Planrückstand, *hüstel* – mein Favorit der Neujahrsansprachen…

Auch an diesen weisen Worten (nicht ironisch gemeint) ist womöglich bald nichts mehr dran… Die heute Jungen werden möglicherweise, wenn nicht noch ein paar Schimpansenhordenführer bedeutende Führungspersönlichkeiten einen nächsten großen Krieg los treten, viele der erwähnten Probleme des Alters wie etwa oder vor allem Schmerzen und weitere Beschwerden nicht mehr erleben.

Ja ja, ist ja gut bzw. schlecht – ich bin neidisch und eifersüchtig. Merkt der nicht! Furchtbar, das Koske! Gehört doch in ’ne Einrichtung, echt jetzt! Gibts doch nich‘!

(… ich habe übrigens das Fremdwort für das nicht wahrnehmen Können der eigenen Gefühle wiedergefunden; man spricht von Alexithymie… ich habe das schon einmal gewusst, im Schülerwochenheim, wo ich etliche für das Personal bestimmte Bücher gelesen habe… genauer gesagt, verschlungen wie Thriller… wieder einmal dieser „Effekt“ – ich war schon mal weiter, ich habe schon einmal mehr begriffen, mehr „gewusst“, und das ist dann, ja, ich weiß auch nicht – verschwunden… das geht nicht nur mir so, fürchte ich… am schärfsten ist das mit der Frage, was eine wirkliche Partnerschaft ausmachen könnte… bei der Lektüre von Wilhelm Strubes „Das strahlende Metall“ mit etwa 13 habe ich es gemerkt… eine gemeinsame Aufgabe, ein gemeinsames Projekt, gemeinsame Arbeit, die über das eigene Ich und dessen säugetierische Übungen wie Schnabulieren und Schnäbeln hinaus geht… und so…).

Bla. – Wie aber gehe ich nun damit um, dass ich irgendwann mit 12, 13 in Vollzug des Oskarchen-Matzerath-Syndroms diesen „unausgesprochenen inneren Schwur der Verweigerung“ getätigt habe – und statt die Alten zu bestrafen mir selbst ins Knie geschossen, indem ich mich selbst um meine Jugend gebracht habe… „Der Klient muss es lernen, in der Gruppe den Schmerz zuzulassen, um auf diese Weise neu integriert zu werden ins Hier und Jetzt!“. – Ja, ich bin eine zynische Gesäßöffnung! Tja, der Klient will aber nicht… – Daher wird der Klient weiterhin überall fremd bleiben. Der Klient weiß ja alles, er ist ja sooo schlau…

Boah.

(… „Gesäßöffnung“ wird als Fehler angezeigt… was hat das zu bedeuten, im Unbewusstem… – Wir arbeiten hier mit dem Unbewusstem, dreimal täglich 72 Esslöffel…)

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2 Antworten zu Planrückstand, *hüstel* – mein Favorit der Neujahrsansprachen…

  1. Gisela Schall sagt:

    Gestutzte Eiche

    Wie haben sie dich, Baum, verschnitten
    Wie stehst du fremd und sonderbar!
    Wie hast du hundertmal gelitten,
    Bis nichts in dir als Trotz und Wille war!
    Ich bin wie du, mit dem verschnittnen,
    Gequälten Leben brach ich nicht
    Und tauche täglich aus durchlittnen
    Rohheiten neu die Stirn ins Licht.
    Was in mir weich und zart gewesen,
    Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,
    Doch unzerstörbar ist mein Wesen,
    Ich bin zufrieden, bin versöhnt,
    Geduldig neue Blätter treib ich
    Aus Ästen hundertmal zerspellt,
    Und allem Weh zu Trotze bleib ich
    Verliebt in die verrückte Welt.

    Juli 1919

    … auch von Hermann Hesse

    • Herr Koske sagt:

      (… da mir nichts dazu einfällt als albernes schriftliches Geschnatter, sage ich dazu jetzt nix außer das, was ich hier gerade gesagt habe…)

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