor ’ner Stunde etwa. Oder: ‚Sein Weblog is‘ ’ne Unverschämtheit!‘ – Aber es ist alles quasi verdünnt, wie gesagt…

I: Okay, dann erlauben Sie, dass ich mich jetzt echt verdünnisiere! – Sorry für den Plattwitz!

K: Sie wollen mich auf eine Karriere beim Privatfernsehen vorbereiten – ich bin, har har, im Bilde… – Okay, okay, der Klient entwickelt deutlichen Trennungswiderstand! – Ich ziehe mich in meine Depression zurück…

I: Möchten Sie noch eine abrundend abschließende, aber sozusagen offizielle Bemerkung einplänkeln?

K: Als Spießer stehe ich auf Banalverkehr…

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