(… sie nannten ihn Came-Ron, yeah… äh… – sorry…)

Böser Onkel! Böse! Aber der erste Satz dieses Buches lautet: „Es ist so leicht, Zyniker zu sein.“ – und da musste ich das gar artige Bändchen mitnehmen.

Allein, ich habe es nicht nur mitgenommen, ha, sondern es gestern Nachmittag angefangen zu lesen, und dann habe ich fast am Stück bis kurz vor Mitternacht gelesen, weit bis über die Mitte des Buches hinaus, und dergleichen ist mir bei sozusagen nicht belletristischen Büchern seit meiner Hoch-Zeit im Kinderheim nicht mehr geglückt, und ich bin jetzt sehr misstrauisch, mir gegenüber. – Ich hätte weiter lesen können, bin aber pennen gegangen, denn ich kann nicht anders als Spießer; vergib mir, herbe Dame Welt, und trete mir bitte gelegentlich in den Arsch. Endlich wieder einmal dieses Wahnsinnsgefühl, immer wacher zu werden, und zwar im wörtlichem sowohl als auch im übertragenem Sinne, und das ist aber nicht mein Verdienst, sondern das des Buches bzw. des Autors.

Aber – der Buchtitel lautet: „Hoffnung Mensch. Eine bessere Welt ist möglich.“, und ich habe jetzt schon den Verdacht, dass dieser Titel berechtigt sein könnte.

Gestern und heute habe ich es nun endlich geschafft, nach neuerlich wochenlangen Verrenkungen, gewissermaßen vor dem Aufstehen aufzustehen und meine drei Morgenseiten nach Julia Cameron zu kritzeln. „Kritzeln“ ist nicht abwertend gemeint, und wann überhaupt werte ich mich schon einmal ab, ha, vielmehr es darum geht, einfach alles raus zu lassen, was Einem durch Herz und Hirn geht, was, natürlich, an die freie Assoziation schon bei Altgroßmeister Freud erinnert. Angeblich dauert es drei Monate, bis sich die ersten Wirkungen bei neuronalen Verknüpfungen usw. zeigen, ich bilde mir aber jetzt schon ein, eine Wirkung zu verspüren, eine Art geistige Belüftung.

Und dann – lege ich mich wieder hin… Ganz toll, Ost-Koske! Wie ich letztens schon einmal einzuflechten nicht vermeiden zu können schien, kann man eigentlich gar nicht vom Thema abweichen, denn alles, was man in einem Kontext sagt, hat immer etwas mit dem Kontext zu tun, wenn vielleicht auch „nur“, igitt, im Unbewussten. Im Schülerwochenheim war ich schon einmal draußen, im Sinne von „im Freien“ – und bin aber wieder quasi zurück gerannt. Daher ist die eben oben angebrachte Anspielung auf meine, aua, heimlichen Literatouren keineswegs abschweifend.

Der Teilzeit-Chassid Dr. R. hat 1984 diesbezüglich einmal in der Kunsttherapie gefeedbackt oder so ähnlich; was die Festplatte in meinem zerebralem Zentralrechner (ZERE ZERE) alles sozusagen hinter meinem Rücken gespeichert hat, Wahnsinn! Es ging darum, Gefühl und Verstand irgendwie bildlich darzustellen. Ich habe Hürden gemalt bzw. „gemalt“, die immer größer wurden und auf der einen Seite blau waren und auf der anderen Seite rot, wobei originellerweise Blau für den Verstand stehen sollte und Rot für das Gefühl. Dr. R. hat angemerkt, ich würde über die Hürden drüber brettern, nicht schlecht – und dann wieder zurückgehen…

Ich habe durchaus mimische Äußerungen gezeigt, die mit einigem gutem Willen als Grinsen hätten bezeichnet werden können, aber was gemeint war, habe ich erst viele Monde später begriffen. In vielen Belangen des dynamischen usw. postmodernen Lebens scheine ich, wir berichteten, frühreif zu sein, und das ist ja überhaupt alles nur Probe und im nächstem Leben geht es anders lang, wäre ja noch gelachter, pah…

Bla. – Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, in der Tat, wie Teal’c gesagt hätte. Aber es wäre ganz toll, wenn ich es nach dieser Art kleingeschmorten Odyssee über drei Jahrzehnte hinweg schaffen könnte, mich in einem mir offiziell und legal zugewiesenem Wohnraum wenigstens so weit berechtigt anwesend fühlen zu dürfen, dass, als persönlichkeitsspezifisches Beispiel, ein paar Stunden tägliches Lesen möglich wären. Wenn es mir dann noch gelingen würde, den Aufenthalt in diesem Hause zu nutzen, um endlich die geradezu wütend verbissene Ausdauer, mit der ich etwa Zeitungen gespült oder Teller zugestellt habe, usw. usw. usf., beim Schreiben zu entwickeln, und zwar kontinuierlich und konsequent und nicht nur durch gelegentliches verstohlenes ins Netz Krümeln von Textbröckchen, dann hätte ich in der Tat eine Art Durchbruch erreicht.

Das erkläre jetzt Einer der Coachin, oder so ähnlich, im Jobcenter. Na ja… Ich werde wohl oder übel wieder mucheln und knuffen gehen müssen, und ich bin gespannt, ob ich neugierig bin, und wie lange ich es dieses Mal in einer Art Gruppe aushalte, trallala.

PS: Ganz wichtig! – „Ooopa???!“

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