Eine Art Anfang. Versuch Nr. x+2.*

Dies war nun also sein Leben, dachte Thomas Landen und grinste. Das heißt, er nahm an, dass er das dachte. Er war sich nicht sicher, ob das wirklich sein Gedanke war oder ob er wieder einmal versuchte, sich in der Weise zu gebärden, wie er glaubte, dass es ein Publikum erwarten würde, hätte er eines gehabt. Er traute sich selbst nicht, da er nicht zu sagen vermocht hätte, was an seinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen Attitüde war, als würde er etwa einen Roman-Anfang entwerfen. Allerdings fragte ihn auch niemand.

(… bla…)

Das erinnert jetzt natürlich an den Dichter in „Big Fish“, der nach „langem Ringen“ drei Zeilen zu Papier gebracht hat, muahaha. Aber dies ist mein Blog und hier kann ich schreiben, was ich will, ällabätsch!

Es erinnert mich jedoch auch an eine Szene im Haus der ewigen Kindheit, und ich frage mich, ob das Depression ist, dass man sich dauernd an Versäumnisse, Fehlleistungen, unterlassene Interventionen usw. erinnert, die viele Monde zurück liegen. Ein junger Mann, der recht beleibt war, um nicht bösartig zu sagen, fett, gab im Mehrzwecksaal, in dem in diesem Augenblick gruppendynamisch gespeist wurde, ein paar Sekunden lang eine Breakdance-Einlage, und nicht nur ich war verblüfft, weil er sich erstaunlich gewandt, ja, geradezu professionell bewegte. Dann machte er sich über sich selbst lustig und ging seiner Wege. Lange Zeit später hatte ich den Gedanken, und der kommt immer wieder, wie man sieht, dass dieser im mehrfachem Sinne Auftritt etwas Appellatives hatte. Seht mich, nehmt mich wahr, bestätigt mir, dass da etwas ist, dass ich nicht völlig talentlos bin usw. – Bei mir selbst nehme ich das wahr, dass ich gewissermaßen „gesegnet“ werden möchte; ich darf schreiben usw.

Alles theoretisierendes Klugscheißen, Herr K.! Hier im Haus habe ich etwas Ähnliches erlebt. Der vor einigen Wochen ausgezogene Nachbar, der den Auszug damals schon ankündigte, hat unten im Gemeinschaftsraum gemalt, als ich gerade eingezogen war, und, wie ich sofort bemerkt habe, war da was. Auch da war ich womöglich nicht „wach“, nicht wirklich, igitt, im Hier und Jetzt usw. Ich will und kann immer noch nicht akzeptieren, dass die an mich gerichteten Erwartungen, eine Vater- oder Großvater-Position einzunehmen, wahrscheinlich nicht realistischer, aber angemessener sind als mein Selbstbild eines Jünglings im Körper eines Väterchens Frust. Ich habe zumindest versucht, quasi meinen Segen zu geben, aber der junge Mann hatte das Bild schon wütend überschmiert. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass ich im Kunstkeller des Meisters K. im Haus der ewigen Kindheit, dem alten Weisen in der Terminologie C. G. Jungs, mehr gelernt zu haben scheine, als ich geahnt hätte und als mir bewusst war.

Bla. Alles „Trockentraining“, alles Theoretisieren usw. – „Was lest Ihr da, mein Prinz?“„Worte, Worte, Worte…“ Äh… – „Hamlet“. Bla.

(… genau, Herr K. macht jetzt ’ne Gruppentherapie mit den Hausbewohnern – wo bleibt die diesbezügliche Rückmeldung per Mental-Funk…)

* Siehe auch dieses Präskriptum, *hüstel*…

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