… neulich im Stargate-Center…

„Okay – wir fangen an! Aber bevor ich zum formellen Kram komme – gibt es jetzt schon Vorschläge für neue Expeditionsziele? Merkwürdigkeiten, Anomalien, bedrohliche Veränderungen in materiellen Strukturen, die wir uns aus der Nähe ansehen sollten? Sie wissen schon, das übliche Programm…“

„Ja, Sir, wir haben auf P5X-7776 eine Anomalie entdeckt, die eher… na ja – witzig ist!“

„Das ist der Planet mit diesen Musikfreaks?“

„Korrekt, Sir, sogenannte Sonophagen. Sie beziehen Energie aus Tonstrukturen, die unserer Musik gleichen, sie ernähren sich sozusagen davon. Unsere Sonden haben ermittelt, dass es den Planetenbewohnern gelungen ist, nach einigen tausend Coverversionen eines Songs unbeabsichtigt das Original zu wiederholen…“

„Ja, okay, das ist lustig, aber eigentlich keine Anomalie und schon gar nicht bedrohlich…“

„Korrekt, Sir, aber wir dachten, das könnte einen gewissen Unterhaltungswert haben – der Song ist von der Erde, von so einer wüsten Gruppe aus Bolivien.“

„Okay, ist notiert! Das wäre eventuell was fürs Morgenprogramm im Space-Force-Radio! Weitere Beobachtungen?“

„General, Sir, wir haben von unseren Informanten sichere Nachrichten, dass in der Cyborg-Kultur auf PX8-4342 Versuche zur Schaffung einer künstlichen Lebensform erfolgreich waren.“

„Das könnte in der Tat wert sein, aus der Nähe betrachtet zu werden! – Der Planet ist in diesem Doppelsternsystem im Sternbild Kaffeemaschine?* Das Reservat für leistungsverweigernde High-Tech-Geräte, Robots und Cyborgs?“

„Korrekt, Sir! Es ist nicht einfach, dort an Informationen zu kommen, weil die Bewohner sich schon seit Jahrzehnten nicht mehr mit Sprache verständigen. Die funken und haben perfekte Abschirmungen des Funkverkehrs gegen Außenstehende entwickelt. Eine Art Metall-und-Plastik-Ghetto! Klingt auch wie ’n Witz, ist aber keiner – man versteht auf dem Planeten buchstäblich vor Klappern und Quietschen sein eigenes Wort nicht mehr. Wie Sie ja wissen, erhalten diese sozusagen Aussteiger keinerlei technische Unterstützung von den vereinten Planeten in diesem Quadranten mehr, also vor allem keine Ersatzteile. Daraus hat sich ein bemerkenswerter Hochstand einer Art Handwerk entwickelt. Not macht erfinderisch – erinnert irgendwie an die ehemalige DDR, sorry!“

„Heute scheint der Tag der Groteske zu sein, in der Tat, wie Teal’c gesagt hätte. – Nach Ihrer Darstellung haben also Roboter Maschinen entwickelt, die aus ihrer Sicht als Roboter erscheinen. Das hat etwas Philosophisches, das angeblich zu hoch ist für Militärs. – Ja, Sie können ruhig laut lachen, auch ein General versucht sich gelegentlich an Humor, um bei Klischees zu bleiben. – Um was geht es konkret?“

„Sir, diese Maschinen sind aus organischem Material. Allerdings bestehen Sie chemisch zu etwa 60% aus Wasser. Sie haben vier Gliedmaßen, zwei untere zur Fortbewegung im aufrechtem Gang, und zwei obere, vor allem als Werkzeuge zum Greifen. Sie haben ein inneres Gerüst vornehmlich aus Kalzium- und Magnesiumsalzen und am oberen Ende einen kugelähnlichen Abschnitt mit je zwei Sensoren zum Sehen, Riechen und Hören sowie einer Öffnung zur Aufnahme von Nahrung. Im Inneren befinden sich verschiedene schlauch- und sackartige Gebilde zum Transport und zur Verarbeitung dieser Nahrung. Links im Hauptteil befindet sich eine Art Pumpe, rechts ein kunstvoll strukturiertes Gebilde zum Gasaustausch… – äh… – ich glaube, Sie wissen schon, worauf ich hinaus will…“

„Wenn ich Sie richtig verstehe, Major, haben Maschinen in einem Quadranten, in dem Menschen völlig unbekannt sind, mit der Entwicklung einer künstlichen Lebensform eine Art Erschaffung des Menschen zelebriert?“

„Das ist korrekt, Sir! Und diese Lebensform gleicht uns bis in die molekulare Ebene!“

„Stellen Sie ein Team zusammen und begeben Sie sich nach PX8-4342! Nach 1400 sind bisher keine Stargate-Aktivitäten geplant oder gemeldet; Sie können heute noch starten. Die üblichen Sicherheitsvorkehrungen, und hier bitteschön ohne Wenn und Aber, meine Damen und Herren! Gerade jetzt sollten diese Maschinen in ihrer Unkenntnis der Existenz von Menschen verbleiben!“

„General, Sir, genau hier ist das Problem! Von diesen Neuwesen sind bereits einige Millionen von ihren, nun ja… – Schöpfern als eine Art Explorer ins All geschossen worden. Bei der jetzigen Geschwindigkeit werden einige von Ihnen in etwa acht Monaten die Erde erreichen. Man geht davon aus, dass die Cyborgs auf PX8-4342 nunmehr von der Existenz der Menschheit wissen. Das Informationsleck dürfte aber keineswegs bei uns liegen. Die Robots wollen vor dem Großen Rat der lokalen Gruppe klagen, da sie uns für illegale Kopien ihrer Entwicklung halten, mit denen gegen etliche Urheber- und Lizenzgesetze verstoßen worden wäre.“

„Das ist eine Anomalie! – 15 Minuten Pause! Ich bin, wie Sie wissen, deutscher Abstammung und muss an dieser Stelle telefonieren! – Ja, sehr witzig! Sie können wegtreten!“

***

PS: Das Teil ist bestenfalls ’n Entwurf, und ich finde ihn albern, aber – hat auch ’n bisschen Spaß gemacht; die Strafe dafür dürfte umgehendst folgen. Auch zwingt mich mein Geltungsdrang, ach, ihn schon in diesem Stadium ins Netz zu stellen. Und – man kann den Plot, oder „Plot“, nach dem Lesen ruhig leasen; in der heutigen, yeah, Medienlandschaft ist wahrscheinlich eh‘ schon längst jemand vor mir drauf gekommen. Außerdem – ich habe noch 40 Plots, kein Witz; der älteste ist von 1986. Das ist keine Prokrastination, dafür muss ein neuer Begriff erfunden werden. Schließlich – ’n bisschen Phantasie habe ich wohl doch. Wie macht man da jedoch ’ne „richtige“ Story draus? Vielleicht doch den Fernkurs weiter machen? – Hättättätätä…

* Ja – was? Es gibt ’n Sternbild Luftpumpe, gnihi. Und bei der Space-Force wird raumtransporterweise Kaffee getrunken, logisch! – Auf den Begriff „Space Force“ aber bin ich gekommen, bevor Don Don mit der tollen Tolle davon gesprochen hat. So, ällabätsch!

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14 Antworten auf … neulich im Stargate-Center…

  1. Gisela Schall sagt:

    „die Strafe dafür dürfte umgehendst folgen“

    Es erfolgt keine Strafe – es erfolgt LOB. DRANBLEIBEN!

  2. Gisela Schall sagt:

    Es erfolgt keine Strafe – es erfolgt LOB. DRANBLEIBEN
    Die Formatierung sollte – so – sein…

  3. Gisela Schall sagt:

    ! (Ausrufezeichen)…

    • Herr Koske sagt:

      … Du liebes bisschen… das geht mir zu schnell, Schwester Gisela… ich korrigiere gerade die Fehler…

      • Gisela Schall sagt:

        … ich geh jetzt zum Space-Shuttle… in se Garage…
        hat vier Reifen und´n Lenkrad… hahaha

        LG

        • Herr Koske sagt:

          … Du musst immer so fahren, dass die Polizisten links liegen bleiben…

          (Har.Har.Har.)

          • Gisela Schall sagt:

            … sind schon vorher alle geflüchtet…

            🙂

            • Herr Koske sagt:

              … die sind nicht geflüchtet, die haben Dir ’ne Möglichkeit der Verhaltenskorrektur eingeräumt… das ist direktiv-operativ-begleitende Polizeiarbeit…

              • Gisela Schall sagt:

                das ist direktiv-operativ-begleitende Polizeiarbeit…

                „Ach was“ (Loriot)

                Ha ha – Möglichkeit der Verhaltenskorrektur…

                (Des Wägele mit dem Männele und dem Hundele is echt süss…)

                • Herr Koske sagt:

                  … Frauen finden immer alles süß…

                  „Ach.“

                  „Frauen haben auch ihr Gutes!“

                  Auch Professor von Bülow.

                  Hähä.

                  (… Machos raus… Machos raus…)

                  • Gisela Schall sagt:

                    Menschen finden nicht immer alles süss – egal ob nun Frau oder Mann. Einverstanden?

                    Welche Bezeichnung könnte ich sonst noch… für süss… nektarisch?… Wie würdest Du dieses animierte Smiley von der verursachenden emotionalen … ich brech mir hier noch die Finger ab… haha… wieso „Machos raus“? Wo sind denn welche?

                    • Herr Koske sagt:

                      … ich werde versuchen, die Vorwegnahme möglicherweise erfolgender, weil schon des Öfteren erfolgter Rückmeldungen zu vermeiden… wenn man aber immer alles vermeidet, was Ironie, Sarkasmus usw. enthält („No sarkasm in the classroom!“, hieß es bereits in „The Wall“ von Pink Floyd), dann ist das – langweilig…

                    • Gisela Schall sagt:

                      ja, das stimmt.
                      Ich bin wahrscheinlich zeitweise so …“komisch…“ dass es wieder einmal keiner merkt… hihi

  4. Herr Koske sagt:

    … das verstehe ich… komisch…

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