„Ich hatte heute Nacht wieder viehische Ergüsse!“

Nein, das ist kein doofer machistisch-schimpansischer Joke! Es gab in der DaDaeR diese „Temperamente“, „Blätter für junge Literatur“. In einem Heft hatte jemand „Sprüche“ gesammelt, die Teilnehmer des Zentralen Poetenseminars ungewollt und eher nebenher geäußert hatten. Der in der Überschr… – der in der Headline gepostete Ausruf war ein solcher Spruch, völlig arglos vom Sprecher gesprochen. Der wollte damit natürlich ausdrücken, dass er nächtens sehr viel geschrieben hätte…

Gnihi. – Ja ja, auch der Humor kam nicht zu kurz, was, Nossinnunnossn. War nich‘ alles schlecht! … *hüstel*… – Sooorry.

Ich war da nie und habe mich nie darum bemüht teilzunehmen, obwohl mehrere Jugendfreunde, die sich mit so was auskannten, darauf hingewiesen hatten. Warum war ich nicht und habe ich nicht, heule heule heule? – Es ging alles seinen Gang. Es würde sich ergeben! Das würde alles kommen, wie von selbst… Tja, und nun hat sich diese Haltung dergestalt ausgeweitet, dass ich sicher bin, dass es im nächsten Leben anders lang geht. Krass, Alta!

Ich war heute gegen halb vier „richtig“ wach und habe ein wenig verstohlen auf dem Tablet herum gewischt und zu meiner anhaltenden Überraschung durch mein nun schon zur Tradition gewordenes* von Link zu Link Hangeln zwei Entdeckungen gemacht; erstens Peter Hacks und zweitens, hallelujah, Franz Ludwig Evarist Alexander von Pocci.

Ich bin dann aber wieder eingepennt, weil ich halt ’n Penner bin. Zu oft wieder eingeschlafen, fast wörtlich Heiner Müller. Na und, es muss auch Spießer geben, damit sich die konturierten Persönlichkeiten klarer abzeichnen. Das Figur-Hintergrund-Problem!

Hacks kannte ich vom Namen her, habe aber nie nich‘ keine Zeile von ihm gelesen gehabt nähmlich. Der Name Pocci ist mir geläufig, weil eine Straße und eine U-Bahn-Station in M, Hauptversammlungsplatz der Bajuwaren, nach ihm benamst sind, wie Erwin Strittmatter geschrieben hätte.

Auch Pocci war Einer, der es aus einem Milieu militärischer Sozialisation heraus geschafft hat, kreativ und dabei ungemein produktiv zu werden. Und dann – „Kasperlgraf“! Ha! Ich komme drauf zurück.

Besonders Hacks‘ „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ sagt mir was. Das Stück war schon v. d. W. berühmt. Ich habe es jedoch nie gelesen oder gar gesehen. Das würde sich ergeben! Es wäre alles seinen Gang gegangen worden. Ach ja – der Wiki-Eintrag zu Hacks hat mich zu Pocci geführt, den P. H. schon als Kind gemocht hätte.

Hacks aber wäre der Begründer der „sozialistischen Klassik“ (???) – Krichsdiekrise, Alter… Muss ich kieken mitte Oogen im Kopp! – „Er knüpfte Kontakt mit Erich Kästner, Bertolt Brecht und Thomas Mann“… – Wie knüpft man denn Kontakt? – „Opaaa?!!!“ – Ich habe doch eh‘ nix vorzuweisen als Gestückel und Gestammel, heule heule heule…

Pocci wird für lau oder für fast nix amazoniert. Hacks hat es durchaus für geringe Beträge gängiger Zahlungsmittel bei booklooker. – Bibliothek is‘ ja nich‘. Habe ich mal wieder Schwein gehabt, denn ich hätte fast wieder einmal Mahngebühren abdrücken müssen. Jetzt hat man den nächsten Abgabetermin münchenweit auf mindestens den 19. April a. c. coroniert.

PS: Herr Koske, Sie haben die Wahl! – So schleppe ich mich denn an die Urne… – Ich bin aber kein Urning!

* Diesen Textbaustein hätte ich als Redakteur eines Bezirksorgans vor der Wende verwendet, wenn etwas mehr als ein, zwei Mal stattgefunden hätte… wieder mal *hüstel*…

Dieser Beitrag wurde unter Literatouris-Tic, Netzfunde veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.