Trallala, Herr Fallada (Arbeitslosentitel)

Fallada fällt mir an dieser Stelle immer wieder ein. Ich verweise denn auch des Öfteren auf ihn, um zu verbergen, dass ich kaum etwas von ihm gelesen habe. Das ist pfiffig, oder? Hoho. – Ich wollte schon lange einmal das Wort „pfiffig“ anbringen, weil ich es auf angenehm leicht sedierende Weise grenzdämlich finde. Hiermit hätte ich es nun geflissentlich eingeflochten.

Zur Sache! – „Hört! Hört!“* – Ich habe die Situation schon mehrfach beschrieben; man wiederholt sich im Alter, wie ich wiederholt angemerkt habe. In der Wahrnehmung etlicher Leser und Literaturwissenschaftler hätte Fallada die literarisch „dichteste“, stilistisch beste usw. Prosa im Knast geschrieben. Zur Gaudi der Strafvollzugsbeamten jedoch hat er, bevor er sich ans Werk machte, immer seine Zelle gefegt und gewischt und geschrubbt.

Das verstehe ich sehr gut! Die lebensgeschichtlich entstandenen neurotischen Schuldgefühle waren zumindest gedämpft, weil eine reale Bestrafung stattgefunden hat. Nachdem Fallada zudem noch seine Pflicht erfüllt und in Vollzug dieser Erfüllung Ordnung und Sauberkeit hergestellt hat, „darf“ er sich solchem Scheiß wie Schreiben widmen. – Ist doch wahr! Wer macht denn so was, Schreiben?

Ja, und auch ich habe eben wieder einmal meine karge Klause gewienert und es geht mir nun ein bisschen besser, obgleich ich immer noch nicht zum Abfassen einer Fantasy-Pentalogie bereit und in der Lage bin. So vergehen die Tage, die auf Erden mir gegeben sind… – Wieso eigentlich wienern? Warum nicht stockholmen oder budapesten oder dergleichen? – Das aber wieder nur am Rande zur Entspannung!

Immerhin habe ich wenigstens den Schnullifax hier in die Tasten gedroschen… Leutinnen, die sich mit so was auskennen, behaupten, man dürfe das zulassen, dass man manchmal nur einen Satz geschrieben hätte. Ha! Ha!!! Darf man das?

Ich habe nämlich ein paar tolle Tutorials zum Schreiben und vor allen mit -zig psychohygienisch-kreativitätsfördernden Übungen gefunden und den YouTube-Kanal schier schnurstracks verstohlen abonniert. – Keine Namen! Jedenfalls noch nicht. Magisches Denken! Wenn ich es ausspreche, mache ich es kaputt! – Gottchen nee, süüüß…

Ja, es gibt noch sooo viel zu entdecken – ich muss mich ein bisschen hinlegen. Es kann nämlich sein, oder es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass ich in ein paar Stunden wieder überzeugt bin, in ein Wohnheim (zurück) ziehen und mich freuen zu müssen, wenn ich die Straße kehren und sonntags den Brunch für die gebeutelten Mit-Marginalpersonen ausrichten darf und dafür paar Piepen einstreichen kann. Dann krümme ich mich wieder nach innen und harre klassisch-stoisch des abberufen Werdens in die ewige Großgruppe… – Das Brunchieren vermisse ich übrigens tatsächlich, worüber niemand mehr überrascht ist als ich, was niemanden überraschen dürfte.

Es ist wirklich ein beschissenes Gefühl, in keinem Segment des Lebensvollzugs, oder so ähnlich, auch nur den blassen Schimmer einer Ahnung zu haben, wie es weiter gehen kann…

„Herr Koske, halten Sie die zugegebenermaßen nicht nur an den Nerven zerrende Ambivalenz einmal aus, bis sich echte Lösungen abzeichnen! Krise ist auch immer Chance, wie die Chinesen sagen, die uns ja sehr wahrscheinlich mittelfristig übernehmen werden!“

… bla… blubb…

(… nein, ich mache kein Kabarett… kam natürlich dauernd per Mental-Funk, während ich das hier Gepostete getippt habe, ‚Kabarett!‘… außerdem habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass das Fach der komischen Alten überall besetzt ist…)

PS: Der Klient hat nicht die Absicht, sich mittelfristig schwedisch gardinieren zu lassen, auch nicht im Unbewussten, *hüstel*…

* Hier sieht sich der Klient als Bismarcks Privatsekretär… äh… – oder so ähnlich… Wir bitten um Verständnis!

Dieser Beitrag wurde unter Literatouris-Tic, Nabelbohrungen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Trallala, Herr Fallada (Arbeitslosentitel)

  1. Gisela Schall sagt:

    Herr Koske!
    Auch Ihre heutige Prüfung haben Sie mit Bravour bestanden!
    Auf die Schulter klopfen und für diesen Erfolg loben!
    Wieder ein Schritt! Großartig! Weiter so – vorwärts!

    (Vorher ein bisschen hinlegen…)

    • Herr Koske sagt:

      Frau Schall!

      Ich muss verstummen (nicht zu früh freuen – nicht für lange)!

      (… Schwester Gisela, Du wirst mir ein bisschen unheimlich… – wo soll das nur hinführen…)

      • Gisela Schall sagt:

        (Bruder Ronald – definiere Dein/e Ziel/e!

        schriftlich und nur für Dich persönlich

        setz Prioritäten!

        Dein(e) wichtigstes(n)Ziel – ???

        („Nur projizierte Bilder im Gehirn streben nach Realisierung.“)

  2. Gisela Schall sagt:

    Herr Koske,

    bitte rede mich mit meinem Vornamen oder Schwester Gisela an oder Frau Schall an.
    Deine Mutter bin ich mit Sicherheit nicht. auch nicht in humorigem Sinne.
    … Ok, in Funk und Fernsehen war ich dieser Tage mit „Tief Gisela“ unterwegs…

    Zur Sache: – „Umsetzung“. –

    • Herr Koske sagt:

      … es ist schwierig mit den Humoorbadpackungen… – ich habe die Bitte auf meiner mentalen Festplatte gespeichert, des seiest Du gewiss, Frau Schwester…

      • Gisela Schall sagt:

        … … … Ja… … …
        HERR BRUDER …

        • Herr Koske sagt:

          … das is‘ ’n Problem – ohne Faxen… der alte Ost-Koske hat nicht recht begriffen, dass jeder Kontakt, jede Beziehung, jede, igitt, Bindung usw., egal welcher Art und Intensität, immer etwas mit Abhängigkeit(en) zu tun hat/haben… ich bin übrigens drauf gekommen beim Überfliegen eines Interviews mit Iris Berben in der „Gala“… chch… – ja, ich musste rein gucken – so viiiele schöööne buuunte Bilda…

          („Herr Koske, Sie sind sehr reflektiert!“ – Ja, da habe ich auch so viel davon… höhö…)

          • Gisela Schall sagt:

            immer etwas mit Abhängigkeit(en) zu tun hat/haben…

            Ja, mag sein… Sobald „man“ zum Beispiel Nahrung etc. kauft, auch das ist eine Abhängigkeit? Irgendwie sind alle irgendwie voneinander abhängig, mal mehr mal weniger oder?

            Kontakte, die man nicht mag, muss man nicht haben. Das ist persönliche Freiheit, oder?

            • Herr Koske sagt:

              … jetzt bin ich wieder ’n bisschen verwirrt… (das ist sehr überraschend, weil es ehr selten auftritt)…

              Aber trotzdem wünsche ich angenehmste Reproduktion der Arbeitskraft!

              • Gisela Schall sagt:

                … ich auch…
                (Was ist denn jetzt eigentlich das „Problem“?)

                Danke, ebenso!
                Komm gut ins sogenannte Wochenende!

                • Herr Koske sagt:

                  ??? – Problem? – Das am 12. März 2020 um 8:21 hatte ich ernst gemeint…

                  (… das ist übrigens echt paradox und gar nicht zynisch gemeint: das nunmehr empfohlene Einschränken sozialer Kontakte mache ich schon immer… muaha…)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.